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Schweizer Banken 1,3 Milliarden Franken bei der Nationalbank geparkt

Die Schweizerische Nationalbank greift offenbar kaum am Devisenmarkt ein. Die Sichtguthaben bei der SNB steigen um 1,3 Milliarden Franken. Indes reagiert der Franken-Wechselkurs kaum auf das Referendum in Griechenland.
06.07.2015 - 15:59 Uhr Kommentieren
Thomas Jordan, Präsident der SNB, auf einer Pressekonferenz: Banken in der Schweiz haben in der vergangenen Woche bei der SNB gut eine Milliarde Franken mehr Geld geparkt Quelle: dpa
Schweizerische Nationalbank

Thomas Jordan, Präsident der SNB, auf einer Pressekonferenz: Banken in der Schweiz haben in der vergangenen Woche bei der SNB gut eine Milliarde Franken mehr Geld geparkt

(Foto: dpa)

Zürich Banken in der Schweiz haben in der vergangenen Woche bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gut eine Milliarde Franken mehr Geld geparkt. Experten zufolge lässt die am Montag veröffentlichte Statistik zu den Sichtguthaben den Schluss zu, dass die Notenbank trotz Eskalation der griechischen Schuldenkrise kaum am Devisenmarkt zur Schwächung des Franken intervenieren musste. Die SNB habe Eingriffe in der vergangenen Woche auf „homöopathische Dosen“ beschränkt, sagte Daniel Kalt, Chefökonom bei der UBS. Eine Sprecherin der Notenbank lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Sichtguthaben von Banken und Bund bei der SNB stiegen in der Woche zum 3. Juli auf 457,9 Milliarden Franken (gut 437 Milliarden Euro) von 456,6 Milliarden in der Woche davor. Die Entwicklung gilt als Indiz dafür, ob die Währungshüter am Devisenmarkt eingreift. Die Zentralbank kauft Euro und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut. Weil das mit zwei Tagen Verzögerung geschieht, können im veröffentlichten Wochendurchschnitt einige Transaktionen noch nicht erscheinen.

Eine Woche zuvor hatte die SNB auf die Eskalation in Griechenland mit Eingriffen reagiert und das entgegen ihrer Praxis danach auch bekanntgegeben. Devisenmarktinterventionen zur Schwächung des Frankens sind nach Einschätzung von Ökonomen zwar wirksam, blähen aber die Bilanz der Notenbank auf, die fast schon die jährliche Wirtschaftsleistung der Schweiz erreicht.

Die Gefahr einer weiteren massiven Bilanzausweitung war ein entscheidender Grund, dass die SNB den ebenfalls mit Devisenkäufen verbundenen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken im Januar aufgab. Die Notenbank setzt seither auf Negativzinsen um gegen die Franken-Stärke vorzugehen, die der exportorientierten Industrie und der Tourismusbranche zu schaffen macht. SNB-Präsident Thomas Jordan und seine beiden Direktoriumsmitglieder haben aber wiederholt betont, dass sie auch am Devisenmarkt intervenieren werden, sollte eine neue Geldwelle auf die Schweiz zurollen.

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    Für einen Euro werden aktuell 1,0440 Franken bezahlt, womit sich der Ausgang des Reform-Referendums in Griechenland kaum auf den Franken-Wechselkurs auswirkte . Händler spekulieren, dass die SNB bei einem Niveau von 1,03 Franken je Euro einschreitet.

    • rtr
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