Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

US-Börsen deutlich im Plus Wie es Fed-Chef Powell gelingt, die Märkte zu beruhigen

Jerome Powell lässt sich von Trump nicht beirren und dämpft die Sorgen der Märkte. Die US-Börsen reagierten mit steigenden Kursen auf die deutlichen Aussagen des Fed-Chefs.
Update: 04.01.2019 - 18:40 Uhr Kommentieren
Der US-Notenbankchef stellte klar, dass er seine Entscheidungen unabhängig vom Weißen Haus treffe. Quelle: AP
Jerome Powell

Der US-Notenbankchef stellte klar, dass er seine Entscheidungen unabhängig vom Weißen Haus treffe.

(Foto: AP)

AtlantaUS-Notenbankchef Jerome Powell hat Flexibilität bei der Zinspolitik signalisiert und damit Sorgen an den Finanzmärkten vor einem zu straffen Kurs gedämpft. Die Zentralbank sei geldpolitisch nicht auf einen Weg festgelegt, sagte der oberste US-Währungshüter an diesem Freitag in Atlanta und fügte hinzu: „Wir werden geduldig sein und sehen, wie sich die Wirtschaft entwickelt.“

Die Notenbank sei stets darauf vorbereitet, ihre geldpolitische Haltung bei Bedarf auch „erheblich“ anzupassen. Diese Flexibilität gelte für alle Instrumente der Fed, auch für den Abbau der Bilanzsumme, die seit Oktober 2017 weitgehend im Hintergrund läuft.

Die US-Börsen reagierten mit steigenden Kursen auf deutlichen Aussagen des Fed-Chefs. Der Leitindex Dow Jones lag bis zum Mittag über 700 Punkte oder gut drei Prozent im Plus. Die Technologiebörse Nasdaq, die in den vergangenen Wochen besonders stark unter den Marktschwankungen gelitten hatte, lag um mehr als vier Prozent im Plus.

Die US-Industrie hatte jüngst deutlich an Schwung verloren und damit unter Investoren zu Jahresbeginn Sorgen um die Konjunktur geschürt. Powell betonte, die Konjunkturdaten deuteten dennoch daraufhin, dass die Wirtschaft mit Schwung ins neue Jahr gehe.

Angesichts der massiven Kritik von US-Präsident Donald Trump am Zinskurs der Fed stellte Powell zudem klar, dass die Notenbank ihre Entscheidungen unabhängig von der Politik treffe. Falls er vom Präsidenten zum Rücktritt aufgefordert würde, würde er diesem nicht Folge leisten, betonte Powell.

Er habe derzeit kein Treffen mit Trump auf seiner Agenda und unterhalte auch keine direkte Kommunikationslinie zum Weißen Haus.

Angesichts des Booms in den USA haben die Währungshüter den Leitzins sehr zum Leidwesen des auf hohe Wachstumsraten fixierten Präsidenten zuletzt im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent erhöht. Es war die vierte Anhebung im Jahr 2018.

Sie war im Vorfeld von vielen Händlern als überflüssig kritisiert worden. Die starken Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember, die ebenfalls am Freitag veröffentlicht wurden, gaben der Fed jedoch recht. Im Dezember wurden in den USA 312.000 neue Jobs geschaffen, deutlich mehr als erwartet. Auch die durchschnittlichen Stundenlöhne legten deutlich zu, im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent.

Das sei eine „Beruhigungsspritze gegen die Konjunktursorgen“, stellte Analyst Bernd Krampen von der NordLB klar.

Powell stellte zudem für 2019 zwei weitere Erhöhungen des Leitzins in Aussicht.

Viele Händler setzen jedoch darauf, dass die Notenbank 2019 keine Straffung mehr folgen lässt, um den Aufschwung nicht zu gefährden. „Das kurzfristige Risiko einer Rezession bleibt gering für die Fed“, schreibt der Chefökonom der Bank of the West, Scott Anderson, in einer aktuellen Analyse. „Aber die Aktien- und Anleihemärkte signalisieren eine deutliche Sorge, dass sich die Wachstumsaussichten für die USA und die Weltwirtschaft eintrüben werden, fall die Fed an ihren zwei Zinsschritten in 2019 festhält.“

Mit Agenturmaterial.

Startseite

Mehr zu: US-Börsen deutlich im Plus - Wie es Fed-Chef Powell gelingt, die Märkte zu beruhigen

0 Kommentare zu "US-Börsen deutlich im Plus: Wie es Fed-Chef Powell gelingt, die Märkte zu beruhigen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote