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Das Präsidium der Schweizer Nationalbank

Fritz Zurbrügg, Thomas J Jordan und Andrea Maechler geben sich gelassen.

(Foto: AFP)

Schweizer Notenbank Warum die SNB fast 13 Milliarden Franken verloren hat – und die Schweizer trotzdem gelassen bleiben

Nicht nur die Aufwertung des Schweizer Frankens hat der Nationalbank einen satten Verlust beschert. Schuld ist auch der schwächere Goldpreis.
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ZürichDie Summe ist enorm: Im dritten Quartal machte die Schweizerische Nationalbank einen Verlust von 12,94 Milliarden Franken (11,35 Milliarden Euro). Das hat die SNB am Mittwoch mitgeteilt. Sorgen um ihre Solvenz muss sich die Notenbank deshalb aber nicht machen. Denn Schwankungen sind bei der SNB mehr oder weniger normal. „Das Ergebnis der Nationalbank ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig“, erklärte die SNB.

Die Notenbank der Schweiz zählt zu den großen Spielern am internationalen Kapitalmarkt. Damit der Kurs des Schweizer Franken nicht zu stark aufwertet, hatte sie in den vergangenen Jahren im großen Stil Franken gegen fremde Währungen getauscht und das Geld in Wertpapiere investiert. Ihre Devisenreserven wuchsen dadurch bis auf 763 Milliarden Franken an. Doch die enormen Fremdwährungspositionen machen die SNB auch anfällig für Schwankungen.

In den vergangenen Monaten hat der Franken wieder an Wert gewonnen. Denn Anleger, die sich vom Budgetstreit mit Italien oder dem Handelskonflikt zwischen den USA und China verunsichert fühlten, suchten einen „sicherern Hafen“ für ihr Vermögen. Dadurch wertete der Franken auf – und das beschert der Notenbank im dritten Quartal rund 10,5 Milliarden Franken Verlust auf ihre Fremdwährungspositionen.

Weil zugleich auch der Goldpreis nachgab, verloren zudem die Goldreserven der Notenbank um rund 2,8 Milliarden Franken an Wert. Mit ihren Frankenpositionen verdiente die Bank dagegen Geld: Der Gewinn lag bei rund 1,5 Milliarden Franken. Das liegt vor allem daran, dass die SNB Negativzinsen von Banken verlangt, die ihr Geld anvertrauen.

Der Verlust ist keine Überraschung

Der Milliardenverlust war erwartet worden. Notenbankchef Thomas Jordan und seine Mannschaft dürften ihn einigermaßen gelassen sehen. Schließlich hatte die Bank in den vergangenen Jahren auch enorme Gewinne ausgewiesen, wenn sich die Märkte positiv entwickelten. 2017 stand unterm Strich ein Plus von 54 Milliarden Franken. Doch solange die Notenbank ihre Kapitalanlagen nicht zu Geld macht, handelt es sich dabei ohnehin nur um Buchgewinne: Sie existieren nur auf dem Papier.

Auch die Anleger der Nationalbank dürften die Schwankungen entspannt sehen. Die SNB zählt zu einer Handvoll von Notenbanken, die an der Börse notiert sind. Doch der Gewinn, den die SNB an ihre Anleger ausschüttet, ist ohnehin gesetzlich gedeckelt: Maximal 15 Franken je Aktie sind an jährlicher Dividende drin. Und die Reserven der Notenbank sind mit 67 Milliarden Franken prall gefüllt.

Trotzdem zog die Notenbank mit ihrem Kurs in der Schweiz auch Kritik auf sich. Erst am vergangenen Wochenende hatte UBS-Chef Sergio Ermotti die Notenbank kritisiert. Ihre Anlagen seien größtenteils in fremde Währungen investiert.

„Wenn man da etwas ändern will, beeinflusst das sofort den Kurs des Frankens. Wenn der steigt, entstehen sofort Milliardenverluste, und die Exportwirtschaft ist bedroht“. Zudem fehle der Nationalbank der Handlungsspielraum für künftige Krisen, sagte Ermotti. „Können wir wirklich nochmals die Bilanz der Nationalbank erhöhen? Ich glaube nicht.“

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