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Sitzungsprotokolle EZB-Mitglieder sind besorgt über schwachen Inflationsausblick

Die EZB-Ratsmitglieder erwarten eine länger anhaltende Wirtschaftsschwäche im Euro-Raum. Das könnte Auswirkungen auf die geplanten Langfristkredite für Banken haben.
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Laut EZB-Protokoll ist die Zuversicht gesunken, dass es im zweiten Halbjahr zu einem stärkeren Wachstum kommen wird. Quelle: dpa
EZB-Zentrale im Morgendunst

Laut EZB-Protokoll ist die Zuversicht gesunken, dass es im zweiten Halbjahr zu einem stärkeren Wachstum kommen wird.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank sind besorgt über die schwachen Aussichten für die Inflation im Euro-Raum. „Die Inflation blieb beunruhigend hinter dem Inflationsziel des EZB-Rats zurück“, heißt es im Protokoll der Ratssitzung im April.

Gleichzeitig seien die marktbasierten Inflationserwartungen zurückgegangen, und die vorgesehene Angleichung an das gewünschte Inflationsziel habe sich wiederholt verzögert. Die sogenannten marktbasierten Inflationserwartungen im Euro-Raum, die sich aus Marktpreisen ableiten, sind zuletzt bis auf 1,4 Prozent gefallen. Einige Mitglieder seien über diese Entwicklung besorgt, heißt es in den Protokollen.

Die EZB strebt für den Euro-Raum mittelfristig eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an, die sie als ideal für die Konjunktur betrachtet. Um dies zu erreichen, hat sie unter anderem die Leitzinsen auf ein Rekordtief von null Prozent gesenkt und verlangt von Banken, die überschüssige Liquidität bei ihr halten, einen Minuszins von 0,4 Prozent.

Die schwache Inflationsentwicklung könnte auch Folgen für den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB haben, über den sie auf der nächsten Ratssitzung Anfang Juni in Vilnius berät. Dort wird es vermutlich auch um die geplanten neuen Langfristkredite der EZB für die Banken im Euro-Raum gehen.

Die Notenbank hatte im März dazu einen Grundsatzbeschluss getroffen, die Details sind aber noch offen. Es habe breite Übereinstimmung gegeben, dass die Details auf einem der nächsten Treffen beschlossen werden, heißt es im Protokoll. Hierzu habe es unterschiedliche Positionen im Rat gegeben. Manche Mitglieder sehen die neuen Kredite als Vorsichtsmaßnahme, wollen aber die Banken daran gewöhnen, sich wieder stärker am Markt zu refinanzieren. Andere plädieren hingegen dafür, mit den Krediten auch einen stärkeren geldpolitischen Impuls zu setzen.

Bei der Entscheidung will die EZB die Entwicklung der Kreditvergabe und den wirtschaftlichen Ausblick für die Euro-Zone berücksichtigen. Auf ihrer Aprilsitzung bekräftigte die Notenbank laut Protokoll ihre eigenen Prognosen einer Rückkehr zu stärkerem Wachstum im zweiten Halbjahr. Gleichzeitig hieß es aber, die Zuversicht in diese Vorhersage sei inzwischen gesunken. Die Brexit-Sorgen und vor allem die Bedrohung durch den Protektionismus könnten die Stimmung noch weiter eintrüben und sich negativ auf die Konjunktur auswirken.

Die Währungshüter hatten sich das Jahr 2019 ganz anders vorgestellt. Ursprünglich hatten sie in Aussicht gestellt, ihre Leitzinsen nur bis über den Sommer hinaus nicht anzuheben. Inzwischen aber sollen die Leitzinsen mindestens bis Jahresende nicht verändert werden. Der Leitzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Mehr: Die Entscheidungen der EZB-Notenbank in der Aprilsitzung.

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