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US-Notenbank Neuer Fed-Chef Powell setzt Yellens Kurs der moderaten Zinserhöhungen fort

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins um 0,25 Punkte angehoben. Sie rechnet allerdings mit höherer Inflation. Das könnte schnellere Zinsschritte bedeuten.
Update: 21.03.2018 - 20:49 Uhr 5 Kommentare
Der neue Fed-Chef macht da weiter, wo seine Vorgängerin aufgehört hat. Quelle: Reuters
Jerome Powell

Der neue Fed-Chef macht da weiter, wo seine Vorgängerin aufgehört hat.

(Foto: Reuters)

New York Die US-Notenbank Fed hat die Zinsen zum ersten Mal in diesem Jahr angehoben. Sie erhöhte den Leitzins um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent, wie die Fed nach der ersten Sitzung unter Führung von Jerome Powell am Mittwoch bekanntgab. Das entsprach den Erwartungen.

Die Aussagen zur Inflation deuten jedoch darauf hin, dass die Fed die Zinsen in Zukunft schneller erhöhen könnte als bislang erwartet.

Es sind Kleinigkeiten, die in der Notenbanksprache den Unterschied machen. Die jährliche Inflation könne „in den kommenden Monaten steigen“, teilte die Fed am Mittwoch mit. Im Januar hieß es noch „in diesem Jahr“. Eine höhere Inflation heißt, dass die Fed schneller eingreifen könnte und statt der erwarteten drei Zinsschritte in diesem Jahr vier Zinsschritte erwägen könnte.

Außerdem wies die US-Notenbank darauf hin, dass sich der wirtschaftliche Ausblick in den vergangenen Monaten verbessert habe. Das liegt vor allem an der Steuerreform in den USA und könnte ebenfalls ein Hinweis für eine aggressivere Geldpolitik sein.

Neuer Fed-Chef zeichnet positives Bild der US-Wirtschaft

Insgesamt zeichnet Powell ein äußerst positives Bild der US-Wirtschaft: Ein stärkeres Wachstum, eine gesunkene Arbeitslosigkeit und eine nur leicht gestiegene Inflation. Vor diesem Hintergrund erwarten sieben von 15 Teilnehmern der Fed-Sitzung nun insgesamt vier Zinsschritte in diesem Jahr. Im Dezember waren es noch vier von 16 Teilnehmern.

Die meisten Teilnehmer rechnen mittlerweile auch mit drei und nicht mehr nur zwei Zinsschritten im Jahr 2019. Mit weiteren zwei Schritten rechnen sie 2020, was einer Zins-Spanne von 3,25 Prozent bis 3,5 Prozent entspricht.

Der Ökonom Michael Feroli von JP Morgan weist darauf hin, dass nun führende Mitglieder der Fed mit einem vierten Zinsschritt in diesem Jahr rechnen. „Wir rechnen weiterhin mit Erhöhungen im Juni, September und Dezember“, schreibt der Ökonom.

Der neue Fed-Chef Powell machte klar, dass er den von Janet Yellen eingeschlagenen Kurs der graduellen Zinserhöhungen weiterführen will: „Dieser graduelle Prozess ist seit zwei Jahren im Gange und hat der Wirtschaft gut gedient und soll ihr auch weiter dienen“, sagte Powell. Dabei legte er sich nicht fest, ob es dieses Jahr doch noch zu vier Zinsschritten kommen wird.

An den Finanzmärkten gilt Powell als Garant der Kontinuität. Powell hat im Februar seine Vorgängerin Janet Yellen abgelöst. Unter ihrer Führung hatte die Fed nach Jahren der lockeren Geldpolitik bereits die Kehrtwende eingeläutet. Zuletzt hatte die Fed Mitte Dezember den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Zwischen Ende 2008 und Ende 2015 hatte der Zinssatz an der Nulllinie gelegen.

