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Nach Blitz-Bargeldreform Banken-Chaos in Indien hält an

Nachdem die indische Premierministerin alle Geldscheine im Wert von mehr als 100 Rupien für ungültig erklärt hat, dauert das Banken-Chaos an. Die Automaten funktionieren zwar wieder, waren aber nach wenigen Stunden leer.
11.11.2016 - 16:15 Uhr
Der indische Ministerpräsident zog überraschend alle 500- und 1000-Rupien-Scheine aus dem Verkehr. Quelle: dpa
Banken-Chaos in Indien

Der indische Ministerpräsident zog überraschend alle 500- und 1000-Rupien-Scheine aus dem Verkehr.

(Foto: dpa)

Neu Delhi Drei Tage nach der völlig überraschenden und radikalen Bargeldreform in Indien dauert das Chaos in den Banken an. Die Geldautomaten im Land funktionierten zwar am Freitag wieder, waren jedoch nach wenigen Stunden schon wieder leer.

Der Vorsitzende der indischen Regierungspartei BJP, Amit Shah, forderte die Bevölkerung zum Durchhalten auf. Viele Maschinen müssten noch auf die neuen 500- und 2000-Rupien-Scheine eingestellt werden, die sich in Größe und Gewicht von den alten Banknoten unterscheiden.

Premierminister Narendra Modi hatte am Mittwoch völlig überraschend alle Geldscheine im Wert von mehr als 100 Rupien – umgerechnet 1,36 Euro – für ungültig erklärt. Die Regierung will mit der radikalen Aktion nach eigener Aussage gegen Schwarzgeld und Korruption vorgehen.

Diesen Ländern droht die Überschuldung
Libanon
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In den vergangenen 50 Jahren gab es eine starke Landflucht, sodass die meisten Libanesen in den Städten wohnen. Die Hauptstadt Beirut hat rund 1,5 Millionen Einwohner. Insgesamt leben im Libanon rund vier Millionen Menschen.

(Foto: dpa)
Schulden in Höhe von 140 Prozent des BIPs
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Die Staatsschulden betragen 140 Prozent des BIP – der Libanon gehört damit zu den am höchst verschuldetsten Ländern der Welt. Etwa 40 Prozent der Staatsausgaben werden allein für Zinsen und Schuldentilgung aufgewendet. Auch Subventionen für den staatlichen Energieversorger sowie die Lohnausgaben für dem öffentlichen Sektor belasten die Staatskasse erheblich.

(Foto: dpa)
Syrische Flüchtlinge betteln vor einer Ladenzeile in Beirut
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Auch die Flüchtlingskrise belastet den Staatshaushalt stark: Im Libanon befinden sich momentan mehr als eine Millionen registrierte Flüchtlinge. Für ein Land mit vier Millionen Einwohnern kaum zu stemmen. Darüber hinaus leidet das Land unter Korruption und einem ineffizienten Verwaltungssystem. Ein vor kurzem veröffentlichter Dokumentarfilm der Heinrich-Böll-Stiftung bezeichnete den arabischen Mittelmeerstaat als „tickende Zeitbombe“.

(Foto: AP)
Vor nicht allzu langer Zeit herrschte im Libanon Krieg
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Der Libanesische Bürgerkrieg dauerte von 1975 bis 1990 und forderte etwa 90.000 Todesopfer. In dieser Zeit flohen rund 800.000 Libanesen aus dem Land. Im Jahr 2006 befand sich der Libanon für 33 Tage im Krieg mit Israel, nachdem die islamische Miliz Hisbollah eine Militärbasis in Israel mit Raketen angegriffen hatte, worauf Israel wiederum mit Luftangriffen reagierte.

(Foto: dpa)
Jordanien: Durch die Flüchtlingskrise auf internationale Hilfsgelder angewiesen
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Auch Jordanien ist von der Flüchtlingskrise besonders stark betroffen. In dem syrischen Nachbarland befinden sich 600.000 Syrer sowie 60.000 Iraker. Für ein Land mit 6,6 Millionen Einwohnern nicht finanzierbar. Jordanien ist somit auf internationale Hilfsgelder angewiesen, die jedoch nur schleppend fließen.

(Foto: dpa)
Jordanische Militärparade
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Nach der Staatsgründung Israels im Jahre 1948 sowie dem Sechs-Tage-Krieg 1967 wurde Jordanien zum Aufnahmeland für palästinensische Flüchtlinge. Heute sind schätzungsweise die Hälfte der Jordanier palästinensischer Abstammung. Jordanien ist stark von Energieimporten abhängig: Wichtig ist besonders Erdgas, das Ägypten bisher zu Vorzugspreisen geliefert hat. Da durch die Anschläge auf die Erdgaspipeline auf dem Sinai nur noch sehr eingeschränkt Erdgas von dort bezogen werden kann, muss Jordanien seither Schweröl und Diesel aus der Region zu Weltmarktpreisen zukaufen – mit Auswirkungen auf den Staatshaushalt. 2015 betrug die Staatsverschuldung 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, 2011 waren es noch 71 Prozent gewesen. Zudem macht eine hohe Arbeitslosenquote dem Land zu schaffen.

(Foto: dpa)
Felsenstadt Petra
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Die verlassene Felsenstadt Petra gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist von großer Bedeutung für den jordanischen Tourismus. Wasser ist in Jordanien ein rares Gut: Das Königreich gehört zu den fünf wasserärmsten Ländern der Welt.

(Foto: dpa)

Seit Donnerstag durften die Banken neue Scheine mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen im Wert von 500 und 2000 Rupien das Stück ausgeben, jedoch nur in sehr begrenztem Umfang. Die alten Scheine dürfen nur bis Ende Dezember gegen neues Geld eingetauscht werden. Größere Beträge müssen auf ein Bankkonto eingezahlt werden oder verfallen. Geldautomaten sollten von Freitag an zunächst maximal 2000 Rupien – 27 Euro – pro Tag und Person ausgeben.

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    Am ersten Arbeitstag nach der Änderung hatten sich Hunderte Kunden vor fast jeder Filiale in den großen Städten gedrängt. Bereits um die Mittagszeit hatten die meisten Geldinstitute kein Bargeld mehr vorrätig.

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