Nachfolgesuche bei SNB Wer wird neuer Hüter des Franken?

Nach dem Rücktritt von Philipp Hildebrand wegen der Devisenaffäre, braucht die Schweizerische Nationalbank einen neuen Präsidenten. Josef Ackermann als möglicher Kandidat würde an einer Altersbeschränkung scheitern.
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Thomas J. Jordan gilt als Favorit für das Spitzenamt bei der Schweizer Notenbank. Quelle: dpa

Thomas J. Jordan gilt als Favorit für das Spitzenamt bei der Schweizer Notenbank.

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ZürichDie Währungshüter in der Schweiz haben im Herbst 2011 ihr Wort gegeben: Der Franken werde nicht unter die Grenze von 1,20 Franken zum Euro fallen. Mit dem Rücktritt des Präsidenten nach umstrittenen Devisentransaktionen am Montag soll diese Garantie weiterhin glaubwürdig eingehalten werden. Die schnelle Ernennung eines Nachfolgers hat daher für die Institution große Bedeutung.

Spekulationen, dass der noch bis Mai amtierende Deutsche Bank-Vorstandschef und Schweizer Josef Ackermann in Frage käme, schiebt wohl die reguläre Altersgrenze von 65 Jahren der Schweizerischen Nationalbank einen Riegel vor: Ackermann wird im Februar 64 Jahre alt.

Noch am Dienstag sollte der Bankrat, das Aufsichtsgremium der Schweizerischen Nationalbank (SNB), tagen. Die elf Mitglieder wollten das Prozedere für die Nachfolgersuche besprechen, denn normalerweise ist ein Vorlauf von vier Monaten vor dem Austritt eines Direktoriumsmitglieds vorgesehen. Ein Ernennungsausschuss ist für die Suche nach Kandidaten zuständig, der Rat dann für die Ernennung.

Neben der Besetzung des vakanten Postens im dreiköpfigen Direktorium der SNB dürfte auch die Suche nach dem dauerhaften Nachfolger Hildebrands auf der Tagesordnung stehen. Über die Besetzung des Präsidentenpostens entscheidet allerdings die Schweizer Regierung.

Ein Sprecher des Finanzministeriums machte keine weiteren Angaben zum Nachfolge-Procedere. Es sei möglich, dass die Regierung schnell jetzt einen dauerhaften Präsidenten ernenne und dann mit der Nominierung eines dritten Direktoriumsmitglied warte. Es sei aber genauso vorstellbar, dass beide Personalien auf einmal beschlossen würden.

Beobachter vermuten, dass die Regierung sich rasch für einen dauerhaften Nachfolger für Hildebrand entscheiden wird, um Ruhe in die Notenbank zu bekommen. Wer das dritte Direktoriumsmitglied wird, steht in der Tat nicht so im Fokus der Weltöffentlichkeit.

Als Favorit für das wichtigste Amt gilt der bisherige Stellvertreter Hildebrands, Thomas J. Jordan. Er hat zunächst vorübergehend die Führung übernommen. Jordan sicherte bereits zu, dass das Direktorium unabhängig vom Abgang des Präsidenten die bisherige Geldpolitik weiter verfolgen werde. Der Euro lag zum Franken am Dienstagvormittag mit 0,1 Prozent leicht im Minus und notierte bei 1,2113 Franken.

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