Warum die erste Pressekonferenz mit Powell nach dem Zinsentscheid mit Spannung erwartet wurde

Die erste Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid des neuen Fed-Chefs Jerome Powell war mit Spannung erwartet worden. Er musste vor allem beweisen, dass er die Kommunikation der Notenbanker beherrscht: etwas sagen, aber nicht zu viel preisgeben. Vor allem nichts, was er später wieder zurücknehmen muss.

Schließlich erinnert man sich unter Notenbank-Beobachtern noch heute an das erste Zusammentreffen seiner Vorgängerin mit der Presse: Janet Yellen hatte am 19. März 2014 unvorsichtigerweise gesagt, dass die Fed schon innerhalb von sechs Monaten die Zinsen erhöhen könnte und damit einen Kursrutsch an den Börsen ausgelöst.

Powell gelobte auch eine bessere Kommunikation. Der neue Fed-Chef stellte sogar in Aussicht, die Zahl der Pressekonferenzen pro Jahr zu erhöhen. Bisher sind es vier. Powell „erwägt vorsichtig“, öfter Pressekonferenzen zu halten, sagte er. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Seine erste Pressekonferenz hat er erfolgreich gemeistert. Die Aktienkurse reagierten gleich nach der Fed-Entscheidung positiv, beruhigten sich dann aber wieder.

So reagieren die Ökonomen

Die Beobachter waren nicht überrascht. Aber einige halten die langfristigen Aussichten für weniger rosig: Der US-Chefökonom von Unicredit, Harm Bandholz, teilt den positiven Ausblick für das laufende Jahr und rechnet mit drei bis vier Zinsschritten. „Zwei massive Steuer-Pakete erlauben es der Wirtschaft, über ihr Potential hinaus zu wachsen, auch wenn die Vollbeschäftigung schon erreicht ist“, schreibt Bandholz.

Mit Blick auf das kommende Jahr bleibt der Unicredit-Ökonom allerdings vorsichtiger und rechnet damit, dass sich das Wachstum wieder abkühlt.

Otmar Lang, Chefökonom der Targobank, warnt, dass sich die Anzeichen für eine Abkühlung der weltweiten Konjunktur mehren. „Die US-Notenbank muss sich auf diese veränderten Rahmenbedingungen einstellen“ schreibt er. Insofern überraschten ihre vergleichsweise klaren Aussagen. Eigentlich hätte die Fed besser daran getan, „sich möglichst flexibel zu äußern und sich bezüglich der Anzahl der Zinsanhebungen alle Optionen offen zu halten“, meint Lang.

Auch Randy Anderson, Chefökonom von Griffin Capital, fürchtet, dass die Wirtschaft schon im kommenden Jahr nicht mehr so gut laufen könnte: „Ich glaube, sie haben die Stärke der Wirtschaft für 2019 zu positiv gemalt“, schreibt Anderson.

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5 Kommentare zu "US-Notenbank: Neuer Fed-Chef Powell setzt Yellens Kurs der moderaten Zinserhöhungen fort"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Meine Herrn, niemand wird die Schulden bezahlen.

  • Herr Helmut Metz
    21.03.2018, 20:02 Uhr
    Das passt vorne und hinten nicht zusammen.

    .....................

    Sie rechnen die USA zu pragmatisch aus !

    Wenn Sie bei sich mit Familie Einsparungen und Verbesserungen für sich haben wollen
    dann fragen Sie sich im kreis der Familie auch WAS KÖNNEN WIR AN FREMDKOSTEN EINSPAREN !
    WAS KÖNNEN WIR KÜNDIGEN UND SELBER ERLEDIGEN !

    UND DARIN LIEGT WEITERHIN DER FEHLER DER " EU " DASS IMMER WEITER AUS CHINA IMPORTIERT ANSTATT FABRIKEN IM SÜDEN UND ÄRMERE LÄNDER DER EU AUFZUSTELLEN UND ES SELBER FÜR DEN KONTINENT HERZUSTELLEN !

