EZB in Frankfurt

Die historische Fassade der Großmarkthalle ist Teil der EZB – hier beleuchtet vom Künstlerkollektiv Urbanscreen.

(Foto: dpa)

Umfrage Volkswirte erwarten EZB-Zinserhöhung jetzt erst Weihnachten 2019

Das Ende der Niedrigzinsphase wird in Trippelschritten vorbereitet. Doch die EZB wird sich einer Umfrage zufolge erst spät an den Leitzins wagen.
2 Kommentare

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung von Volkswirten erstmals im zweiten Quartal 2019 einen ihrer Schlüsselzinsen anheben. Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zufolge erwarten Experten mehrheitlich, dass die Euro-Wächter dann ihren Einlagensatz auf minus 0,25 Prozent von derzeit minus 0,40 Prozent hochsetzen werden. Ein negatives Vorzeichen bedeutet, Geldhäuser müssen Strafzinsen zahlen, wenn sie bei der EZB über Nacht überschüssiges Geld parken. Reuters befragte vom 6. bis zum 16. April mehr als hundert Volkswirte.

Mit einer Erhöhung des Leitzinses rechnen Ökonomen erst im Schlussviertel 2019. Das ist ein Quartal später als in der Umfrage vom März. Aktuell liegt der Hauptsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Die Währungshüter hatten zuletzt im Jahr 2011 ihre Sätze angehoben. Die nächste Zinssitzung der Euro-Notenbank ist am 26. April in Frankfurt.

Die EZB hatte im März angesichts des Aufschwungs im Währungsraum einen weiteren vorsichtigen Schritt in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik gewagt. Die Notenbank strich aus ihrem Ausblick die Option, ihre billionenschweren Anleihenkäufe erneut auszuweiten. An der Börse wird aktuell damit gerechnet, dass die EZB die Käufe bis Ende dieses Jahres einstellen wird. Bislang stellen die Euro-Wächter Zinserhöhungen erst weit nach Ende der vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen in Aussicht.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Umfrage: Volkswirte erwarten EZB-Zinserhöhung jetzt erst Weihnachten 2019"

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  • SInken dann die BAnkgebühren wieder? Die Negativzinsen sind doch DAS HAuptargument für steigende Gebühren gewesen.

    Oder nimmt man die Einnahmen aus den gestiegenen Gebühren mit und hofft, daß der dumme Kunde das nicht merkt?

  • Der Markt wird viel, viel früher Zinserhöhungen erzwingen, als es den Makroklempnern recht ist Schon jetzt gibt es keinen Grund mehr für Anleger, für Staatsanleihen aus dem Euro-Raum Minuszinsen zu zahlen, wenn es bei den Amis überm Teich wieder ca. 2% (je nach Laufzeit) gibt.

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