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Türkei Erdogan tauscht erneut Zentralbanker aus – Lira erreicht neues Rekordtief

Bei der türkischen Notenbank gibt es erneut eine personelle Veränderung. Die türkische Lira fällt im Verhältnis zum Euro auf einen Tiefststand.
25.05.2021 Update: 25.05.2021 - 10:47 Uhr Kommentieren
Der türkische Regierungschef hat schon zuvor Wechsel bei der Zentralbank erwirkt. Quelle: via REUTERS
Erdogan

Der türkische Regierungschef hat schon zuvor Wechsel bei der Zentralbank erwirkt.

(Foto: via REUTERS)

Ankara Die erneute Personalrochade bei der türkischen Zentralbank schickt die Lira abermals auf Talfahrt. Die türkische Währung gibt am Dienstagvormittag im Verhältnis zum Euro abermals nach auf bis zu 10,3190 Lira – ein Rekordtief.

Auch gegenüber dem US-Dollar wertet die Lira weiter ab. Ein US-Dollar ist aktuell 8,4119 Lira wert. Der tiefste Stand der Historie liegt bei im Vergleich zum US-Dollar bei 8,5789 Lira, erreicht im November des vergangenen Jahres.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erneut über Nacht bei der Führung der Zentralbank einen Wechsel vorgenommen. Einer der vier stellvertretenden Gouverneure, Oguzhan Ozbas, sei entlassen worden und Semih Tumen trete seine Nachfolge an, heißt es am frühen Dienstagmorgen in einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret.

Tumen dient derzeit als Berater Erdogans und ist Leiter der Wirtschaftsabteilung an der TED-Universität in Ankara. Er war bereits zwischen 2002 bis 2018 in verschiedenen Positionen bei der türkischen Zentralbank tätig.

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    Erst im März hatte Erdogan einen erneuten Wechsel an der Spitze der Zentralbank erzwungen: Währungshüter Naci Agbal wurde zwei Tage nach einer Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation durch einen Vertreter der Regierungspartei ersetzt.

    Drei Notenbankchefs in drei Jahren

    Erdogan ist Gegner hoher Zinsen, die er entgegen der geltenden ökonomischen Lehre als Quelle von Inflation ansieht. Der aktuelle Notenbankchef Sahap Kavcioglu ist der dritte in zwei Jahren. Seine Ansichten gleichen denen des Präsidenten. „Eine Anhebung der Leitzinsen in der Türkei zu erwägen wird unsere wirtschaftlichen Probleme nicht lösen“, schrieb er im März in einem Gastbeitrag für eine regierungsnahe türkische Zeitung.

    Mit seinen Interventionen in die eigentlich unabhängige Geldpolitik belastet der türkische Präsident nicht nur die türkische Währung. Die Eingriffe führen auch zu einem verstärken Abfluss von Investorengeldern aus der Türkei, außerdem steigen die Risikoaufschläge für Kreditausfallversicherungen auf türkische Staatsanleihen.

    Der von Erdogan abrupt abgesetzte Agbal hatte in seiner ersten Amtshandlung die Zinsen drastisch erhöht und so das Vertrauen der Kapitalmärkte teils zurückgewonnen. Die Lira wertete gegenüber dem US-Dollar um bis zu 15 Prozent auf. Nach seiner abrupten Absetzung durch den Präsidenten war die kurzfristig positive Entwicklung wieder dahin.

    Mehr: Sahap Kavicoglu im Porträt – Erdogans Mann für den Kampf gegen die Zinsen

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