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TeuerungUS-Inflationsrate bei 5,4 Prozent – Verbraucherpreise steigen stärker als erwartet

Ökonomen hatten lediglich mit einer Teuerungsrate von 5,0 Prozent gerechnet. Das könnte die Spekulationen um eine vorzeitige Zinswende befeuern. 13.07.2021 - 15:18 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Auch die Energiepreise zogen im Juni an.

Foto: Bloomberg

Düsseldorf. Die Verbraucherpreise in den USA sind im Juni stärker gestiegen als erwartet: Die Inflationsrate stieg im Jahresvergleich um 5,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag bekanntgab. Das ist die höchste Rate seit August 2008. Die von Dow Jones befragten Ökonomen hatten einen Wert von 5,0 Prozent erwartet.

Auch wenn man die schwankungsanfälligen Komponenten wie Nahrungsmittel und Energie herausrechnet, zogen die Preise an: Die Kerninflation stieg um 4,5 Prozent – das ist der stärkste Anstieg seit fast 30 Jahren.

Wie bereits im Vormonat ist der Anstieg neben den höheren Energiepreisen unter anderem auf den Preisanstieg bei Gebrauchtwagen zurückzuführen. Ein weiterer Treiber war, dass sich die Preise im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft erholten – darunter Hotelübernachtungen, Bekleidung und Flugtickets.

Die überraschend hohe Teuerungsrate könnte die Spekulationen um eine vorzeitige Zinswende der US-Notenbank Fed anfeuern. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg nach Veröffentlichung der Daten am Dienstag um 0,4 Prozent auf 92,601 Punkte. Im Gegenzug verbilligte sich der Euro auf 1,1807 Dollar. Aus den Depots flogen auch US-Staatsanleihen. Dies trieb die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Bonds auf 1,381 Prozent.

Die Terminkontrakte auf die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 deuteten auf eine schwächere Eröffnung der Wall Street hin. Europäische Aktienanleger reagierten dagegen gelassen auf die US-Daten. Dax und Euro Stoxx 50 notierten kaum verändert.

Volkswirte zum Inflationsschub in den USA
„Selbst die größten Pessimisten hatten nicht mit einen derart starken Anstieg der Inflation gerechnet. Die allgemeine Erwartung war, dass die mit dem Ende der Corona-Restriktionen zusammenhängenden Preissprünge, etwa für Hotelübernachtungen und Flugtickets, langsam abklingen. Dem war offenbar nicht so. Wir verzeichnen nun den vierten Monat in Folge mit einer deutlich erhöhten Inflationsrate. In den zurückliegenden sechs Monaten schossen die Konsumentenpreise, auf das Jahr hochgerechnet, mit einer Rate von 7,3 Prozent empor. Angesichts dessen überwiegen bei unserer Inflationsprognose in Höhe von 3,5 Prozent für das Jahr 2021 eindeutig die Aufwärtsrisiken. Die US-Notenbank wird durch die jüngsten Inflationszahlen unter heftigen Druck geraten, ihren ultra-expansiven Kurs zu beenden.“
„Die Inflationsrate klettert und klettert nach oben. Doch mit den 5,4 Prozent sollte nun tatsächlich das vorläufige Hoch erreicht sein. Gerade die Normalisierung von Preisen im Dienstleistungssektor und die höheren Gebrauchtwagenpreise schlagen nun auf die Teuerung ohne die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise durch. Doch insgesamt gilt: Es sind noch immer Corona-Sondereffekte am Werk, die spätestens zum Jahresende ihren Schlusspunkt finden werden. Im kommenden Jahr sollte wieder Preisnormalität herrschen.“
„Noch ist der Inflationsspuk nicht vorbei. Die Jahresteuerungsraten sollten aber nahe ihre jeweiligen Höhepunkten sein bzw. diese nun erreicht haben. Derzeit sind es vor allem Energiepreise, Corona bedingte Nachholeffekte und die Weitergabe höherer Inputpreise für Güter, die für anhaltenden Inflationsdruck sorgen. Doch all diese Einflussfaktoren sind nicht von Dauer und werden bald an Antriebkraft verlieren. Kehren zudem verstärkt Arbeitskräfte an den US-Arbeitsmarkt zurück, wird sich auch der aktuell leicht erhöhte Lohndruck verringern. Gesamt- und Kerninflationsrate bleiben vorerst zwar noch auf erhöhten Niveaus. Ab dem Frühjahr kommenden Jahres werden sie jedoch wieder deutlich fallen.“

Die Fed geht davon aus, dass die anziehende Inflation ein vorübergehendes Phänomen bleibt. Denn im Vorjahresvergleich ergeben sich wegen des Konjunktureinbruchs im Jahr 2020 hohe Preissteigerungsraten. Die Fed stützt die Wirtschaft weiter mit monatlichen Geldspritzen von 120 Milliarden Dollar. Sie will an den Anleihekäufen festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und der Arbeitslosigkeit erreicht sind.

neu, rtr
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