Notenbank Vizechef der Bank of England will es bei Zinsen ruhig angehen lassen

Jon Cunliffe hat Zweifel an der Prognose, dass die Löhne stark steigen werden. Deswegen fordert der Vize der Bank of England, die Leitzinsen nicht zu hastig zu erhöhen.
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Notenbankchef Carney hatte zuletzt die Spekulationen um eine Leitzinserhöhung angeheizt. Sein Vize Cunliffe nimmt nun die Luft raus. Quelle: Bloomberg
Jon Cunliffe (l.) und Mark Carney

Notenbankchef Carney hatte zuletzt die Spekulationen um eine Leitzinserhöhung angeheizt. Sein Vize Cunliffe nimmt nun die Luft raus.

(Foto: Bloomberg)

LondonDer Vizechef der britischen Notenbank will bei einer Zinserhöhung nichts überstürzen. Es gebe weiterhin Argumente dafür, es bei der geldpolitischen Straffung ruhig angehen zu lassen, sagte der für Finanzstabilität zuständige Währungshüter Jon Cunliffe am Freitag im englischen Kendal.

Er begründete dies unter anderem damit, dass es bislang nur in begrenztem Umfang Hinweise darauf gebe, dass die Löhne so stark stiegen wie von der Zentralbank prognostiziert. Notenbankchef Mark Carney hatte jüngst gesagt, Wirtschaftsdaten erfüllten ihn mit „größerer Zuversicht“ und hatte damit Spekulationen auf eine Erhöhung im August neue Nahrung gegeben.

Die Bank of England (BoE) beließ den Leitzins im Juni zwar bei 0,5 Prozent. Doch drei der neun Führungsmitglieder votierten für eine Anhebung – darunter der einflussreiche Chefvolkswirt Andy Haldane.

An den Märkten wird daher spekuliert, dass es im nächsten Monat zu einer Straffung kommen könnte. Cunliffe hatte gegen die jüngste Zinserhöhung der BoE im November gestimmt.

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