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Monatsbericht Bundesbank sieht exportabhängige Industrie vor großen Problemen

In ihrem Monatsbericht schreibt die Bundesbank, die Wirtschaft könnte erneut leicht zurückgehen. Eine Branche allerdings widersetzt sich dem Trend nach unten.
Update: 19.08.2019 - 12:25 Uhr Kommentieren
Die Bundesbank sieht vor allem für die exportabhängige Industrie schwarz, die unter Handelskonflikten und schwächerer Weltkonjunktur leidet. Quelle: dpa
Auto-Exporte

Die Bundesbank sieht vor allem für die exportabhängige Industrie schwarz, die unter Handelskonflikten und schwächerer Weltkonjunktur leidet.

(Foto: dpa)

Berlin Die Bundesbank schließt eine Rezession in Deutschland nicht aus. „Die deutsche Konjunktur bleibt voraussichtlich auch im Sommer 2019 schwunglos“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht. „Die gesamtwirtschaftliche Leistung könnte erneut leicht zurückgehen.“ Bereits im Frühjahr war das Bruttoinlandsprodukt nach einem starken Jahresauftakt um 0,1 Prozent gesunken. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Die Bundesbank sieht vor allem für die exportabhängige Industrie schwarz, die unter Handelskonflikten und schwächerer Weltkonjunktur leidet. „Nach den gegenwärtig verfügbaren Daten ist zu erwarten, dass die industrielle Erzeugung auch im laufenden Jahresviertel merklich schrumpfen wird“, sagen die Notenbanker voraus.

Die stärker binnenwirtschaftlich orientierten Sektoren hätten sich hingegen dem Abwärtssog bislang weitgehend entziehen können und stützten damit die Konjunktur. „Der Boom in der deutschen Baubranche setzt sich voraussichtlich fort“, nannte die Bundesbank ein Beispiel.

Auch die für den privaten Konsum wichtigen Einkommensperspektiven blieben vorerst günstig, doch seien inzwischen erste Spuren der Konjunkturflaute auf dem Arbeitsmarkt erkennbar. „Für die weitere Entwicklung wird entscheidend sein, wie lange sich die gegenwärtige konjunkturelle Zweiteilung noch fortsetzt und in welche Richtung sie sich auflöst“, hieß es dazu. „Aus heutiger Perspektive ist offen, ob sich die Exporte und damit die Industrie fangen, ehe die Binnenkonjunktur in stärkerem Maß in Mitleidenschaft gezogen wird.“

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr lediglich mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent. 2018 hatte es noch zu einem rund dreimal so starken Wachstum gereicht.

Osteuropäische EU-Länder holen wirtschaftlich auf

Einen entgegengesetzten Trend beobachtet die Bundesbank in den osteuropäischen EU-Staaten. Laut ihrem Bericht haben die sich den anderen Ländern der Europäischen Union wirtschaftlich weiter angenähert. Dank des zuletzt kräftigen Wachstums dort habe sich der Einkommensrückstand zum EU-Durchschnitt spürbar verringert.

Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf habe die Ländergruppe 2018 inzwischen 46 Prozent des EU-Mittels erreicht. 2013 seien es noch lediglich 41 Prozent gewesen. Die Bundesbank untersuchte in ihrer Osteuropa-Studie elf Länder. Dazu gehören die Euro-Staaten Slowenien, Slowakei, Estland, Lettland und Litauen sowie Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Kroatien.

Bei der Kaufkraft habe beim BIP pro Kopf Rumänien, gefolgt von Lettland und Litauen, in den vergangenen fünf Jahren die größten Fortschritte erzielt. Geringer seien sie in Ungarn, Kroatien, Polen und in der Slowakei ausgefallen. In allen untersuchten Ländern habe sich die öffentliche Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung verringert. Auch die Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland im Verhältnis zum BIP sei fast überall zurückgegangen.

Ein wesentlicher Grund für die größere wirtschaftliche Annäherung war laut Bundesbank die zunehmende Integration der Länder in den europäischen Binnenmarkt und in die Weltwirtschaft. Für mehr Fortschritte sei es aber wichtig, dass die Staaten die Arbeit ihrer Institutionen weiter verbessern. Handlungsbedarf sieht die Bundesbank auch noch bei Regulierung und Rechstaatlichkeit sowie im Kampf gegen Korruption.

Mehr: Der Bundesobmann der Sparkassen sieht Negativzinsen für private Kunden kritisch. Lesen Sie hier ein Interview mit Sparkassenfunktionär Walter Strohmaier.

  • rtr
  • dpa
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