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Jay Powell

Der Notenbankchef deutet einen vorsichtigeren Ton bei der Geldpolitik an.

(Foto: Bloomberg)

Sitzung der US-Notenbank Auf diese drei Fragen muss Fed-Chef Powell Antworten liefern

Die US-Notenbank Federal Reserve wird die Zinsen wahrscheinlich nicht anheben. Trotzdem muss Fed-Chef Powell an diesem Mittwoch einige knifflige Frage beantworten.
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New YorkFed-Chef Jay Powell stellt sich nach der Zinsentscheidung an diesem Mittwoch den Fragen der Journalisten. Zwar gilt eine Zinserhöhung als ausgeschlossen. Dennoch verfolgen Anleger gespannt die Worte des Notenbank-Chefs.

Diese Fragen stehen im Fokus:

1. Wie steht es um die US-Wirtschaft?

Auf den ersten Blick ist die Lage rosig. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent sollte sich Notenbankchef Powell keine Sorgen um den Arbeitsmarkt machen. Und doch mahnte er zuletzt zur Vorsicht. Denn große Teile der US-Bevölkerung seien schlecht ausgebildet für die Jobs der Zukunft, würden unter der Opium-Krise leiden und vom Wirtschaftsboom nicht viel mitbekommen.

„Wenn Leute nicht wesentlich am wirtschaftlichen Leben eines Landes teilnehmen, weil sie nicht ausreichend qualifiziert, drogenabhängig oder im Gefängnis sind, dann entsteht das Gefühl, dass sie zurückgelassen werden“, sagte Powell vergangene Woche im Interview mit dem Fernsehsender CBS News.

Bereits im Januar hatten die US-Notenbanker einen deutlich vorsichtigeren Ton für die US-Wirtschaft angeschlagen und eine Zinspause angekündigt, um den Aufschwung in den USA nicht zu gefährden. Ob sich der Ausblick in den Augen der Notenbanker verbessert oder verschlechtert hat, wird Investoren besonders interessieren.

Eine Zinserhöhung gilt nach den Signalen im Januar als extrem unwahrscheinlich. Die Fed hatte die Zinsen im Jahr 2018 vier Mal angehoben, zuletzt auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

2. Was verrät der Zinsausblick?

Einmal im Quartal geben die 19 Zentralbanker des Offenmarktausschusses an, wo sie den Leitzins in den kommenden Jahren sehen. An diesem Mittwoch wird dieser „Dot Plot“ veröffentlicht – in dem geben die Banker anonym an, welche Zinsentwicklungen sie für die kommenden Jahre erwarten und zwar jeweils für das vierte Quartal.

Lange Zeit galt der Dot Plot als sinnvolles Kommunikationsinstrument. Doch in den vergangenen Monaten hat der Ausblick eher für Verwirrung gesorgt.

Aus den öffentlichen Auftritten einiger Zentralbanker kann man schließen, dass viele in diesem Jahr höchstens einen weiteren Zinsschritt planen. Im Dezember hatten sich noch die meisten für zwei bis drei Anhebungen in 2019 ausgesprochen.

Zwar betonen die Notenbanker immer wieder, dass der Dot Plot kein festgelegter Plan ist, der unter allen Umständen befolgt wird, sondern lediglich ein Basisszenario darstellt. Dennoch hat die Prognose im Dezember die Märkte verschreckt.

Diesen Mittwoch wird sich zeigen, ob die Fed bei ihrer Einschätzung vom Januar bleibt, wonach die Risiken für das Wirtschaftswachstum zugenommen haben und daher eine längere Zinspause gerechtfertigt ist. Fed-Chef Powell will zudem neue Wege finden, um sicherzustellen, dass die Projektionen künftig für weniger Verwirrung sorgen.

3. Wie steht es um den Abbau der Bilanzsumme?

Bereits bei der Fed-Sitzung im Januar hatte Powell angekündigt, den Abbau der Bilanzsumme schon bald beenden zu wollen. Die Bilanz war in der Finanzkrise auf bis zu 4,5 Billionen Dollar angeschwollen, wird jedoch bereits seit 18 Monaten reduziert.

Die Notenbanker würden intensiv über die Details diskutieren, sagte Powell im Januar. Allerdings seien sie sich einig darüber, dass die Bilanz der Fed am Ende deutlich größer sein könnte, als zunächst angenommen.

Eine genaue Zahl nannte Powell nicht. Sie ergebe sich jedoch auch durch die Nachfrage nach Bankreserven und einem üppigen Puffer, den der Notenbank-Chef vorhalten wolle. Nach der Finanzkrise müssen Finanzinstitute deutlich mehr liquide Mittel vorhalten und die Guthaben, die die Banken bei der Fed parken, gelten als die sichersten. Branchenschätzungen gehen von einer Bilanzsumme in Höhe von 3,5 Billionen Dollar aus.

Peter Hooper, Chefökonom der Deutschen Bank in New York, rechnet damit, dass dieses Niveau schon im dritten Quartal erreicht sein könnte. Derzeit lässt die Fed monatlich Staatsanleihen und Hypothekenbonds im Wert von bis zu 50 Milliarden Dollar auslaufen, statt das Geld zu reinvestieren.

„Anleger interessieren sich für weitere Updates, was den Abbau der Bilanzsumme angeht“, sagt Brian Gardner, der die Research-Abteilung der Investmentbank KBW leitet. Es könnte sein, dass Powell bereits am Mittwoch den genauen Plan verkündet.

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