Negativzinsen EZB-Direktor streitet mit Deutsche-Bank-Chef Cryan

Die Niedrigzinsen im Euro-Raum helfen den Banken mehr als sie schaden, sagt EZB-Direktor Benoit Coeuré. Deutsche-Bank-Chef John Cryan hält dagegen und warnt vor den Folgen für die Finanzbranche.
Update: 02.03.2016 - 13:58 Uhr 15 Kommentare
Glaubt, dass die Banken unter dem Strich von Niedrigzinsen profitieren. Quelle: Reuters
EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré

Glaubt, dass die Banken unter dem Strich von Niedrigzinsen profitieren.

(Foto: Reuters)

FrankfurtIn Frankfurt prallten heute zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite die Europäische Zentralbank (EZB) und ihr Direktor Benoit Coeuré – auf der anderen die Banken, vertreten durch Deutsche-Bank-Chef John Cryan.

Beide kommen zu höchst unterschiedlichen Urteilen, wenn es um die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der EZB auf die Banken geht. „Wir müssen die Aussage korrigieren, dass die Probleme der Banken vor allem mit der Geldpolitik zu tun haben“, sagte Coeuré. Die extrem niedrigen Zinsen seien durch das verhaltene Wachstum und die Inflation gerechtfertigt. Im Februar waren die Preise in der Euro-Zone nach erster Schätzung um 0,2 Prozent gefallen.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan dagegen warnte: „Wenn die Zinsen negativer werden, dann werden die Verluste [für die Banken] größer.“ Die Finanzinstitute könnten die Verluste jedoch nicht länger tragen. Er sage dies bewusst in Richtung von Coeuré .    

Der Streit auf dem Finanztag der „Süddeutschen Zeitung“ in Frankfurt kommt zu einem pikanten Zeitpunkt. In der kommenden Woche berät der Rat der EZB über eine Anpassung der Geldpolitik. Eine weitere Lockerung gilt dabei als wahrscheinlich. Mögliche Optionen sind: Eine Senkung des Einlagenzinses oder eine Ausweitung der monatlichen Anleihekäufe der Notenbank.

Schon jetzt liegt der Einlagenzins im Euro-Raum bei minus 0,3 Prozent. Das heißt: Banken, die über Nacht Geld bei der Notenbank parken wollen, müssen dafür eine Strafe zahlen. Das sorgt in der Branche für heftige Kritik. Die EZB will mit dem negativen Einlagenzins die Geldhäuser dazu animieren, ihre überschüssige Liquidität für die Kreditvergabe zu verwenden, statt sie bei der Notenbank zu parken.

Das soll die Effektivität ihres Anleihekaufprogramms verbessern. Aktuell kauft die EZB jeden Monat für 60 Milliarden Euro hauptsächlich Staatsanleihen der Euro-Länder. Das dadurch geschaffene Geld landet jedoch hauptsächlich wieder bei der Notenbank, weil die Banken es dort parken.     

Banken könnten Kosten weiterreichen
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15 Kommentare zu "Negativzinsen: EZB-Direktor streitet mit Deutsche-Bank-Chef Cryan"

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  • Coeuré ist ein falscher Fuffziger. Er weiss nur zu genau, daß die Kreditnachfrage viel zu gering ist, als das die Massen an ständig frischen Kapital von den Banken in der realen Wirtschaft untergebracht werden können. Und wo sollen die sonst hin damit, denn Geschäfte auf eigene Rechnung dürfen sie ja nicht mehr betreiben. Coeuré übertüncht mit seiner Aussage nur die Hilflosigkeit der EZB - die andererseits allerdings damit die Südstaaten in der WU mit billigem Geld versorgt. Staatsfinanzierung ist der EZB aber verboten.

