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US-Notenbank Fed lockert Stresstests für Großbanken

Die US-Notenbank schafft den kompliziertesten Teil ihres Stresstests ab. Ausländische Institute wie die Deutsche Bank können davon jedoch vorerst nicht profitieren.
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Auch die Kapitalanforderungen für US-Banken und ausländische Holdings will die Fed unangetastet lassen. Quelle: AP
New York

Auch die Kapitalanforderungen für US-Banken und ausländische Holdings will die Fed unangetastet lassen.

(Foto: AP)

New YorkGroße Erleichterung für US-Banken: Die Federal Reserve schafft den kompliziertesten Teil ihres Stresstests ab, wie die US-Notenbank am Mittwoch mitteilte. Bislang wurden große Finanzinstitute sowohl unter qualitativen als auch unter quantitativen Gesichtspunkten überprüft, und Banken konnten in beiden durchfallen. Bei der nächsten Runde der Tests, die im Sommer ansteht, soll der qualitative Aspekt jedoch für die meisten Geldhäuser wegfallen.

In diesem eher subjektiven Teil prüft die Notenbank unter anderem, ob die internen Kontrollen der Banken ausreichend sind, sie ihre Daten angemessen verwalten und starke Mechanismen haben, um große Risiken zu managen. Die Fed will diese Aspekte auch weiterhin prüfen, heißt es. Und sollte sie Unregelmäßigkeiten finden, dann würden sie regulatorische Schritte ergreifen. Die Notenbank, die gleichzeitig als wichtiger Aufseher agiert, wird die betreffenden Institute jedoch nicht mehr wie bisher durchfallen lassen.

Diese neue Regel gilt jedoch nur für all jene Institute, die diesen qualitativen Test bereits vier Mal durchlaufen haben. Die Notenanker gehen davon aus, dass nach dieser Zeit die Systeme und Strukturen angepasst wurden, um den Anforderungen der Regulierer zu entsprechen und nicht jedes Jahr neu einem offiziellen Stresstest unterzogen werden müssen. Dazu gehören alle großen US-Banken sowie die britische HSBC, nicht allerdings die Deutsche Bank, Barclays, UBS und Credit Suisse.

Der Grund: Die vier Institute haben ihr US-Geschäft erst in den vergangenen Jahren in eine sogenannte Holding Company umgewandelt und haben noch keine vier Stresstests absolviert. Bei der Deutschen Bank sind es zwei nach dem aktuellen Modell. Vor zwei Jahren wurde das Ergebnis nicht veröffentlicht, im vergangenen Jahr fiel die Bank bei dem qualitativen Test durch – als einzige der geprüften Banken.

Die ausländischen Institute fühlen sich nun klar im Nachteil. Zudem könnte ihnen die Fed eine weitere Hürde stellen. So könnte die Fed die Liquiditätsanforderungen für die Niederlassungen ausländischer Kreditinstitute anheben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Damit könnte die Fed ein Schlupfloch schließen. Den größten Teil ihres US-Geschäftes haben ausländische Banken zwar in den Holding-Unternehmen gebündelt. Für sie gelten in Bezug auf Kapitalstandards, Verschuldungsgrad und Stresstests die gleichen Vorschriften wie für große US-Banken.

Die ausländischen Institute dürfen daneben jedoch auch Niederlassungen betreiben, die sozusagen eine direkte Erweiterung der Zentrale im Ausland sind und als solche nicht den gleichen Vorschriften unterliegen wie US-Institute. Hier könnten die Standards künftig angehoben werden. Ob es tatsächlich so kommt und wann es so weit sein könnte, ist laut Notenbankreisen jedoch noch nicht klar.

Der quantitative Teil des Stresstests soll unverändert bestehen bleiben. Dort wird geprüft, ob die Banken beziehungsweise die Holding-Gesellschaften mit ausreichend Kapital ausgestattet sind.

Auch die Kapitalanforderungen für US-Banken und ausländische Holdings will die Fed unangetastet lassen. Der sogenannte Antizyklische Kapitalpuffer bleibe bei null Prozent, teilte die Notenbank ebenfalls am Mittwoch mit. Damit müssen die Banken kein weiteres Kapital zum Schutz gegen einen künftigen Konjunkturabschwung vorhalten.

Die Entscheidung sei im zuständigen Fed-Gremium mit vier Stimmen bei einer Gegenstimme gefallen. Die Gegenstimme kam von Währungshüterin Lael Brainard, die bereits früher für eine Erhöhung des Kapitalpuffers plädiert hatte. Ein Antizyklischer Kapitalpuffer würde die Widerstandsfähigkeit von Großbanken im Falle erhöhter Verlustrisiken stärken, gilt bei den Banken jedoch als unbeliebt.

Mit Material von Reuters

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