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Notenbank EZB-Direktor sieht Milderung der Strafzinsen für Banken skeptisch

Benoit Coeure sieht keine geldpolitischen Gründe dafür, die negativen Einlagezinsen zu stoppen. Diese seinen nicht der Grund für die niedrige Zinslage.
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Der Direktor der EZB sieht zur Zeit keinen geldpolitischen Handlungsbedarf gegen die Tiefzinsen. Quelle: dpa
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Der Direktor der EZB sieht zur Zeit keinen geldpolitischen Handlungsbedarf gegen die Tiefzinsen.

(Foto: dpa)

Berlin, FrankfurtEZB-Direktor Benoit Coeure hat sich zurückhaltend zu einer Entlastung der Banken von den schädlichen Folgen der jahrelangen Tiefzinsen geäußert. „Ich finde die Intensität der Diskussion überraschend, weil sie sich auf einen engen Aspekt unserer Geldpolitik fokussiert“, sagte Coeure der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Dienstag.

Die negativen Einlagenzinsen seien nicht das größte Problem. Ihr Beitrag zu niedrigen Bankgewinnen sei begrenzt. Die Banken sollten mehr über ihre Kosten nachdenken.

Zur Wachstumsverlangsamung in der Euro-Zone sagte der Franzose, es sei sehr unsicher, wie lange und wie stark die Abschwächung sein werde. Die Unsicherheit habe politische Gründe. „Das Wachstum kommt nur dann in der zweiten Jahreshälfte zurück, wenn sich Lösungen beim Handelsstreit abzeichnen“, sagte Coeure.

Der negative Einlagenzins sei nicht der wichtigste Faktor dafür, dass die Zinsen so niedrig seien. „Wenn wir etwas ändern, muss es einen geldpolitischen Grund dafür geben. Im Augenblick sehe ich das geldpolitische Argument für eine Staffelung nicht.“

Banken in der Euro-Zone müssen schon seit längerem Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Liquidität bei der EZB horten. Seit März 2016 liegt der Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent.

Vor allem Institute in Nordeuropa hatten geklagt, die lange bestehenden Negativzinsen würden ihre Erträge bremsen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass die Nebenwirkungen der tiefen Zinsen geprüft werden könnten.

Allerdings müsse sich die Europäische Zentralbank die Entwicklung genau ansehen, sagte Coeure. Von der Staffelung würden vor allem die Banken mit hoher Überschussliquidität profitieren, von denen viele in Frankreich und Deutschland säßen, wo die Kreditvergabe ohnehin schon hoch sei. „Es gibt also bisher keinen Beweis, dass der negative Einlagenzins schlecht für die Kreditvergabe ist. Eher umgekehrt.“

  • rtr
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