Preise in Deutschland Inflationsrate verharrt bei 1,8 Prozent

Die Inflationsrate in Deutschland verharrt auch im September bei 1,8 Prozent. Das hat das Bundesamt für Statistik in Wiesbaden mitgeteilt. Besonders stark stiegen die Preise für Nahrungsmittel.
Update: 28.09.2017 - 14:29 Uhr 3 Kommentare
Preise in Deutschland: Inflationsrate verharrt bei 1,8 Prozent    Quelle: dpa
Verbraucherpreise

Das, was in den Warenkörben in Deutschland landet, wird zunehmend teurer – und drückt Verbrauchern auf die Stimmung.

(Foto: dpa)

BerlinDer Inflationsdruck in Deutschland bleibt im September unverändert hoch. Die Verbraucherpreise stiegen im Schnitt um 1,8 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Auch von Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet, dass die Inflationsrate auf dem August-Wert verharrt.

Zu den Preistreibern gehörten erneut Nahrungsmittel, die sich um 3,6 Prozent verteuerten. Die Energiepreise zogen binnen Jahresfrist um 2,7 Prozent an. Die Wohnungsmieten erhöhten sich um 1,7 Prozent.

Die Verbraucher müssen sich nach Ansicht führender Ökonomen auf stärker steigende Preise einstellen. Lag die Inflationsrate im vergangenen Jahr noch bei 0,5 Prozent, so dürfte sie sowohl 2017 als auch 2018 im Jahresschnitt bei 1,7 Prozent liegen und 2019 sogar bei 1,8 Prozent, wie aus dem Herbstgutachten für die Bundesregierung hervorgeht. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euro-Raum eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent an. Dieses Ziel verfehlt sie seit mehreren Jahren. Um die Preisentwicklung anzukurbeln, kauft die Notenbank monatlich für 60 Milliarden Euro vor allem Staatsanleihen der Euro-Länder. Angesichts der besseren Wirtschaftssausichten erwarten viele Ökonomen, dass sie die Käufe 2018 herunterfährt. Über den weiteren Kurs will die Notenbank auf ihrer nächsten Sitzung am 26. Oktober beraten. Zuletzt hatte sich Notenbankchef Mario Draghi auch zur Preisentwicklung etwas optimistischer geäußert. „Insgesamt werden wir zuversichtlicher, dass die Teuerung letztlich im Einklang mit unserem Inflationsziel steigt“, sagte Draghi am Montag vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments. „Aber wir wissen auch, dass eine sehr umfangreiche geldpolitische Unterstützung weiterhin erforderlich ist für den Aufwärtstrend.“

Wo Verbraucher aktuell sparen können
Heizöl
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Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im August 2017 um 1,8 Prozent höher als im August 2016. Damit zog die Inflationsrate den dritten Monat in Folge leicht an. Im Vergleich zum Juli 2017 stieg der Verbraucherpreisindex im August um 0,1 Prozent an. Ein wesentlicher Grund für den erneuten Anstieg der Inflationsrate ist die Entwicklung der Energiepreise. So ist im Vergleich zum Vorjahr besonders leichtes Heizöl teurer geworden – um 10,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat haben sich die Preise um 1,9 Prozent. Hingegen verbilligte sich Gas im Vorjahresvergleich um 2,9 Prozent.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Kraftstoffe
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Doch nicht nur Heizöl ist im Vergleich zum Vormonat teurer geworden – Kraftstoffe ebenso. Hier zogen die Preise um insgesamt 0,9 Prozent an (darunter Superbenzin: plus 0,7 Prozent; Dieselkraftstoff: plus 1,3 Prozent). Seit August 2016 haben sich die Kraftstoffpreise sogar um insgesamt 3,9 Prozent erhöht.

Bekleidung und Schuhe
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Bekleidung und Schuhe sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls teurer geworden. Im August 2017 zahlten Verbraucher fürs Outfit 2,7 Prozent mehr. Drastischer fällt die Preissteigerung im Vergleich zum Juli aus: Binnen eines Monats haben sich die Preise um 2,5 Prozent erhöht.

