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Notenbanken Fed-Chef Jerome Powell verlängert Kreditprogramme

Die US-Notenbank zeigt, dass sie nach wie vor die Wirtschaft massiv unterstützt. Die geldpolitische Sitzung am Mittwoch dürfte aber kaum Neuigkeiten bringen.
28.07.2020 - 16:17 Uhr 1 Kommentar
Beide unterstützen die US-Wirtschaft mit großen Programmen. Quelle: AP
Fed-Chef Jerome Powell (links) und Finanzminister Stephen Mnuchin

Beide unterstützen die US-Wirtschaft mit großen Programmen.

(Foto: AP)

Frankfurt Die US-Notenbank (Fed) hat fünf Kreditprogramme bis Jahresende verlängert, die sie im Zusammenhang mit der Coronakrise gestartet hat. Es handelt sich um Hilfen für den Markt der Unternehmensanleihen, eine Unterstützung von Lohnfortzahlungen und direkte Geschäftskredite.

Ein Programm zur Hilfe für Kommunen läuft ohnehin bis zum 31. Dezember. Ein weiteres zur Stützung von Commercial Papers, also kurzfristigen Schuldverschreibungen von Unternehmen, ist sogar bis zum kommenden März durchgeplant.

Die Verlängerung der Programme, die sonst im September ausgelaufen wären, kommt nicht überraschend. Michael Feroli, Ökonom bei JP Morgan, hatte sie bereits erwartet. Seiner Meinung ist bei finanziellen Hilfen der Regierung die Gefahr größer als bei der Fed, dass sie zu früh auslaufen und damit einen negativen „Klippeneffekt“ für die Konjunktur erzeugen.

Ökonomen erwarten ansonsten von der Fed Ruhe mitten im Sturm. Wenn Fed-Chef Jerome Powell nach der geldpolitischen Sitzung vor die Presse tritt, wird er aller Wahrscheinlichkeit keine Veränderungen ankündigen. Interessant könnten allenfalls seine allgemeinen Kommentare werden.

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    Somit bleibt der Leitzins bei einer Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent, also auf dem niedrigsten Stand, ohne ins Minus zu gehen, die Powell ablehnt. Außerdem werden weiterhin jeweils für 80 Milliarden Dollar Staatsanleihen und für 40 Milliarden öffentlich garantierte verbriefte Immobiliendarlehen gekauft. Genauere Angaben, wie es weitergehen soll, gibt es voraussichtlich erst im September.

    Große Verunsicherung

    Birgit Henseler, Zinsexpertin bei der DZ Bank, hofft: „Es dürfte interessant werden, wie die Notenbank die wirtschaftliche Situation in den USA einschätzt. Erneut steigende Corona-Fallzahlen führen zu großer Verunsicherung und könnten die wirtschaftliche Erholung abbremsen.“ Sie betont: „Besonders der Dienstleistungssektor ist weiterhin stark betroffen.“

    Fed-Experte Brian Gardner vom Researchhaus KBW erwartet, dass Powell die Regierung zu großzügiger Finanzpolitik auffordert. Feroli hält es für möglich, dass er ein paar Worte über die seit langem stattfindende Strategiedebatte verliert, die durch die Hektik der Coronakrise erst einmal unterbrochen wurde.

    Eine mögliche Änderung könnte sein, dass nach einer längeren Zeit sehr niedriger Inflation ein Überschreiten des Ziels von zwei Prozent für eine ausgedehntere Periode tolerierbar wäre. Diese Diskussion hat schon vor Jahren begonnen, aber durch Corona ist sie noch wichtiger geworden.

    Denn eines von mehreren möglichen Szenarien ist, dass durch die starke Staatsverschuldung die zurzeit sehr niedrige Inflation mittelfristig doch angehoben wird. Dann wäre es gut für die Notenbank, etwas Spielraum zu haben und nicht zu einer zu frühen Straffung gezwungen zu sein.

    Denn die könnte das Wachstum abwürgen, das gebraucht wird, um aus der Verschuldung herauszukommen. Powell wird sich aber in dem Punkt am Mittwoch kaum näher festlegen.

    Mehr: Wie die Fed durch Trump bedroht wird

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    1 Kommentar zu "Notenbanken: Fed-Chef Jerome Powell verlängert Kreditprogramme"

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    • Nich nur Helikopter-Geld wäre nötig, seitens der Fed, sondern auch die Aussetzung von Zinsen für Firmen und Private und Aussetzung von Kreditkündigungen. Zeitraum: 2 Jahre. Die Konsumenten, und darauf kommt es in USA besonders an, müssen nach wie vor konsumieren, sonst droht der Kollapps. Auch hartgesottenen Markt-Radikalen wird derzeit klar, dass jeder vierte Job davon abhängt, dass wir Dinge konsumieren, die wir nicht wirklich brauchen. Diese Anfälligkeit haben wir dem ökonomischen Denken zu verdanken, das jahrzehntelang den öffentlichen Sektor vernachlässigt hat. Notenbanken sollten daraus lernen und künftig die Infrastruktur ihrer Länder finanzieren, das Geld schöpfen und die Rechnungen direkt bezahlen, ohne Umwege mittels Bonds. Rückzahlung entfällt somit. Inflation kann dies kaum erzeugen, denn Konsumgüter-Produzenten können umgehend mehr Waren produzieren. Die vielen Arbeitslosen drücken die gewerkschaftlichen Begehrlichkeiten und Forschung (staatlich) und Entwicklung (Firmen) generieren Produktivitätswachstum in den Unternehmen und somit Gewinne. Der erfolgreiche Kapitalismus sollte richtig genutzt werden, indem die Schaffung öffentlicher Güter zur Stimulierung von Wachstum genutzt wird und so die Fragilität reduziert wird. Antifragilität!

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