Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Monatsbericht Bundesbank: Euro-Kurs reagiert zum Teil deutlich auf Geldpolitik

Die deutsche Notenbank sieht einen deutlichen Einfluss der Kommunikation der EZB auf den Euro-Kurs. Dies müsse berücksichtigt werden.
21.09.2020 Update: 21.09.2020 - 15:22 Uhr Kommentieren
Seit Mitte Mai hat die Gemeinschaftswährung zum Dollar um rund zehn Prozent aufgewertet. Quelle: imago
100-Euro-Scheine

Seit Mitte Mai hat die Gemeinschaftswährung zum Dollar um rund zehn Prozent aufgewertet.

(Foto: imago)

Frankfurt Als Christine Lagarde nach der EZB-Ratssitzung Anfang September ihre Pressekonferenz abhielt, konzentrierten sich viele Beobachter vor allem auf ein Thema: Was sagt die Präsidentin der Europäischen Zentralbank zum Euro-Kurs? Dieser ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen.

Lagarde sprach das Thema nur vorsichtig an, was zum Teil für Enttäuschung sorgte. Die Europäische Zentralbank beeinflusst den Euro-Kurs aber nicht nur mit Worten, sondern auch mit ihrem geldpolitischen Handeln.

Die Bundesbank hat diesen Zusammenhang in ihrem Monatsbericht untersucht. Ihr Fazit: „Geldpolitische Impulse besitzen einen bedeutenden Einfluss auf die Wechselkursentwicklung des Euros.“ Die EZB dürfe daher bei der geldpolitischen Kommunikation potenzielle Auswirkungen auf den Euro-Kurs „nicht aus dem Blick verlieren“.

Aktuell bereitet der hohe Euro-Kurs vielen Notenbankern in der EZB Sorgen. Die europäische Gemeinschaftswährung hat seit Mitte Mai rund neun Prozent gegenüber dem US-Dollar aufgewertet. Der starke Euro macht Exporte aus dem Euro-Raum auf dem Weltmarkt teurer und damit unattraktiver – gleichzeitig werden Importe im Euro-Raum billiger, was die ohnehin sehr niedrige Inflation weiter nach unten drückt. Für die EZB wird es dadurch noch schwerer, ihr Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent auf absehbare Zeit zu erreichen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die EZB verfolgt kein Wechselkursziel. Ihre Geldpolitik schlägt sich aber unter anderem deshalb auf den Wechselkurs nieder, weil dessen Entwicklung stark von Zinsunterschieden zwischen verschiedenen Währungsräumen abhängt. Sinken im Euro-Raum die Zinsen, wird es für internationale Investoren relativ besehen attraktiver, ihr Kapital in anderen Währungsräumen mit höheren Zinsen zu halten – was tendenziell den Euro-Kurs schwächt. Umgekehrt profitiert der Euro-Kurs in der Regel, wenn die Zinsen steigen.

    Die EZB beeinflusst über den aktuell entscheidenden Einlagenzins vor allem die kurzfristigen Zinsen im Euro-Raum. Seit einigen Jahren kauft sie aber auch in großem Umfang Staatsanleihen, die sich stärker auf die mittel- und langfristigen Zinsen auswirken.

    Laut den Bundesbank-Ökonomen beeinflusst die Geldpolitik den Wechselkurs vor allem über mittel- und langfristige Zinsen. Nach ihren Berechnungen wertet der Euro um etwa 0,7 Prozent auf gegenüber dem US-Dollar, dem britischen Pfund und dem japanischen Yen, wenn die Rendite fünfjähriger deutscher Staatsanleihen um zehn Basispunkte steigt.

    Der Effekt ist wesentlich schwächer, wenn sich eine geldpolitische Ankündigung hauptsächlich auf die kurzfristigen Zinsen auswirkt: Bei einer geldpolitischen Ankündigung vergleichbarer Größenordnung wertet der Euro laut den Experten nur um 0,2 Prozent gegenüber dem US-Dollar und dem Pfund auf. Zur japanischen Währung sei das Plus dann sogar statistisch nicht aussagekräftig.

    Die Ergebnisse stimmen laut Bundesbank relativ gut mit Studien zu anderen Währungen und Zentralbanken überein. Nach diesen führt eine Straffung der Geldpolitik, die die kurzfristigen Zinsen um zehn Basispunkte erhöht, zu einer Aufwertung der heimischen Währung um 0,1 bis 0,3 Prozent.

    Mehr: Bundesbankpräsident Weidmann zeigt Skepsis gegenüber dem E-Euro

    Startseite
    Mehr zu: Monatsbericht - Bundesbank: Euro-Kurs reagiert zum Teil deutlich auf Geldpolitik
    0 Kommentare zu "Monatsbericht: Bundesbank: Euro-Kurs reagiert zum Teil deutlich auf Geldpolitik"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%