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Target 2 Billionenschwere Bundesbank-Forderungen gehen leicht zurück

Die Forderungen sanken um rund 68 Milliarden Euro auf 1,047 Billionen Euro. Gleichzeitig nahmen auch die Verbindlichkeiten der italienischen Notenbank ab.
06.11.2020 - 14:41 Uhr Kommentieren
Manche Experten befürchten, dass die Bundesbank letztlich auf den hohen Forderungen sitzenbleiben könnte, sollte ein Land aus dem Euro-Raum aussteigen oder gar die gesamte 19-Ländergemeinschaft zusammenbrechen. Quelle: Reuters
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann

Manche Experten befürchten, dass die Bundesbank letztlich auf den hohen Forderungen sitzenbleiben könnte, sollte ein Land aus dem Euro-Raum aussteigen oder gar die gesamte 19-Ländergemeinschaft zusammenbrechen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die billionenschweren Forderungen der Bundesbank im Zahlungssystem der Euro-Notenbanken gehen leicht zurück. Im Oktober sanken sie um rund 68 Milliarden Euro auf 1,047 Billionen Euro, wie die Bundesbank am Freitag auf ihrer Webseite mitteilte.

Gleichzeitig nahmen auch die Verbindlichkeiten der italienischen Notenbank ab. Deren Target-Schulden sanken im Oktober laut Daten der Banca d'Italia um rund 27 Milliarden Euro auf 519,59 Milliarden Euro.

Im Euro-Raum wird der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr über das Verrechnungssystem „Target 2“ abgewickelt. Die Bundesbank ist der größte Gläubiger in dem System. Die Banca d'Italia dagegen ist der größte Schuldner.

Die zuletzt hohen Target-Salden sind früheren Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge vor allem auf die billionenschweren Anleihenkäufe der Euro-Notenbanken zurückzuführen.

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    Die Währungshüter legten dieses Jahr zur Bekämpfung der ökonomischen Folgen der Virus-Krise ein neues Kaufprogramm mit dem Namen „PEPP“ auf, das inzwischen auf 1,35 Billionen Euro angelegt ist. Dazu wird noch das ältere Kaufprogramm APP weitergeführt.

    Vor allem in Deutschland gibt es seit Jahren eine zum Teil hitzige Debatte unter Volkswirten über die Target-Salden. Manche Experten halten das System für eine tickende Zeitbombe.

    Sie befürchten, dass die Bundesbank letztlich auf den hohen Forderungen sitzenbleiben könnte, sollte ein Land aus dem Euro-Raum aussteigen oder gar die gesamte 19-Ländergemeinschaft zusammenbrechen. Andere Ökonomen dagegen halten das für überzogene Panikmache.

    Mehr: Lesen Sie auch das Interview mit EZB-Direktorin Isabel Schnabel über die Folgen der neuen Coronawelle und die Überprüfung der Geldpolitik im Dezember.

    • rtr
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