SNB Schweizer Notenbank hält wegen starkem Franken an Negativzins fest

Obwohl die Wirtschaft der Schweiz boomt, bleibt die Geldpolitik der Notenbank unverändert. Grund dafür ist eine Besonderheit des Schweizer Franken.
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Schweiz: SNB hält an Negativzins fest Quelle: dpa
Schweizer Franken

Angesichts der Aufwertung des Frankens hat die Nationalbank ihre Inflationsprognose nach unten korrigiert.

(Foto: dpa)

ZürichDie Schweizerische Nationalbank spielt auf Zeit: Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, bleiben die Zinsen auf dem Rekordtief von minus 0,75 Prozent. Auch die Möglichkeit, am Währungsmarkt zu intervenieren, halten sich die Eidgenossen weiter offen: „Die Nationalbank bleibt bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv, wobei sie die gesamte Währungssituation berücksichtigt.“

Damit bleiben die Notenbanker bei ihrer expansiven Geldpolitik, obwohl die Wirtschaft des Landes boomt. Die Gründe dafür sind bei den europäischen Nachbarn zu suchen – und beim Sonderstatus des Schweizer Franken, der als sicherer Hafen gilt.

Im zweiten Quartal wuchs die Wirtschaft des Alpenlandes mit aufs Jahr hochgerechneten 2,9 Prozent, die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Auslastung der Industrie steigt. Eigentlich wären das für die Notenbank gute Argumente, um den Krisenmodus zu verlassen, also die Zinsen zu erhöhen und die Interventionen am Devisenmarkt einzustellen. Doch diesen Weg sieht die SNB derzeit verbaut.

Die Notenbanker fürchten, dass der Franken dann weiter aufwerten würde. Die schweizerische Landeswährung gilt als sicherer Hafen für Anleger: Wenn die Sorgen wachsen, bringen Investoren ihr Vermögen in die Schweiz, die Währung wertet auf. So verschafften der Handelsstreit zwischen den USA und China oder die Währungskrise in der Türkei dem Franken kräftigen Auftrieb – zum Leidwesen der SNB. „Der Franken ist hoch bewertet, und die Lage am Devisenmarkt zeigt sich weiterhin fragil“, stellen die Notenbanker fest.

Angesichts der Aufwertung des Frankens hat die Nationalbank ihre Inflationsprognose nun nach unten korrigiert. Ihr selbstgestecktes Inflationsziel dürfte die SNB nun erst im zweiten Quartal des Jahres 2021 erreichen. „Damit deutet sie an, dass sie kaum erwägt, ihren Leitzins in den kommenden drei Jahren anzuheben“, sagte Credit-Suisse-Analyst Maxime Botteron der Nachrichtenagentur Reuters.

Analysten gehen davon aus, dass die SNB ihre Zinsen erst nach der Europäischen Zentralbank erhöht. Die europäischen Nachbarn peilen frühestens für den Herbst des kommenden Jahres eine Zinserhöhung an.

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