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Premium Nobelpreisträger Joseph Stiglitz „Die Euro-Krise ist noch nicht vorbei“

Der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger hält die Schulden-Krise in Europa noch lange nicht für überstanden. Im Interview erklärt er zudem, warum er keinen Grund für eine Zinswende in den USA sieht – und warum er sich über Wolfgang Schäuble ärgert.
15.09.2015 - 18:27 Uhr
„Die Troika liegt mit ihren optimistischen Prognosen so weit daneben, dass sie in meinen Prüfungen an der Universität regelmäßig durchgefallen wäre.“ Quelle: AFP
Joseph Stiglitz

„Die Troika liegt mit ihren optimistischen Prognosen so weit daneben, dass sie in meinen Prüfungen an der Universität regelmäßig durchgefallen wäre.“

(Foto: AFP)

Berlin Der Weltökonom hat alle Hände voll zu tun. Zu unserem Interview am Spreeufer trägt Joseph Stiglitz nicht nur seine beiden neuesten Bücher unter dem Arm, sondern auch ein fast 120 Seiten dickes grünes Heft mit dem Titel „Rewriting the Rules of the American Economy“. Das, so hofft der 73-jährige Amerikaner, wird das Wirtschaftsprogramm des nächsten US-Präsidenten. Geschrieben hat es Stiglitz natürlich selbst.

Professor Stiglitz, Sie haben kürzlich nach einem Abendessen mit Wolfgang Schäuble gesagt: „Mein Herz ist bei den Griechen, insbesondere nachdem ich Schäuble getroffen habe.“ Was ist beim Abendessen schiefgelaufen?
Es ist nicht wirklich etwas schiefgelaufen. Schäuble ist kein Ökonom und denkt sehr legalistisch.

Und das ist schlecht?
Ein Ökonom würde verstehen, dass eine Austeritätspolitik tödlich endet.

Gilt das immer und überall?
Fast immer. Die Primärüberschüsse (Haushaltsüberschuss ohne Schuldendienst), die die Troika jetzt den Griechen verordnet hat, werden die Depression dort noch verschlimmern.

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