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Ardo Hansson

Ardo Hansson, der Chef der estnischen Notenbank, hält wenig von Kryptowährungen.

(Foto: Bloomberg)

Notenbanken Alternative zu Bargeld: Nur zwei Länder können sich Krypto-Cash vorstellen

Eine Umfrage zu digitalen Währungen zeigt eine große Zurückhaltung der Notenbanken. Bei den Ländern, die sich Krypto-Bargeld vorstellen können, spielt die Blockchain-Technologie keine Rolle.
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FrankfurtArdo Hansson ist bekannt dafür, dass er seine Meinung klar und deutlich äußert. Kürzlich bestätigte er seinen Ruf. Bei einer Konferenz in Riga nannte der Chef der estnischen Notenbank Kryptowährungen „kompletten Unsinn“, wie Nachrichtenagenturen berichten. „In ein paar Jahren werden wir uns fragen, wieso wir jemals an dieses Märchen geglaubt haben“, fügte Hansson hinzu.

Auf den ersten Blick ist das Statement erstaunlich. Denn ausgerechnet in Estland, einem Land mit starkem Engagement in digitalen Themen, gab es Überlegungen, eine entsprechende Währung mit Namen „Estcoin“ zu schaffen.

Allerdings war das eine Idee der Politiker, nicht der Notenbank. Und es wurde nie klar, was dieser Estcoin genau sein soll.

Hanssons Skepsis ist typisch für Notenbanker. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat weltweit Zentralbanken zu dem Thema befragt. Davon haben 63, die rund 80 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren, geantwortet.

Aber in nur zwei Ländern, Schweden und Uruguay, gibt es ernsthafte Pläne, die heimische Währung in digitaler Form dem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen.

Also in einer Form, die man als Krypto-Cash oder digitalen Cash bezeichnen kann: als Alternative zu Bargeld, nicht als eigenständige Währung. Die meisten anderen Notenbanken beschäftigen sich zwar auch mit dem Thema. Aber sie betreiben eher Forschung oder experimentieren mit Konzepten, die für den Zahlungsverkehr unter Banken oder die Verwaltung von Wertpapieren geeignet sind.

Interessant dabei: Uruguay setzte bei einem mittlerweile abgeschlossenen Pilotprojekt nicht auf die Technik der Blockchain, die durch die Bitcoin bekannt wurde. Die technische Basis ist also nicht eine auf viele Nutzer verteilte, überall identische Software, sondern eine zentrale Plattform. Die Zentralbank hat im April 2018 insgesamt 20 Millionen E-Pesos, die exakt den Banknoten entsprachen, ausgegeben und später wieder eingesammelt.

Das digitale Bargeld soll unter anderem die finanzielle Inklusion erleichtern. Es kann ohne Kreditkarte, Bankkonto oder auch nur Internet direkt aufs Smartphone heruntergeladen werden, um von dort damit zu bezahlen. Zurzeit überlegt das Land, ob und wie es das Projekt fortführen will.

Die E-Krona der Schweden ist schon länger bekannt, aber noch nicht wirklich gestartet. Die Motivation in Schweden ist vor allem, dass Bargeld immer mehr an Bedeutung verloren hat. Wie zu hören ist, behandelt die Regierung dort das Projekt zögerlicher als die Notenbank.

Offenbar denken auch die Schweden über eine zentrale Plattform nach, weil sie die Blockchain-Technik für bisher nicht ausgereift für eine groß angelegte Anwendung halten. In Schweden gibt es allerdings bereits ein System, mit dem Geld von Bankkonten in Sekundenschnelle, ohne Zwischenschaltung einer Kreditkarte, überwiesen werden kann.

Die BIZ macht in ihrer Übersicht deutlich, dass digitaler Cash in sehr verschiedenen Varianten daherkommen kann. Anders als häufig unterstellt, ist es etwa bei den Konzepten in Schweden und Uruguay nicht notwendig, dass die Zentralbanken Konten für alle Bürger anbietet.

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