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Schweizerische Notenbank Chef-Aufseher Hansueli Raggenbass tritt ab

Hansueli Raggenbass, der Präsident des Aufsichtsgremiums der Schweizerischen Nationalbank, tritt nicht zur Wiederwahl an. Ihm wird Fehlverhalten in der Affäre um den Ex-SNB-Chef Philipp Hildebrand vorgeworfen.
17.02.2012 - 20:33 Uhr Kommentieren
Hansueli Raggenbass' Ansehen ist in der Affäre um Ex-SNB-Chef Philipp Hildebrand ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Quelle: dpa

Hansueli Raggenbass' Ansehen ist in der Affäre um Ex-SNB-Chef Philipp Hildebrand ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden.

(Foto: dpa)

Zürich Der Präsident des Aufsichtsgremiums der Schweizerischen Nationalbank (SNB) macht einem Nachfolger Platz. Der für die Handhabung der Affäre um umstrittene Devisengeschäfte des SNB-Chefs Philipp Hildebrand kritisierte Hansueli Raggenbass tritt nicht zur Wiederwahl an. Einen neuen Bankrats-Präsidenten will die Schweizer Regierung auf der SNB-Generalversammlung vom 27. April bestimmen, teilte die Notenbank am Freitag mit.

Hildebrand war im Januar von seinem Posten zurückgetreten. Kritiker hatten ihm und seiner Frau Insidergeschäfte vorgeworfen. Die aus den USA stammende Kashya Hildebrand hatte in einer Zeit Dollar gekauft und verkauft, als die SNB versuchte, eine Abwertung des Schweizer Frankens herbeizuführen. Hildebrand war zurückgetreten, weil es ihm nicht möglich war zu beweisen, dass seine Frau ohne sein Wissen die Devisentransaktionen veranlasst hatte.

Im Zuge der Affäre um Hildebrand kam auch das elfköpfige Aufsichtsgremium aus Repräsentanten der Kantone sowie Wirtschaft und Gewerkschaft, unter Beschuss. Vor allem Raggenbass habe seine Aufsichtspflichten vernachlässigt und nicht für ein griffiges Regelement für Finanzgeschäfte der SNB-Spitze gesorgt, kritisierte die größte Partei des Landes, die Schweizerische Volkspartei (SVP).

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    Im April will der Bankrat der Regierung einen Kandidaten für die Nachfolge Hildebrands präsentieren. Gegenwärtig ist der Bankrat dabei, eine erste Kandidatenliste zu erstellen. Nach einem Auswahlverfahren legt das Gremium der Schweizer Regierung (Bundesrat) dann einen Vorschlag vor. Der Bundesrat ernennt schließlich das neue Direktoriumsmitglied. Möglicherweise gleichzeitig bestimmt die Regierung aus den Dreien den neuen Präsidenten. Als Favorit gilt der gegenwärtige Interims-Präsident Thomas Jordan.

    Der Führungswechsel bei der SNB fällt in eine heikle Phase. Angesichts der Euro-Krise ist ein erneuter Ansturm auf den ohnehin überbewerteten Franken möglich. Um die Wirtschaft zu schützen, hatte die SNB im vergangenen September eine Kursuntergrenze für den Euro von 1,20 Franken eingeführt und angekündigt, diese Marke mit aller Macht zu verteidigen. Sollten bei einem neuen Aufflackern der Krise wieder Anleger in den Franken drängen oder Hedgefonds die Standhaftigkeit der SNB testen wollen, müsste die Notenbanken unbegrenzt Euro kaufen. Daraus könnten Milliardenverluste für die SNB resultieren.

    • rtr
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