Preisblasen EZB-Vizechef mahnt zur Wachsamkeit

Auch im Falle einer Neujustierung der Geldpolitik der EZB sind die Risiken für das Finanzsystem allgegenwärtig. Der Vizechef der europäischen Zentralbank fordert deshalb eine Forcierung der Überwachungsaufgaben.
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Der EZB-Vizechef warnt vor neuen Preisblasen an den Märkten. Quelle: AP
Vitor Constancio

Der EZB-Vizechef warnt vor neuen Preisblasen an den Märkten.

(Foto: AP)

LissabonEZB-Vizechef Vitor Constancio hat zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber den Gefahren neuer Preisblasen an den Märkten gemahnt. Da die Geldpolitik der EZB auch im Falle einer Neujustierung weiterhin „sehr konjunkturstimulierend“ bleibe, müssten in Europa die Überwachungsaufgaben wesentlich ernster genommen werden als bisher, warnte Constancio am Dienstag in Lissabon. Da es auch in anderen Währungsräumen geldpolitisch stufenweise zu einer Neuausrichtung komme, müssten auch alle anderen Industriestaaten auf der Hut sein.

Er bezog sich dabei insbesondere auf die im Fachjargon als makroprudenzielle Aufsicht bekannten Aufgaben der Regulierungsbehörden. Diese verfolgen das Ziel, Risiken für das Finanzsystem frühzeitig aufzuspüren und nach Möglichkeit zu mindern. Falls diese Aufgaben nicht forciert würden, steige die Gefahr weiterer Finanzkrisen, die die Geldpolitik nicht abwenden könne, warnte der Stellvertreter von EZB-Chef Mario Draghi.

Die EZB werde bei einer „schrittweisen Neujustierung“ ihrer Geldpolitik ihren Teil dazu beitragen, dass an den Märkten keine Turbulenzen aufkämen. Doch seien Märkte bekanntermaßen unberechenbar und könnten überreagieren, betonte Constancio: „Insbesondere unter Bedingungen wie diesen mit vielen Risiken und einer lang andauernden Periode sehr niedriger Schwankungsanfälligkeit bei den Preisen für Vermögenswerten.“

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