    Und wenn Ihnen Ihr nachbar 10 Euro abverlangt für eine geleistete hilfe , während Sie nur 2,50 Euro abverlangen für eine und dergleiche hilfestellung , DANN BRECHEN SIE DIE FREUNDSCHAFT AUCH ZU IHREM NACHBAR !

    DEUTSCHLAND VERLANGT 10% an ZÖLLE FÜR US-AUTOS.
    USA VERLANGT 2,5% an ZÖLLE FÜR DEUTSCHE AUTOS.

    Was bitteschön hat dieses dann noch mit Globalisierung zu tun ???

    DAS IST ABZOCKE UNTER FREUNDE !!!!!

    UND ABZOCKE UNTER FREUNDE GEHT GAR NICHT FRAU BUNDESKANZLERIN MERKEL !!!!!

  • Herr Helmut Metz
    21.03.2018, 20:02 Uhr
    Das passt vorne und hinten nicht zusammen.
    Kurz gefasst besteht Trumps Finanzpolitik nämlich in einem "Revival" der "Reaganomics": wie einst Reagan versucht er nämlich, an der LAFFER-KURVE zu drehen:

    .........................

    Sie vermischen Äpfeln mit Birnen und als was wollen Sie es dann am Kunden abwiegen und abkassieren ?

    REAGAN HATTE EINE ENORME US-ARBEITSLOSIGKEIT IM USA ZU BEKÄMPFEN und hat es nicht verstanden sich gegen Europäische Importe gerechter zu wehren !

    Sie können nicht Kredite schneller und sicherer zurück bezahlen wollen wenn das Einkommen immer weniger wird !

  • US-NOTENBANK
    Neuer Fed-Chef Powell setzt Yellens Kurs der moderaten Zinserhöhungen fort
    Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins um 0,25 Punkte angehoben.

    .......................

    Damit zeigt er FACH KOMPETENZ und SCHADET DEM USA NICHT !!!

    Europa und seine EZB aber lassen den Zins niedrig stehen ???

    Da zeigt sich warum es mit Europa niemals in den kommende 5 Jahren mit Aufschwung aufwärts gehen kann .
    Doch Herr DRAGHI IST FALSCH BERATEN und kann daraus nur dann ebenso falsch Handeln !!!

  • Das passt vorne und hinten nicht zusammen.
    Kurz gefasst besteht Trumps Finanzpolitik nämlich in einem "Revival" der "Reaganomics": wie einst Reagan versucht er nämlich, an der LAFFER-KURVE zu drehen:
    "Wird der Steuersatz, ausgehend von einem Satz von null, sukzessive erhöht, so steigen zunächst auch die Steuereinnahmen. Zwar gibt es einen Steuerwiderstand und die Besteuerten versuchen, der Steuer auszuweichen, aber die sinkende Besteuerungsgrundlage wird durch die Erhöhung des Steuersatzes überkompensiert.
    Bei einem Steuersatz von 100 % sei die Besteuerungsgrundlage Null und damit das Steueraufkommen auch Null. Wird der Steuersatz gesenkt, steigt die Besteuerungsgrundlage und damit das Steueraufkommen."
    BIS das Steueraufkommen aber durch die Entlastung steigt, müssen sich die Amis erst einmal massiv neu verschulden. Powell müsste daher also weitaus eher die Druckerpresse rotieren lassen. Zinserhöhungen VERTEUERN jedoch die Neuverschuldung - wobei die US-Staatsverschuldung jüngst sowieso erst die 21-Billionen-Marke "knackte":
    http://www.usdebtclock.org/
    Powell entlastet mit der Zinserhöhung also nicht Trumps Politik - er belastet sie vielmehr.
    Man kann nun spekulieren: Wer will eine mögliche Pleite der USA? Der "Deep State" hinter der Fed vielleicht?

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