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US-Geldpolitik Donald Trump beschimpft Fed-Chef Jerome Powell

Der US-Präsident lässt kein gutes Haar an dem Chef der US-Notenbank, den er selbst ernannt hat. Nicht nur lastet er ihm die Schwäche der Börse an, sondern auch noch den Abbau von Jobs bei General Motors.
Update: 28.11.2018 - 12:16 Uhr Kommentieren
Donald Trump legt bei Kritik an Fed und Chef Jerome Powell nach Quelle: AP
Donald Trump kritisiert die Fed

„Bislang macht mich meine Wahl von Jay noch nicht einmal ein kleines bisschen glücklich“, kritisierte der US-Präsident

(Foto: AP)

Frankfurt Donald Trump verlässt sich einmal mehr auf seinen Instinkt. Über die US-Notenbank (Fed) sagt er: „Die machen einen Fehler. Ich habe da ein Bauchgefühl, und das sagt mir manchmal mehr, als das Hirn von irgendjemandem mir erzählen kann.“

Das ist nur eines von mehreren verschwurbelten Zitaten, die die „Washington Post“ nach einem Gespräch mit dem US-Präsidenten veröffentlicht hat. Über den Präsidenten der Notenbank, Jay Powell, den er selbst im Februar ernannt hat, sagt er: „Bisher bin nicht ein bisschen glücklich darüber, dass ich Jay ausgewählt habe. Nicht ein bisschen. Und ich will niemanden beschuldigen, aber ich sage Ihnen, die Fed hat total die Bodenhaftung verloren mit dem, was sie tut.“

Erneut präsentiert sich der zum Politiker gewordene Immobilienunternehmer als gewiefter Taktiker – dem aber angeblich die Fed in den Arm fällt. „Ich mache Deals“, sagt er ohne nähere Erläuterung, „und dabei bekomme ich keine Unterstützung von der Fed.“

Offenbar hat er seine Kritik an der US-Zentralbank auch im Zusammenhang mit der Ankündigung von General Motos geäußert, Stellen zu streichen.

Trump hat Powell schon häufiger kritisiert, dabei aber eine rote Linie nie überschritten: Die Fed agiert unabhängig von der US-Regierung, den Notenbankchef massiv unter Druck zu setzen verbietet sich daher eigentlich. Doch vor den Parlamentswahlen im November wurde Trumps Kritik schärfer. Zudem hat das Thema Geldpolitik für seine Kernwählerschaft keine herausragende Bedeutung. Auch deshalb hatte der US-Präsident die Fed wohl mit verbalen Attacken oder Angriffen auf Twitter weitgehend verschont.

Weil er den gut laufenden Aktienmarkt lange Zeit als persönlichen Erfolg seiner Politik gefeiert hatte, suchte er nach deutlichen Einbrüchen der Kurse einen Schuldigen. Die neuen Äußerungen passen zu dieser Linie, er greift Powell damit aber noch etwas persönlicher an als zuvor.

Jerome Powell, meist „Jay“ genannt, war vor seiner Ernennung zum Chef-Geldpolitiker viele Jahre lang Fed-Gouverneur. Er gilt als politisch konservativ, aber gemäßigt. Bisher hat er sich von der Kritik Trumps nicht beeindrucken lassen.

Am Mittwochmittag New Yorker Zeit wird er eine Rede halten. Dabei werden die Märkte weniger auf Gegenäußerungen zu Trump lauern, sondern sich eher für seine Einschätzung der wirtschaftlichen Situation interessieren. Powell hat den Konjunkturtrend häufig sehr optimistisch beschrieben, und sein Stellvertreter, Richard Clarida, hat in dieser Woche ebenfalls Zuversicht geäußert.

Angesichts der schwächeren Aktienmärkte und der Sorge, die Konjunktur könne abflauen, erwarten – oder erhoffen – manche Investoren aber, dass Powell in absehbarer Zeit den geldpolitischen Kurs bremst. Zurzeit erhöht die Fed regelmäßig einmal im Quartal ihre Zinsen, was sich im kommenden Jahr zunächst fortsetzen dürfte. Der Leitzins liegt momentan in einer Spanne zwischen 2,0 und 2,25 Prozent.

Auch wenn Trumps Einmischung in die Politik der Fed in den vergangenen beiden Jahren vergleichsweise moderat ausfiel, so hat der Präsident doch von Beginn seiner Amtszeit an klargemacht, dass er eine expansive Finanzpolitik verfolgt. Mit seiner Steuerreform leitete er inzwischen auch eine stärkere Staatsverschuldung ein.

Das heizt die Wirtschaft und möglicherweise auch die Inflation an – und zwingt die Fed, mit höheren Zinsen gegenzusteuern. Damit die Verschuldung tragbar bleibt, bräuchte Trump aber niedrige Zinsen. Außerdem hat er offen bekannt, dass er als ehemaliger Immobilienunternehmer ohnehin günstige Kreditkonditionen liebt.

„Trumps Wirtschaftspolitik ist eine Totalkatastrophe“

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