Trichets letzte Sitzung Trichet verspricht Banken reichlich Geld

Der scheidende Präsident versetzt die Europäische Zentralbank wieder in den Krisenmodus: Der Leitzins bleibt vorerst, wo er ist. Aber den Banken verspricht Jean-Claude Trichet frisches Geld - soviel wie sie benötigen.
Update: 06.10.2011 - 17:42 Uhr 24 Kommentare

Letzte EZB-Zinssitzung unter Trichet

BerlinJean-Claude Trichet bleibt seiner Linie bis zuletzt treu: Auf seiner letzten Ratssitzung als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hielt der Franzose den Forderungen nach einer Zinssenkung angesichts der Staatsschuldenkrise und der drohenden Rezession stand. Der EZB-Rat beschloss bei seiner auswärtigen Sitzung am Donnerstag in Berlin, den Leitzins im Euro-Raum bei 1,5 Prozent zu belassen

Das von zahlreichen Ökonomen geforderte Abschiedsgeschenk, die jüngsten Zinserhöhungen von 1,0 auf nun 1,5 Prozent zurückzunehmen, blieb damit aus. Bei einer Inflation von 3,0 Prozent hätte das wohl auch die Glaubwürdigkeit der Währungshüter untergraben, deren oberstes Ziel stabile Preise sind - zumal sie die Zügel erst im Juli angezogen hatten.

Gleichzeitig aber greift die EZB den Banken mit langfristigen Liquiditätslinien noch stärker als bisher unter die Arme. Trichet sagte, es würden zwei langfristige Refinanzierungsgeschäfte aufgelegt: eines mit einer Laufzeit von zwölf Monaten im Oktober und ein weiteres mit einer Laufzeit von 13 Monaten im Dezember. Die Banken sollten dabei so viel Geld bekommen, wie sie benötigten.

Die europäischen Währungshüter greifen damit auf ein Instrument aus den Zeiten der Finanzkrise zurück. Zudem will die EZB wieder sogenannte gedeckte Anleihen wie Pfandbriefe kaufen. Das Volumen bezifferte Trichet 40 Milliarden Euro.

Der sogenannte 12-Monatstender hatte sich bereits in der Finanzkrise als Hilfe bewährt, da sich die Banken wegen des grassierenden Misstrauens untereinander kaum noch Geld liehen. Im Sog der Staatsschuldenkrise hakt es am Geldmarkt erneut: Insbesondere Finanzinstitute aus den schuldenbeladenen Randstaaten der Euro-Zone wie Griechenland, Irland und Portugal sind weitgehend auf den Gang zur Tränke der EZB angewiesen, da andere Banken ihnen kaum mehr Geld leihen wollen.

Denn kaum jemand weiß, welche Risiken in den Bilanzen der Banken schlummern, die viele Staatsanleihen von Risikostaaten wie Griechenland in ihren Büchern haben. In der Finanzkrise legte die Notenbank insgesamt drei Zwölf-Monatstender auf: Beim ersten besorgten sich mehr als 1000 Banken aus der gesamten Euro-Zone die Riesen-Summe von 442 Milliarden Euro. Aktuell hat die EZB Anleihen im Wert von 160,5 Milliarden Euro in den Büchern.

Die Tür für eine Zinssenkung ist offen
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24 Kommentare zu "Trichets letzte Sitzung: Ein Geldregen zum Abschied"

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  • Es wird den EUROstaaten Zeit zur Konsolidierung ihrer Statsfinanzen gegeben. Wird diese Zeit genutzt? Ich sehe noch keine Neuausrichtung - nur populäre / populistische Erklärungen ....

  • Sein Nachfolger wird wohl die gleiche Politik verfolgen, shame over it.

  • monsieur tricheur, verschwinden sie einfach.
    die zahl der faulen papiere in ihrer bank erreicht gerade die 2bio € grenze.
    es kann eventuell viele schlimmere banker als sie geben, aber gewiss gibts viele bessere.
    adieu!

  • Es freut mich sehr, zu sehen, dass die deutschen demokratieunmündigen Jammerlappen bis aufs Blut ausgepresst werden. Wer seinen Arsch nicht auf die Straße bekommt, weil er glaubt, das müßten wieder einmal Andere erledigen - so wie alle wesentlichen Entscheidungen seines erbärmlichen, obrigkeitshörigen Vollkaskolebens -, der hat es verdient, Frieden, Freiheit und Wohlstand zu verlieren. Je schlimmer es für den asozialen deutschen Michel kommt, umso besser!

  • Die Menschen waren nie auf dem Mond, die Amis haben HIV gezüchtet, in Area 51 werden Außerirdische gehalten.
    Ich kann diesen Verschwörungsmist nicht mehr lesen. Bilderberger, Illuminati, bla bla bla.
    Hier sind einfach unendlich bornierte und dumme Leute am Werk und wir als Hauptleittragende werden von Weicheiern und Schwanzeinziehern vertreten, die in Verhandlungen grundsätzlich auf ganzer Linie versagen.

    Dabei brauchen wir eigentlich nur "Eier"...

  • Eine fertige Finanzpolitik eines fertigen Typen Trichet der die EZB als einzige Gelddruckmaschine nutzt.Die Steuerzahler Europas buergen ja immer! Wie lange lassen wir uns diese Verarschung durch unfaehige Bankmanager und unfaehige Politker noch bieten?Sie alle haften ja nicht,auch Frau Merkel,Herrr Schaeuble, Herr Baroso und Trichet nicht.Gute Polit Alternativen?Fehlanzeige!
    Fuer Boni in Milliardenhoehe ist bei den Banken immer Geld vorhanden-wozu also das Eigenkapital erhoehen wenn der Steuerzahler immer retten soll?Bankenstresstest war ein einziger Witz.Alsolassen wir sie doch endlich mal absaufen,nur dann wird sich etwas aendern!So kann es nicht weitergehen - Ich habe fertig

  • Zum Trost: Das wird sich aufhören.

  • That's the New World Order!

    Es sind doch alles nur Marionetten (allerdings sehr gut bezahlte)

    Schauen sie sich den Film 'The Invisible Empire' an - es lohnt sich.

    http://www.videosurf.com/video/invisible-empire-a-new-world-order-defined-full-order-it-at-infowars-com-132546554?vlt=ffext&vlt_position=inline

  • Wie Sie hier geradezu visionär schreiben, wird er nicht in die Annalen, sondern in die Analen eingehen. Dieses A.....ch !!! Man möge mir diese herbe Ausdrucksweise nachsehen !!

  • Mit diesen Versprechungen der unbegrenzten Liquiditätshilfen für Banken hat sich Trichet wahrlich seinen Abgang verdient! Welche Konsequenzen hat das? Die Banken können so risikolos weiterzocken, die EZB wird ihnen immer mit frischgedrucktem Geld zu Hilfe eilen - eine einzige Frechheit und ein Schlag gegen alle Sparbemühungen und ehrlichen Steuerzahler. Genau dieses Aushebeln von marktwirtschaftlichen Gesetzen wird letztlich des Euro Tod sein!

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