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Sparkassen Der Gewinn der Hamburger Sparkasse sackt um 40 Prozent ab

Bei einer der größten Sparkassen in Deutschland ist das Zinsergebnis abgerutscht. Und die Kosten in Relation zu den Erträgen sind ungewöhnlich hoch.
20.02.2020 - 16:22 Uhr Kommentieren
Die Hamburger Sparkasse, eine der größten deutschen Sparkassen, hat 2019 deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor. Quelle: Imago
Hamburger Sparkasse

Die Hamburger Sparkasse, eine der größten deutschen Sparkassen, hat 2019 deutlich weniger verdient als ein Jahr zuvor.

(Foto: Imago)

Frankfurt Obwohl die Hamburger Sparkasse (Haspa) im vergangenen Jahr mehr Kredite vergeben hat, ist ihr Gewinn eingebrochen. Das Geldhaus verdiente 2019 unterm Strich 42 Millionen Euro, wie es am Donnerstag mitteilte. 2018 hatte der Gewinn nach Steuern bei 70 Millionen Euro gelegen – und schon damals war er deutlich gesunken.

Dass das Ergebnis so heftig fällt, ist auf mehrere Gründe zurückzuführen: Erstens rutschte der Zinsüberschuss um rund zwölf Prozent auf 624 Millionen Euro ab. Im Schnitt fiel auch der Zinsüberschuss bei anderen deutschen Sparkassen, deren Regionalverbände bereits Zahlen veröffentlich haben, aber bei Weitem nicht so stark. Das Zinsergebnis dominiert traditionell die Geschäftszahlen der Sparkassen.

Zweitens stiegen die Kosten deutlich. Die Haspa investiert in die Digitalisierung des Geschäfts und modernisiert derzeit ihre Filialen. Dafür sollen über mehrere Jahre hinweg insgesamt 200 Millionen Euro fließen.

Drittens legte das Kreditinstitut einmalig 60 Millionen Euro für Stellenstreichungen beiseite. Bis zum Jahr 2024 soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 5.000 um 800 bis 900 sinken. „Dieser Rückgang wird so sozialverträglich wie möglich umgesetzt“, erklärte die Haspa dazu.

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    Die Hamburger Sparkasse hat eine Bilanzsumme von knapp 47 Milliarden Euro. Damit liegt sie nach jüngsten Daten in etwa gleichauf mit der Berliner Sparkasse – die allerdings handelsrechtlich als Landesbank firmiert und deshalb vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband nicht in der sogenannten Rangliste geführt wird. Dort steht die Haspa ganz oben. Die Berliner Sparkasse legt erst Ende März Zahlen für 2019 vor. Angesichts des Geschäftswachstums in den vergangenen Jahren dürfte sie die Haspa hinter sich lassen.

    Die deutschen Banken ringen alle mit den Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Im vergangenen September hatte die EZB den Strafzins für Einlagen der Geldhäuser auf 0,5 Prozent erhöht. Der EZB-Minuszins führt dazu, dass die deutschen Institute laut Berechnung der Branche pro Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Strafzinsen an die EZB zahlen müssen. Viele Kreditinstitute geben die Negativzinsen an Firmenkunden mit hohen Einlagen weiter. Auch vermögende Privatkunden sind häufig davon betroffen, nicht aber normale Sparer.

    Bei der Haspa gilt eine Freigrenze von 500.000 Euro. Privatkunden, die mehr Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto angesammelt haben, müssen dafür einen Negativzins von 0,5 Prozent bezahlen. „Davon sind daher nur sehr wenige unserer Kunden betroffen“, so die Haspa auf Anfrage.

    Haspa-Chef Harald Vogelsang sagte dazu: „Wir müssen wie alle anderen Banken, die dieser Zinslandschaft ausgesetzt sind, eine geringere Ertragskraft akzeptieren und uns darauf einstellen, unsere Kosten weiter zu senken.“ Er gehe aber davon aus, dass sich die Ertragslage der Haspa in den „kommenden Jahren fortlaufend verbessern wird“.

    Dieses und nächstes Jahr allerdings rechnet Vogelsang noch nicht mit einem Gewinnplus: So dürften 2020 und 2021 tendenziell magerer ausfallen, „bevor die positiven Ergebniseffekte unseres Zukunftsprojekts in den darauffolgenden Jahren voll wirken werden“.

    Angesichts der aktuellen Investitionen und der Rückstellungen für den Jobabbau lag die Kosten-Ertrag-Relation zuletzt bei fast 93. Das heißt, die Haspa muss 93 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Das ist ungewöhnlich hoch.

    Die Sparkasse baut derzeit ihre Geschäftsstellen um, sie hat bereits etliche Filialen geschlossen. Vor sechs Jahren gab es noch 150 Haspa-Filialen, letztlich sollen es rund 100 sein. Sie investiert 30 Millionen Euro und will Filialen zum „Treffpunkt für die Menschen im Stadtteil“ machen, zu „Nachbarschaftsfilialen“. 60 Geschäftsstellen hat die Sparkasse bereits entsprechend umgewandelt.

    Mehr: Warum die deutschen Sparkassen über eine Fusion von Dekabank und Helaba nachdenken.

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