Pauschalreisen
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Um 1,3 Prozent günstiger geworden sind Pauschalreisen – zumindest im Vergleich zum Vormonat. Kein Wunder: Die Urlaubssaison neigt sich gen Ende. Im Vorjahresvergleich haben Pauschalreisen sich dagegen verteuert – um 2,5 Prozent.

Nahrungsmittel
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Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisaufschlag mit drei Prozent besonders deutlich aus.

Gemüse
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Der leichte Rückgang der Nahrungsmittelpreise im Vormonatsvergleich lässt sich durch die Preisentwicklung des Gemüses erklären. Es wurde mit einem Minus von 2,2 Prozent deutlich günstiger. Im Vergleich zum August 2016 gingen die Preise sogar um 4,5 Prozent zurück. Ohne Berücksichtigung der Preise für Energie und Nahrungsmittel hätte die Inflationsrate im August 2017 bei 1,6 Prozent gelegen. 

Speiseöle und -Fette
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Teurer als ein Jahr zuvor waren im August 2017 hingegen vor allem Speiseöle und -fette. Hier zogen die Preise um 28,1 Prozent an. Im Vergleich zum Vormonat verteuerten sich Speiseöle und -fette um 2,0 Prozent.

Bereits im August sind die Verbraucherpreise in Deutschland gestiegen – im Schnitt 1,8 Prozent zum Vorjahresmonat, im Juli waren es 1,7 Prozent. Nicht alle freut diese Entwicklung. So hat sich die Stimmung der deutschen Verbraucher zuletzt ein wenig eingetrübt, berichtet die Konsumforscher vom GfK-Institut. Das GfK-Barometer ging um 0,1 auf 10,8 Punkte zurück, und: „Hier dürfte die leicht anziehende Inflation eine Rolle spielen“, kommentiert GfK-Experte Rolf Bückl.

Die Inflation in Deutschland liegt nämlich etwas höher als der europäische Durchschnitt. Die Inflation in der Euro-Zone betrug zuletzt 1,5 Prozent und war damit noch weit von der EZB-Marke von zwei Prozent entfernt. Die geringen Teuerungsraten bereiten den Volkwirten zunehmend Kopfzerbrechen. Zuletzt äußerten sie die Sorge, dass sich die Verbindung zwischen Teuerung und Auslastung der Wirtschaft offensichtlich löse und die Arbeit der Zentralbanken schwieriger mache. Der österreichische EZB-Rat Ewald Nowotny stellt sogar infrage, ob das Inflationsziel der EZB realistisch sei.

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3 Kommentare zu "Preise in Deutschland: Inflationsrate verharrt bei 1,8 Prozent "

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  • nach ~ 10 Jahren der Niedrig bzw Null-Zins-Politik liegt die kumulierte Gerldentwertung bei :
    > 21%
    Selbst Lebensversicherungen wie die ERGO verkaufen nun hektisch Paulicen an Obskure teils auslaendische Investoren, insbesondere die LV-Paulicen der Hamburg-Mannheimer, um sich der noch verbleibenden
    Gewinnbeteiligung zu entziehen...bei den nun massiv anstehenden Auszahlungen in den naechsten 5 - 7 Jahren!!!

    Beschiss basierend auf den volksverdummenden Statistiken !!

    die Aktionaere wurden ueppig bedient, auf Kosten der Beitragszahler...!

    Bei Riesterrenten sieht's ebenso aus:
    (M) Arschmeier haat mit Hilfe von Schroeder die Sahne abgeschoepft, die Magermilch ebenfalls noch verarbeitet, so dass die Molke fuer die Einzahler uebrig bleibt!


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Es darf noch etwas mehr sein, dann vernichtet sie auch mehr!

    Das war bisher seit 2000 bis heute schon ganz gut.



    Ergebnisse:
    Inflationsrate p.a.: Historische %
    Zukünftiger Preis / Endpreis: 127.100,59 €
    Preissteigerung Gesamt: 27,10 %
    Kaufkraft zukünftig / zum Ende: 78.677,84 €
    Kaufkraftverlust Gesamt: -21,32 %

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