  • Sie weist zum Jahresende 2013 ein Volksvermögen von 12,6 Billionen Euro aus – ein neuer Rekord. Gegenüber dem Ausland bestand eine Nettogläubigersituation (Forderungen minus Verbindlichkeiten) von 876 Milliarden Euro – mehr als jemals zuvor in diesem Jahrhundert. Die privaten Haushalte besitzen ein Reinvermögen von 9,7 Billionen Euro.

  • @Rainer von Horn - die momentane preisstabilität ist ein vorteil für den verbraucher und nicht nur für den unternehmer. was nützen hohe einnahmen dem verbraucher oder sparer wenn dies durch die inflationsrate (preissteigerung) wieder zunichte gemacht wird. unser problem sind die enorm hohen staatsschulden in den händen weniger. die umverteilung von einkommen und vermögen stimmt in diesem land nicht mehr und nicht nur in diesem land. dabei haben alle parteien versagt. die grünen ganz besonders. bei dem personal bei den grünen kann an auch nichts anderes erwarten. die roten und die schwarezne haben die bevölkerung über ihr tun ja nie im unklaren gelassen und wurden trotz alledem gewählt. insofern ist der bürger nicht ganz unschuldig an dem ganzen desaster. politik wird von politikern gemacht. auch schlechte politik. leider.

  • @Herr Gramm
    Ich finde, das ist nicht egal, da der kleine Sparer hier um Einnahmen gebracht wird. Und die niedrigen Zinsen kommen auch nicht nur dem Staat zu Gute...

    "Die Unternehmen im Euroraum profitieren einer Studie zufolge teils erheblich vom Zinstief. Die reine Zinsersparnis auf Bankkredite belaufe sich für Januar 2009 bis Dezember 2015 auf gut 400 Milliarden Euro, rechnete der Chefvolkswirt der Direktbank ING-Diba, Carsten Brzeski, vor."

    Quelle:
    http://www.focus.de/finanzen/news/banken-unternehmen-im-euroraum-sparen-dank-minizinsen-milliarden_id_5318690.html

    Minizinsen und Negativzinsen sind nichts anderes als -wieder einmal- eine massive Umverteilung von unten nach oben.

  • es ist doch völlig egal ob positive zinsen oder neagtive. negative zinsen entlasten den staatshaushalt und positive belasten ihn. ein zinsniveau von ca. 3% würde den staatshaushalt um ca. 60 bis 70 milliarden an zinsen belasten. die schwarze null wäre dann nur noch makulatur. der negative zins oder nahe null zins belastet die sparer und anleger und herr schäuble kann dann noch von einer schwarzen null fantasieren. bei einem positiven zins müsste dieser über der inflationsrate liegen damit sich dies für den sparer oder anleger noch rechnet. egal wie man das ding dreht, die schuldenorgie veranlasst durch verantwortungslose politiker in den letzten jahrzehnten zeitigt jetzt ihre folgen. den verantworlichen politikern tut es ja nicht weh, sie werden ja vom steuerzahler üppigst alimentiert der durch deren verantwortungslose politik in die altersarmut getrieben wird und wurde. seriöse politik sähe anders. bei dem personal darf man aber diesen anspruch nicht stellen.

  • Die nä. deutlichen Wirtschaftsabschwünge -gleich welche Auslöser das sein mag- werden tiefere und sichtbare Spuren hinterlassen, als es den meisten lieb sein wird.

    Die Quittung einer verfehlten Politik, gemixt mit Hulitkulti in der Gesellschaft und steigender Kriminalität und langen Warteschlangen in den Jobcentern und Essenausgaben werden so manche Menschen gerne die Hochs der 80/90er haben wollen.

    Altersarmut ist für viele Arbeitnehmer heute schon festzementiert, insbesondere wenn sie nur von einer mickrigen Rente abhängig sind. Und diejenigen die sich nicht in die digitale Volkswirtschaft durch mangelnde Bildung und Sprachkenntnisse integrieren lassen wollen und können.

