Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Sitzungsprotokolle EZB sieht zunehmende Gefahren für das Wachstum

Die Notenbank sorgt sich um die Konjunktur, wie aus dem Protokoll ihrer Dezember-Sitzung hervorgeht. Diskutiert wurde auch über eine stärkere Anpassung des Risikoausblicks.
Kommentieren
Die Notenbank hat auf ihrer Dezember-Sitzung intensiv über die Risiken für die Wirtschaft im Euroraum diskutiert. Quelle: dpa
Europäische Zentralbank

Die Notenbank hat auf ihrer Dezember-Sitzung intensiv über die Risiken für die Wirtschaft im Euroraum diskutiert.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat auf seiner Sitzung im Dezember intensiv über eine Anpassung des Risikoausblicks diskutiert. Das geht aus dem am heutigen Donnerstag veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervor.

„Es wurde unterstrichen, dass die Lage anfällig ist und sich schnell wandeln kann, wenn Risiken schnell an Prominenz wiedergewinnen oder neue Unsicherheiten auftauchen,“ heißt es darin. Die Notenbank hatte im Dezember ihre Formulierung zu den Risiken leicht verändert.

Sie spricht zwar weiterhin davon, dass Chancen und Risiken für das Wachstum im Euro-Raum weitgehend ausgewogen sind. Gleichzeitig gäbe es aber die Tendenz, dass die Risiken in Zukunft überwiegen könnten.

Als Unsicherheitsfaktoren nannten die Euro-Wächter unter anderem den bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens und die jüngsten Finanzmarkt-Turbulenzen in Schwellenländern wie der Türkei und Argentinien. Manche Teilnehmer vertraten laut den Protokollen sogar die Ansicht, dass die Gefahren für die Konjunktur schon jetzt überwiegen.

Die Bewertung der Wirtschaftslage ist entscheidend für die nächsten geldpolitischen Schritte der EZB. Die Notenbank hat sich festgelegt, die Zinsen im Euro-Raum bis zum Sommer auf dem bisherigen Niveau zu belassen. Der Leitzins liegt derzeit bei null Prozent und der Einlagenzins, den Banken zahlen, die über Nacht Geld bei der EZB parken, bei minus 0,4 Prozent.

Ursprünglich sind die meisten Ökonomen davon ausgegangen, dass die EZB im Herbst die Zinsen anhebt. Inzwischen gibt es daran vermehrt Zweifel. ING-Diba Chefvolkswirt Carsten Brzeski geht dennoch davon aus, dass die Notenbank in diesem Jahr den Einlagenzins bis auf null Prozent anhebt, wie er in einer aktuellen Analyse schreibt.

Die Wirtschaft im Euro-Raum war im dritten Quartal so schwach gewachsen wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Die hauseigenen EZB-Volkswirte korrigierten ihre Wachstumsprognosen für die Euro-Zone erneut nach unten. Laut den Währungshütern sind daher immer noch erhebliche Hilfen der Notenbank nötig.

Der EZB-Rat hatte auf der Zinssitzung im Dezember dennoch beschlossen, die billionenschweren Anleihenkäufe Ende 2018 einzustellen. Die Käufe, die ein Volumen von mehr als 2,6 Billionen Euro erreichten, waren zuletzt die wichtigste Waffe der Zentralbank im Kampf gegen eine schwache Konjunktur und einen aus ihrer Sicht zu geringen Preisauftrieb. Seit Januar werden nur noch fällig werdende Titel wieder ersetzt. Alle Teilnehmer stimmten laut Protokoll mit diesen geldpolitischen Schritten überein.

Startseite

Mehr zu: Sitzungsprotokolle - EZB sieht zunehmende Gefahren für das Wachstum

0 Kommentare zu "Sitzungsprotokolle: EZB sieht zunehmende Gefahren für das Wachstum "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote