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Inflation in Deutschland erneut unter Zielwert der EZB.

(Foto: Corbis/Getty Images)

Teuerungsrate Inflation in Deutschland ist im Januar auf 1,4 Prozent gesunken

Die Preise in Deutschland sind im Januar nur um 1,4 Prozent gestiegen. Für den Euroraum wachsen die Zweifel, ob die EZB ihr Inflationsziel erreicht.
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DüsseldorfWenn es um die Inflation im Euroraum geht, ruhen die Hoffnungen von EZB-Präsident Mario Draghi vor allem auf Deutschland. Dort seien die Tariflöhne in einigen Branchen wie dem Baugewerbe um bis zu sechs Prozent gestiegen, sagte er jüngst. Und gab sich zuversichtlich, dass sich dies bald auch in einer höheren Inflation niederschlagen werde.

Noch ist davon allerdings nicht viel zu spüren. Die Inflation in Deutschland ist im Januar voraussichtlich von 1,7 Prozent im Dezember auf 1,4 Prozent gesunken, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Insgesamt strebt die EZB eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent für den Euroraum an. Um dies zu erreichen hat sie den Einlagenzins auf ein Rekordtief von minus 0,4 Prozent gesenkt und für über zwei Billionen Euro Wertpapiere der Euro-Länder gekauft.

Der Wert für Deutschland deutet jedoch auf eine schwächere Preisentwicklung im Währungsraum hin. Die Zahlen für den Euroraum legt das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag vor. „Bislang schlagen sich die zuletzt höheren Löhne noch nicht in den Preisen nieder,“ sagt Christoph Weil, Ökonom der Commerzbank.

Ausschlaggebend für den Rückgang in Deutschland waren aus Sicht von Experten vor allem niedrigere Preise für Benzin und Heizöl. Der Wert ist eine erste Schätzung. Sie kann vom endgültigen Ergebnis noch etwas abweichen. Auch deshalb, weil der Index einer Revision unterzogen wurde und sich beispielsweise die Gewichte im Warenkorb verschoben haben. Die Tendenz deutet jedoch nach unten.

Für den Euroraum insgesamt lag die Inflation im Dezember bei 1,6 Prozent. Die Kernrate, bei der die Preise für Energie und unverarbeitete Lebensmittel nicht enthalten sind, lag sogar nur bei 1,0 Prozent. Die EZB achtet stark auf die Kerninflation, weil sie als guter Indikator dafür gilt, ob die Preissteigerung nachhaltig ist. Für dieses Jahr kalkuliert die EZB mit einer Kerninflation von 1,4 Prozent. Die neuen Zahlen nähren jedoch Zweifel, ob das realistisch ist.

Die ökonomischen Modelle der EZB und anderer Notenbanken basieren letztlich darauf, dass eine niedrigere Arbeitslosigkeit irgendwann zu höheren Löhnen und Preisen führt. Seit der Finanzkrise scheint sich dieser Zusammenhang aber zumindest abgeschwächt zu haben. Manche Kritiker argumentieren sogar, dass er nicht mehr existiert.

Zuletzt sind aber zumindest die Löhne im Euroraum wieder stärker gestiegen. So legten die Tariflöhne im Euroraum 2017 noch um 1,5 Prozent zu – im dritten Quartal 2018 lag der Anstieg dagegen bei 2,1 Prozent. In Deutschland stiegen die Tariflöhne im dritten Quartal 2018 sogar um 2,7 Prozent.

Dienstleistungssektor wichtig für eine höhere Inflation

Commerzbank-Ökonom Christoph Weil glaubt, dass sich zumindest im Dienstleistungssektor auf längere Sicht höhere Löhne in höheren Preisen niederschlagen. Das liege vor allem daran, dass dieser Bereich nicht so stark dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sei wie der Industriesektor. Daher sei die Lohnentwicklung im Dienstleistungssektor ein wichtiger Faktor der längerfristig für eine höhere Inflation spreche. Die Tariflöhne im Dienstleistungssektor in Deutschland sind im dritten Quartal 2018 um 2,4 Prozent gestiegen.

Eine wichtige Rolle dafür, ob und wie schnell höhere Löhne auch zu höheren Preisen führen, spielt aus Sicht von Weil auch das konjunkturelle Umfeld. Verschlechtern sich die Aussichten, könnten Unternehmen damit zögern, höhere Lohnkosten an die Kunden weiterzureichen.

Zuletzt haben sich die wirtschaftlichen Aussichten für den Euroraum etwas eingetrübt. Auf ihrer letzten Sitzung hat die EZB ihren Risikoausblick verändert und geht davon aus, dass die gefahren für das Wachstum größer sind als die Chancen.

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