    Noch wird durch die Wirtschaftskraft und die sprudelnden Steuerquellen alles andere überdeckt und die Politik kann durch den Geldfluss viele Bereiche mit Problemen mit Gelder kaschieren.

    Alles wir ein Ende haben. Schengen jetzt schon.

  • Hallo Herr Falk,

    noch einmal vielen Dank für Ihre Einschätzung von vor zwei Wochen.

    Sie sagten:" Herr Spiegel, Sie sind doch ein schlauer Mensch...." und rieten mir Puts zu kaufen.

    Bei einem Daxstand von 8.700 !!!!!

    Ich bedankte mich bei Ihnen und nahm Sie als Kontraindikator, Sie wissen davon....ich kaufte natürlich Calls

    Stand heute : PLUS 1.000 Punkte

    Prozentual auszudrücken wäre anmaßent.....

    Nochmals Danke !

  • Tja, die arbeiten schliesslich noch hart und machen sich nicht so einen Lenz wie der Spiegel....

  • Mann, mann, mann

    da sitzt man mittags gemütlich beim Italiener, kommt zurück, und schon haben alle Verdächtigen schon wieder gepostet.
    Unser " ich werde immer gelöscht Marc" und sogar unser X_TRADER, der ist sich auch zu nichts zu schade, unser Held....LOL

  • Die Niedrigzinsen im Euro-Raum helfen den Banken mehr als sie schaden, sagt EZB-Direktor Benoit Coeuré. Deutsche Bank Chef John Cryan hält dagegen und warnt vor den Folgen für die Finanzbranche.

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    GELD IST ZUM ZIRKULIEREN DA UND NICHT ZUM PARKEN !

    Längst hatte man bereits in den 80er Jahren festgestellt dass es in dem USA besser wäre wo jeder sein eingenommenen Einkommen sofort ausgegeben hatte und somit die Konjunktur ankurbelte.

    Eigene Märkte wurden dadurch gefördert...und was gefördert wird...hat auch eine Chance sich durch Verbesserungen sich selbst weiter zu entwickeln.

    WAS MACHT ABER DEUTSCHLAND ???

    Das " AUTO " ist in Deutschland eines der wichtigste Sparten die sehr viel zum BIP von Deutschland beiträgt.

    Also werden in Deutschland regelmäßig Autos hergestellt ?

    WARUM KANN MAN DANN ETWA BEI Focus-Online lesen :

    Zitat:"BMW kauft seine Zellen fast ausschließlich beim südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung ein, baut die einzelnen Teile der Batterien für Elektroautos und Hybrid-Modelle aber selbst zusammen. Beim heutigen Stand der Zellentwicklung sei es auch in Deutschland nicht sinnvoll, Geld in weitere Kapazitäten für die Fertigung zu stecken, sagte Draeger.
    BMW zufolge würde die Entwicklung aber schneller voranschreiten, wenn Elektroautos und Hybride stärker gefördert würden. Darüber verhandelt die Autoindustrie gerade mit der Bundesregierung. "...Zitat-ende.

    WARUM BATTERIEN AUS DEM AUSLAND ?

    SUCHT EUROPA NICHT HÄNDERINGEND NACH ARBEITSPLÄTZEN FÜR 30 MILLIONEN EU-ARBEITSLOSEN ?

    Aber dann sogar die EU-Staatsangehörigkeit in Portugal vergeben wenn jemanden da kommt der Arbeitsplätze beschafft für mehr als 10 Arbeitnehmer ?

    VIELLEICHT HABEN JETZT FLÜCHTLINGE IDEEN UM DIE ARBEITSLOSIGKEIT IN EUROPA ABZUSCHAFFRN ?

    Die erste und beste Idee wäre das EU-PARLAMENT ABSCHAFFEN...DANN SPART EUROPA VIEL GELD UND SPRICHT SICH NICHT NOCH MEHR KAPUTT DURCH EIGENE EUROPÄISCHE POLITIKER !


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