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Monatsbericht Bundesbank warnt vor schwerer Rezession wegen Coronakrise

Eine schnelle Erholung sei unwahrscheinlich. Im Monatsbericht verweist die Bundesbank auch auf riskantere Investments von Versicherern und Schattenbanken.
20.04.2020 - 12:52 Uhr Kommentieren
In ihrem jüngsten Monatsbericht geht die Bundesbank von einem massiven Einbruch der wirtschaftlichen Leistung aus. Quelle: dpa
Bundesbankpräsident Jens Weidmann

In ihrem jüngsten Monatsbericht geht die Bundesbank von einem massiven Einbruch der wirtschaftlichen Leistung aus.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Virus-Krise stürzt die deutsche Wirtschaft aus Sicht der Bundesbank in eine schwere Rezession, von der sie sich nicht so schnell erholen wird. Bereits im ersten Quartal sei die Wirtschaftsleistung wahrscheinlich „breit angelegt und kräftig“ geschrumpft, teilte die deutsche Notenbank am Montag in ihrem jüngsten Monatsbericht mit.

Im zweiten Jahresviertel würden sich die wirtschaftlichen Einschränkungen noch erheblich stärker niederschlagen. Daher sei für das Frühjahrsquartal mit einem „weiteren massiven Rückgang der Wirtschaftsleistung“ zu rechnen.

Die Bundesbank geht davon aus, dass wegen der Virus-Krise bereits im April die Zahl der Kurzarbeiter auf weit über eine Million steigen wird. Während der Wirtschaftskrise 2009 habe es in der Spitze 1,44 Millionen Kurzarbeiter gegeben - vor allem im verarbeitenden Gewerbe.

Der Wirtschaftseinbruch treffe nun aber mehr Branchen. „Auch angesichts der zu erwartenden Schärfe der Rezession dürfte der Kurzarbeit tendenziell eine höhere Bedeutung zukommen als vor 11 Jahren“, schreiben die Bundesbank-Experten.

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    Wie stark die Rezession ausfallen wird, hängt aus Sicht der Bundesbank entscheidend davon ab, wann die wirtschaftlichen Einschränkungen weiter gelockert werden. Sie erwartet, dass erhebliche Restriktionen bleiben, bis das Virus medizinisch besiegt werden kann.

    „Eine rasche und starke wirtschaftliche Erholung erscheint aus diesem Grund aus gegenwärtiger Perspektive eher unwahrscheinlich.“ Ein wichtiger Faktor sei, wie rasch Verbraucher und Unternehmen wieder zu einem normalen Verhalten zurückkehren werden.

    Dass die deutsche Wirtschaft in eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale gerät, erwartet die Notenbank jedoch nicht. Dagegen sprechen aus ihrer Sicht die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB), milliardenschwere Hilfspakete der Bundesregierung und das ausgebaute System der sozialen Sicherung.

    Die geld­ und finanzpolitischen Maßnahmen schafften die Voraussetzungen dafür, „dass sich die deutsche Wirtschaft wieder nachhaltig erholen kann, sobald die gesundheitlichen Bedrohungen durch das Coronavirus zurückgehen“, heißt es im Monatsbericht.

    Allerdings: Versicherer, Pensionskassen und Schattenbanken setzen laut Bundesbank wegen der anhaltenden Phase ultratiefer Zinsen immer stärker auf riskantere Investments. Bei Versicherern und Pensionskassen dürften dafür vor allem hohe Zinsgarantien an ihre Kunden eine Rolle spielen, schreibt die Bundesbank im Monatsbericht.

    Bei den noch wenig regulierten Schattenbanken, zu denen etwa spezielle Finanzierungsgesellschaften, Hedge- und Investmentfonds zählen, spiele die Suche nach Rendite eine wichtige Rolle. „Zusammengenommen verhärten sich somit die Indizien für eine höhere Risikoübernahme in diesen beiden Sektoren.“ In ihrem Bericht untersuchte die Bundesbank, inwieweit sich die Investment-Portfolios wichtiger Akteure der Finanzwirtschaft seit 2010 verändert haben.

    Die Europäische Zentralbank (EZB) hält bereits seit Jahren ihren Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Darüber hinaus hat sie seit 2014 Negativzinsen eingeführt.

    Bankhäuser müssen seitdem Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Gelder bei der Notenbank parken. In Deutschland klagen Banken schon seit längerem, dass die anhaltenden Niedrigzinsen an ihren Gewinnen nagen.

    Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hatte sich erst kürzlich besorgt über eine zunehmende Risikobereitschaft von Investoren auf den Kreditmärkten geäußert. Dabei verwiesen auch sie auf den seit der Finanzkrise 2008 kräftig angewachsenen Schattenbankensektor.

    Mehr: Rendite in Corona-Zeiten – Mit welchen Investitionen man jetzt noch Geld verdient.

    • rtr
    • dpa
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