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US-Notenbank Fed-Chef Jerome Powell befeuert die Märkte

Der Chef der US-Zentralbank Fed, Jerome Powell, deutet an, dass die Zinsen weniger schnell steigen werden. Die Börse feiert die Äußerungen aus New York.
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Der Fed-Chairman war in jüngster Zeit auch Ziel der Attacken des US-Präsidenten Donald Trump geworden. Quelle: AFP
Jerome Powell bei seiner Rede in New York

Der Fed-Chairman war in jüngster Zeit auch Ziel der Attacken des US-Präsidenten Donald Trump geworden.

(Foto: AFP)

New York Auf dieses Signal haben die Märkte gewartet. Jerome Powell, der Gouverneur der mächtigen US-Zentralbank Federal Reserve, hat angedeutet, dass die Zinsen fast einen neutralen Wert erreicht haben. Das ist eine vorsichtige Kehrtwende zum bisherigen Kurs und lässt die Investoren hoffen, dass die Zinserhöhungen nun langsamer kommen werden.

Die Rede von Powell im Economic Club of New York war mit Spannung erwartet worden. Der Fed-Chairman war in jüngster Zeit auch Ziel der Attacken des US-Präsidenten Donald Trump geworden. Der wirft ihm vor, mit den geplanten Zinserhöhungen die Konjunktur abzuwürgen. Beobachter fragen sich nun, ob Powell sich dem Druck von Trump beugt und seine Linie der graduellen Zinssteigerungen aufweicht.

„Die Zinsen sind im Vergleich zu historischen Standards immer noch niedrig, und sie bleiben derzeit nur leicht unter der großen Breite an Erwartungen, die als neutral für die Konjunktur gelten würden – also weder das Wachstum beschleunigen noch bremsen“, sagte Powell in seiner Rede.

Die bisherigen Entscheidungen der Fed sei eine Übung im Balancieren gewesen, sagte er. Einen kleinen Seitenhieb auf Trump gab er ebenfalls zum Besten. Powell erinnerte daran, dass die Zentralbank auch in der Vergangenheit schon angegriffen wurde.

So habe sich der frühere Gouverneur William Harding im März 1929 im Economic Club of New York besorgt über die hohen Aktienkurse geäußert und wurde dafür scharf kritisiert. Wenige Monate später brachen der Aktienmarkt und schließlich auch die Weltwirtschaft zusammen.

Beruhigende Worte kamen auch zum Thema Verschuldung: „Wir stellen derzeit keinen abnormen Level von Verschuldung fest“, stellte er klar. Auch seien die Risiken, dass die Finanzierung für Finanzinstitutionen ausfallen könnte, gering. Finanzielle Institutionen und die Märkte seien widerstandsfähiger als vor der Krise.

Auch bei den Schulden der Haushalte und Unternehmen sieht er keine große Gefahr. Heute seien Haushalte deutlich weniger verschuldet als vor der letzten Finanzkrise. Die Unternehmensverschuldung sei zwar zuletzt gestiegen, aber das sei angesichts der starken Konjunktur normal. Einzelne Unternehmen seien jedoch zum Teil zu stark verschuldet. Doch das heiße nicht, dass sie das gesamte Finanzsystem gefährden könnten.

Auch vom Aktienmarkt geht Powells Ansicht nach derzeit keine große Gefahr aus: „Wir sehen keine gefährlichen Exzesse auf dem Aktienmarkt.“ Die Aktien seien heute angesichts der darunter liegenden Gewinne der Unternehmen nicht exzessiv bewertet.

Mögliche Auslöser für Probleme könnten dagegen die US-Handelspolitik, der Brexit und Italiens Haushaltsverhandlungen mit der EU sein.

Den jüngsten Financial Stability Report zur Lage des Finanzsystems verglich er mit einem positiven Ergebnis bei einem Gesundheitscheck eines Babyboomers wie ihm: „Nun ja, da sind einige Dinge, die wir im Blick haben müssen. Aber alles zusammengenommen sind Sie bei guter Gesundheit.“

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