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Thomas Jordan Schweizer Notenbankchef hält Strafzinsen für unerlässlich

Die Schweizer Notenbank wird für die negativen Zinsen scharf kritisiert – zu Unrecht, sagt Bankchef Thomas Jordan. Er verweist auf die Vorteile.
1 Kommentar
Thomas Jordan: Schweizer Notenbankchef verteidigt Strafzinsen Quelle: dpa
Thomas Jordan

Für den Präsident der Schweizer Nationalbank überwiegen die Vorteile der Negativzinsen.

(Foto: dpa)

ZürichZum Job von Thomas Jordan gehört es, viel Post zu bekommen: Beim Präsidenten der Schweizer Nationalbank (SNB) beklagen sich regelmäßig Schweizer über die Geldpolitik der Notenbank, berichtete Jordan am Freitag in einer launigen Rede zur Generalversammlung der Notenbank.

Den einen seien die Zinsen zu niedrig, den anderen der Franken zu hoch bewertet, erklärte der Notenbankchef. „Die Geldpolitik der SNB darf sich aber nie nur an den Anliegen Einzelner orientieren“, sagte Jordan – und verteidigte vehement die Negativzinsen, die die Schweizer Notenbank im Januar 2015 eingeführt hatte. Für die Negativzinsen wird die SNB – wie auch die Europäische Zentralbank – regelmäßig aufs Korn genommen.

Um für die Geldpolitik zu werben, bemühte Jordan ein helvetisches Sprichwort: Man könne „Füfi und Weggli“, also das Fünf-Rappen-Stück und das Brötchen, nicht gleichzeitig bekommen. „Es ist nicht möglich, gleichzeitig höhere Zinsen und einen schwächeren Franken anzustreben“, sagte Jordan.

Der Negativzins und die Interventionen am Devisenmarkt seien in der derzeitigen Situation unerlässlich, erklärte Jordan. Nur so können die Notenbank für Preisstabilität sorgen. Der Negativzins habe nicht nur einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Schweiz durch die Zeit nach der Finanzkrise zu führen. „Er trägt auch heute noch ganz wesentlich dazu bei, dass sich die Schweizer Wirtschaft trotz vieler internationaler Unsicherheitsfaktoren gut entwickelt“, so Jordan.

Der Notenbankchef räumte ein, dass die tiefen Zinsen zu „Herausforderungen und Nebenwirkungen“ führten. So sorgten sich die Sparer in der Schweiz um ihre Ersparnisse. Pensionskassen könnten ihren Verpflichtungen schwerer nachkommen, auch die Profitabilität der Banken leide. Zudem befeuere der Negativzins den Immobilienmarkt, der als notorisch überhitzt gilt. So erreichten die Leerstände bei Mehrfamilienhäusern zuletzt einen Rekordhochstand.

Die Nachteile der Negativzinsen würden aber von den Vorteilen überwogen, so Jordan. „Wenn wir den Negativzins im heutigen Umfeld aufheben würden, würden wir die Schweizer Wirtschaft stark belasten“, erklärte der Notenbankchef. Dies sei weder für die Sparer und die Pensionskassen noch für die Finanzstabilität von Vorteil. Die Aufhebung des Negativzinses sei nicht im „Gesamtinteresse“ der Schweiz.

Die SNB hält sich auch offen, weiter am Devisenmarkt zu intervenieren. Dank ihrer Käufe hält die Nationalbank Anleihen und Aktien im Wert von mehreren hundert Milliarden Franken. Das Portfolio der SNB hatte im ersten Quartal von der Erholung an den Märkten profitiert – und der Notenbank einen Gewinn von rund 30,7 Milliarden Franken beschert.

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1 Kommentar zu "Thomas Jordan: Schweizer Notenbankchef hält Strafzinsen für unerlässlich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Schweiz hat keinen EURO!

    Außerdem wird H. Jordan sein persönliches Geld so angelegt haben,
    daß er persönlich keine Strafzinsen zahlt.

    Also, klugscchei.......Vorschläge besser sein lassen.

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