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Türkei und Ungarn Notenbanken senken Leitzins deutlich

Er hatte zuletzt massive Zinssenkungen gefordert, nun scheint der Druck des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan auf die Notenbank Erfolg zu haben: In der Türkei wird der Schlüsselzins gesenkt. Ebenso wie in Ungarn.
24.06.2014 Update: 24.06.2014 - 16:15 Uhr Kommentieren
Er muss sich dem türkischen Ministerpräsidenten beugen: Erdem Basci, Chef der türkischen Notenbank. Quelle: Reuters

Er muss sich dem türkischen Ministerpräsidenten beugen: Erdem Basci, Chef der türkischen Notenbank.

(Foto: Reuters)

Istanbul Die türkische Notenbank hat die Zinsen überraschend deutlich gesenkt. Die Währungshüter um Zentralbankchef Erdem Basci entschieden am Dienstag, den Schlüsselzins auf 8,75 Prozent von zuvor 9,5 Prozent zu kappen. Experten hatten mit 9,0 Prozent gerechnet.

Die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan drängte die formal unabhängige Notenbank mehrfach, die Zinszügel deutlich zu lockern. Die Notenbank des Schwellenlandes hatte sich Ende Januar mit einer kräftigen geldpolitischen Straffung gegen den Kursverfall der heimischen Währung Lira gestemmt. Sie hob den Leitzins damals von 4,5 auf 10,0 Prozent an. Später senkte sie ihn auf 9,5 Prozent.

Auch Ungarns Notenbank hat den Leitzins abermals gesenkt. Der Schlüsselzins wurde am Dienstag auf 2,3 von zuvor 2,4 Prozent reduziert. Damit verbilligte sich Zentralbankgeld nunmehr 23 Monate in Folge. Die Preise in Ungarn waren im April und Mai gefallen und boten der Notenbank damit Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung.

Dieser sei angesichts des absehbar moderaten Preisauftriebs noch nicht ausgeschöpft, sagten die Währungshüter: „Eine weitere vorsichtige Lockerung der Geldpolitik könnte folgen." Notenbank-Gouverneur György Matolcsy gilt als enger Vertrauter von Ministerpräsident Viktor Orban, der sich staatlichen Einfluss in den Gremien der Notenbank gesichert hat.

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