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US-Notenbank Fed-Chef Powell sorgt sich um globales Wachstum – und plädiert für „geduldige“ Zinspolitik

Der Fed-Chef hat die abwartende zinspolitische Haltung der Fed bekräftigt. Die Konjunkturschwäche in China und Europa lässt Powell vorsichtig agieren.
Update: 26.02.2019 - 20:32 Uhr Kommentieren
Es gebe widersprüchliche Signale zur Konjunktur, und das Wachstum werde etwas geringer ausfallen als 2018, prognostiziert der Fed-Chef. Quelle: Bloomberg
Fed -Chef Jerome Powell

Es gebe widersprüchliche Signale zur Konjunktur, und das Wachstum werde etwas geringer ausfallen als 2018, prognostiziert der Fed-Chef.

(Foto: Bloomberg)

New YorkUS-Notenbankchef Jerome Powell bleibt dabei: Die abwartende Haltung in der Zinspolitik, die er im Januar ausgegeben hatte, sei gerechtfertigt, sagte er am Dienstag vor einer Anhörung im Senat. Angesichts schwächerer Konjunkturdaten und gestiegener Unsicherheiten sei es richtig, „geduldig“ zu sein.

Es gebe widersprüchliche Signale zur US-Wirtschaft, die zuletzt etwas Gegenwind gesehen habe. Zudem hätten die Finanzmärkte zum Jahresende hin stärker geschwankt. Die Wirtschaft werde zwar in diesem Jahr solide wachsen, das Plus falle aber geringer aus als 2018.

Powell hatte mit seiner Entscheidung im Januar für Wirbel gesorgt, da die Notenbank noch im Dezember zwei Zinsschritte in diesem Jahr signalisiert hatte. Die Fed beließ ihren Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld in der Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent.

Powell hatte dabei betont, dass die Argumente für Zinserhöhungen etwas schwächer geworden seien. Manche Investoren gehen mittlerweile davon aus, dass die Fed nun womöglich das ganze Jahr stillhalten wird oder die Zinsen gar senken könnte. Im Dezember hatte sie noch zwei Anhebungen für 2019 angepeilt. Immerhin: Die Kehrtwende im Januar hat seitdem die Finanzmärkte wieder beruhigt.  

Powell verwies in seiner Anhörung darauf, dass sich das Wachstum in wichtigen Volkswirtschaften wie China und Europa abgekühlt hat. Weitere Risiken seien der Brexit und der Handelsstreit. „Wir werden die Entwicklung dieser Themen sorgfältig beobachten,“ stellte er klar.

US-Aufschwung weiterhin intakt

Den Aufschwung in den USA hält Powell aber weiterhin für intakt: „Wir sehen die gegenwärtigen Wirtschaftsbedingungen als gesund und die Wirtschaftsaussichten als günstig an.“ Die Konjunktur sei zudem nicht überhitzt.

Der wochenlange Regierungsstillstand in den USA hätte viele Mitarbeiter vor eine schwierige finanzielle Lage gestellt. Auf die Wirtschaft werde er sich jedoch nur „ziemlich moderat“ auswirken, so Powell. „Wir gehen davon aus, dass die Folgen in den kommenden Quartalen wettgemacht werden können.“

Die Lage am Arbeitsmarkt sei weiter rosig, bescheinigte Powell. Allerdings stellte er auf Nachfrage klar, dass die Notenbank lediglich die Zahl der Jobs, nicht jedoch deren Qualität beeinflussen könne. Der demokratische Senator Sherrod Brown monierte, dass die Arbeitslosenquote zwar mit vier Prozent immer noch auf einem historisch niedrigen Stand sei. Allerdings würden viele Arbeitgeber kein Gehalt zahlen, von dem man „in Würde leben kann“, so Brown. Obwohl die Wirtschaft wieder deutlich angezogen habe und die großen Banken Rekordgewinne einfahren, sei ein Großteil des Aufschwungs nicht bei der Mittelschicht angekommen.

Powell zufolge würde die Fed zwar das Lohnwachstum beobachten. „Uns fehlen jedoch die Instrumente“, sagte Powell, um solche sozialen Ungleichheiten zu beseitigen.

Sorgen macht sich Powell auch um die finanzielle Lage der USA. Das Staatsdefizit wachse schneller als die Wirtschaft, „das heißt, die USA müssen entweder weniger ausgeben oder die Einnahmen erhöhen“, so Powell.

Der Kongress steht erneut vor schweren Entscheidungen. Anfang März wird die Schuldenobergrenze von 22 Milliarden Dollar erneut gelten. Sie wurde im vergangenen Jahr von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, seitdem gab es keine Begrenzung mehr beim Schuldenmachen.

Powell warnte davor, leichtfertig mit der Glaubwürdigkeit der USA umzugehen. „Dass die USA nicht alle ihre Schulden bedienen, sobald sie fällig werden, darüber sollte man nicht einmal nachdenken“, stellte er klar.

Am Mittwoch muss der Notenbankchef erneut vor dem Kongress aussagen. Dann steht er dem Bankenausschuss Rede und Antwort, der seit Januar von den Demokraten unter der Vorsitzenden Maxine Waters geführt wird.

Mehr: Jerome Powells Abkehr von der Zinswende ist umstritten. Einerseits sorgt sie für Partystimmung an den Aktienmärkten, andererseits für Skepsis unter Ökonomen. Warum der Fed-Chef ein gefährliches Signal sendet, erklärt die Handelsblatt-Korrespondentin Astrid Dörner.

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