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Sparkassen Coronakrise: Zahl der Anträge auf Hilfskredite nimmt mit Tempo auf

Bei den Sparkassen haben rund 5000 Firmenkunden Anträge auf KfW-Sonderkredite gestellt. Auch die Kreditinstitute selbst werden die Schwierigkeiten der Unternehmen zu spüren bekommen.
31.03.2020 - 18:30 Uhr Kommentieren
Immer mehr Firmen wenden sich an die deutschen Sparkassen, um einen Hilfskredit der Staatsbank KfW zu erhalten. Quelle: mauritius images / Marijan Murat / imageBROKER
Sparkassen

Immer mehr Firmen wenden sich an die deutschen Sparkassen, um einen Hilfskredit der Staatsbank KfW zu erhalten.

(Foto: mauritius images / Marijan Murat / imageBROKER)

Frankfurt Bei den deutschen Sparkassen sind bundesweit bisher 4850 Anträge auf einen KfW-Hilfskredit zur Bewältigung der Coronakrise eingegangen. Diese Zahl nannte der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz am Dienstag. Es handle sich um den Stand von Montagabend, man habe die Angaben vom IT-Dienstleister Finanz-Informatik.

Laut Verbandsgeschäftsführer Roman Frank sind davon bei den Sparkassen in Rheinland-Pfalz knapp 500 Anträge gelandet. 130 davon hätten die die Sparkassen bereits positiv beschieden und an die Staatsbank KfW weitergereicht. Er rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Anträge in den nächsten Tagen und Wochen.

Klar ist bereits, dass Unternehmen ein enormes Interesse an den Coronakrediten der KfW haben. Die Staatsbank übernimmt dabei bis zu 90 Prozent des Risikos. Dennoch muss die jeweilige Hausbank einer Firma den Kreditantrag wie normalerweise auch vollständig prüfen.

Bis die Anfragen bei der KfW landen, vergeht daher etwas Zeit. Zuletzt hatte die Staatsbank angegeben, dass sie über die Hausbanken der Unternehmen genau 742 Anträge erhalten habe. Die Staatsbank selbst stellt sich auf 20.000 bis 100.000 Anträge ein, wie Vorstandschef Günther Bräunig dem Handelsblatt kürzlich sagte.

Zugleich droht ein Teil der Unternehmen leer auszugehen. Davor warnte Sparkassenpräsident Helmut Schleweis im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Manchen Unternehmen wird man mit den bestehenden Förderprogrammen nicht helfen können.“ Im Rahmen des Kreditprogramms der staatlichen Förderbank KfW bekommen nur Unternehmen ein Darlehen, die dieses voraussichtlich innerhalb von fünf Jahren zurückzahlen können. „Bei vielen Firmen aus Branchen, die unter der Coronakrise besonders stark leiden, ist dies aktuell nicht der Fall.“

Die Schwierigkeiten vieler Unternehmen wird sich auch auf die Sparkassen als Kreditgeber deutlich auswirken. Beate Läsch-Weber, Präsidentin des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz, fürchtet neben den Dauerniedrigzinsen zusätzliche Belastungen, wenn Firmen ihre Darlehen nicht mehr bedienen können.

„Hinzukommen noch nicht abschätzbare Risiken durch mögliche Kreditausfälle bei Unternehmen, soweit sie nicht durch Haftungsfreistellungen des Bundes oder des Landes abgedeckt sind“, sagte Läsch-Weber. Zwar könne niemand die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona zum jetzigen Zeitpunkt exakt abschätzen, „aber es kommt einiges auf uns zu“.

Mehr: Die wichtigsten Infos zum KfW-Sonderkreditprogramm

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