Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
IWF-Chefin Christine Lagarde

Lagardes Institution warnte davor, dass sich die Inflation schneller entwickeln könne als gedacht.

(Foto: dpa)

Stabilitätsbericht IWF warnt vor steigenden Risiken für die Märkte

Der Internationale Währungsfonds warnt in seinem Stabilitätsbericht vor der steigenden Volatilität. Risiken sieht der IWF auch bei der Geldpolitik.
18.04.2018 Update: 18.04.2018 - 15:02 Uhr Kommentieren

Washington Die unbeschwerten Zeiten sind vorbei. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ruft Finanzmarktteilnehmer überall auf der Welt zu größerer Vorsicht auf. Zwar gehe das weltweite Wachstum weiter. Doch mit der Rückkehr der Volatilität seien auch die Risiken für die Märkte gestiegen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Stabilitätsbericht.

Die großen Kursausschläge an den Aktienmärkten Anfang Februar hätten zwar keine größeren Störungen verursacht. „Doch Marktteilnehmer sollten nicht zu sorglos werden“, heißt es in dem Bericht, der im Rahmen der IWF-Frühjahrstagung veröffentlicht wurde.

Im März kamen zudem Sorgen um einen Handelskrieg hinzu, der von den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, angefacht werden könnte. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte bereits vergangene Woche sehr deutlich vor den Folgen eines Handelskrieges und dem Aufkündigen des internationalen Handelssystems gewarnt.

„Das regelbasierte System der gemeinsamen Verantwortung läuft Gefahr, jetzt auseinandergerissen zu werden“, sagte Lagarde vor einer Woche in Hongkong und wendete sich damit klar an US-Präsident Donald Trump. „Das wäre ein unentschuldbares, kollektives Politikversagen.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die globalen Finanzmärkte sind laut Währungsfonds vor allem an drei Stellen besonders verwundbar:

    Erstens verschlechtert sich die Qualität der Kredite. „Unternehmen mit schlechter Bonität sind zunehmend in der Lage, sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen“, erklärt IWF-Finanzmarktchef Tobias Adrian in einem ergänzenden Blog-Eintrag. Die Vergabe von riskanten Krediten an ohnehin schon hoch verschuldete Unternehmen, sogenannte Leveraged Loans, sei im vergangenen Jahr auf das Rekordniveau von 788 Milliarden Dollar gestiegen.

    Einen ähnlichen Trend gebe es im Markt für Unternehmensanleihen. Sollten sich die Bedingungen an den Märkten verschlechtern, wäre das Ausfallrisiko also besonders hoch.

    Zweiten könnte Entwicklungsländern die Liquidität entzogen werden. In den vergangenen Jahren hätten Entwicklungsländer deutliche leichter Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten aus dem Ausland bekommen, lobt der IWF. Doch die Kapitalflüsse aus dem Ausland könnten schnell wieder austrocknen, zum Beispiel, falls die Notenbanken die Geldpolitik rascher straffen müssten als erwartet.

    Die dritte verwundbare Stelle ist die Abhängigkeit nicht-amerikanischer Banken von amerikanischen Finanzierungsquellen. Großbanken seien grundsätzlich zwar in deutlich besserer Verfassung als vor der Finanzkrise von 2008. Doch Geldhäuser außerhalb der USA seien in ihrer Dollar-Refinanzierung zu etwa 70 Prozent vom amerikanischen Markt abhängig, warnt Adrian. Das könne im Fall von Marktspannungen zu Finanzierungsproblemen führen.

    Risiken sieht der Währungsfonds auch bei der Geldpolitik, die nach der Finanzkrise lange Zeit besonders locker war, um die Wirtschaft zu stabilisieren, nun jedoch langsam wieder angezogen wird. Expansive Geldpolitik und geringe Volatilität hätten das Finanzsystem anfälliger für Krisen gemacht. „Das könnte dazu führen, dass der Weg vor uns deutlich unebener wird und das Wachstum gefährdet“, heißt es weiter in dem Bericht.

    Auch beim Thema Inflation sieht der IWF Gefahren. In den USA und in der Eurozone sind die Preise zuletzt leicht angestiegen. Das helfe zwar den Notenbanken dabei, die expansive Geldpolitik zurückzufahren. Doch falls die Inflation künftig stärker steigen sollte als erwartet, „möglicherweise angetrieben durch eine aktive Fiskalpolitik in den USA“, würden die Risiken steigen – auch für Entwicklungsländer.

    Kryptowährungen dagegen sieht der IWF derzeit nicht als Gefahr für die Stabilität des Finanzmarktes. Lagarde hat sich in der Vergangenheit immer wieder positiv zu Kryptowährungen und der unterliegenden Blockchain-Technologie geäußert. Zwar gebe es in der Welt von Bitcoin und Co. Betrug, doch derzeit sei der Bereich noch zu klein, um große Verwerfungen auszulösen.

    Lagarde hatte sich zuletzt für einen „ausgeglichenen Umgang“ mit Kryptowährungen ausgesprochen. Der Bereich müsse zwar reguliert werden, dürfe Innovationen jedoch nicht abwürgen.

    Startseite
    Mehr zu: Stabilitätsbericht - IWF warnt vor steigenden Risiken für die Märkte
    0 Kommentare zu "Stabilitätsbericht: IWF warnt vor steigenden Risiken für die Märkte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%