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US-Notenbank Fed-Chef Powell und das Inflations-Rätsel

Der Fed-Chef hält die überraschend niedrige Inflationsrate nur für einen vorübergehenden Effekt. Ob der Leitzins künftig eher steigen oder fallen könnte, lässt er offen.
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„Wir sehen keine starken Argumente, uns in irgendeine Richtung zu bewegen.“ Quelle: AFP
Jerome Powell

„Wir sehen keine starken Argumente, uns in irgendeine Richtung zu bewegen.“

(Foto: AFP)

New York Jay Powell lässt sich nicht in die Karten schauen. Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ließ den Leitzins am Mittwoch bei 2,25 bis 2,5 Prozent. Ob der nächste Zinsschritt eine Anhebung oder eine Senkung sein wird, dazu wollte sich Powell bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Fed-Sitzung nicht weiter äußern. Die Zinspolitik sei „derzeit angemessen“, betonte er. Und: „Wir sehen keine starken Argumente, uns in irgendeine Richtung zu bewegen.“

Nach überraschend schwachen Inflationsdaten glauben einige Ökonomen, dass die US-Notenbank die Zinsen demnächst senken könnte. Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich Anfang der Woche erneut in die Diskussion eingemischt und gefordert, dass die Fed den Leitzins um einen Prozentpunkt kürzen und ein neuen Anleiheaufkaufprogramm, wie nach der Finanzkrise, starten solle.

Powell hält sich jedoch alle Optionen offen. Zwar ist die Kerninflation, aus der besonders schwankungsanfällige Preise wie die für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, im März auf 1,6 Prozent gesunken. Doch Powell glaubt, dass es sich – ähnlich wie 2017, um einen vorübergehenden Effekt handelt. Damals hatten unter anderem deutlich gesunkene Preise für Mobiltelefonie die Preissteigerung gedrückt. Dieses Mal seien unter anderem Preise für Kleidung und Flugtickets gesunken. „Wir beobachten die Lage sehr genau“, versicherte der Notenbank-Chef. Die Fed sei bereit einzugreifen, falls es sich doch nicht nur um vorübergehende Effekte handeln sollte.

Der Chef der Federal Bank von Chicago, Charles Evans, hatte kürzlich signalisiert, dass die Fed im Falle einer länger niedrigeren Kerninflation noch stärker umsteuern könnte. Sollte die Kerninflation auf 1,5 Prozent fallen und dort länger verweilen, wäre das aus seiner Sicht ein Signal dafür, dass die Geldpolitik zu straff sei. In diesem Fall wäre dies ein Argument für eine Zinssenkung, so Evans. Powell dagegen wollte sich nicht auf konkrete Szenarien einlassen. „Die offene Frage, die die Märkte in den kommenden Monaten beschäftigen wird, ist, welche Abweichungen bei der Inflation eine Zinssenkung auslösen würden und wie heftig eine Reaktion ausfallen würde“, meint Ökonom Nathan Sheets vom Vermögensverwalter PGIM.

Insgesamt sind die Notenbanker jedoch mit der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden, auch wenn die Daten zuletzt gemischt waren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 3,2 Prozent zu, stärker als erwartet. Auch die Löhne steigen weiter. Zudem hätten sich die ökonomischen Aussichten für Europa und China verbessert.

Die Fed verwies in ihrem Statement zum Zinsentscheid jedoch auch auf schwächelnde Haushaltsausgaben und Unternehmensinvestitionen in den USA. Die Märkte gaben zum Handelsschluss etwas nach, der Leitindex Dow Jones schloss 163 Punkte oder 0,6 Prozent im Minus. Der Euro verlor 0,2 Prozent gegenüber dem Dollar.

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