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US-Zinsentscheid Ein neuer Balanceakt für Fed-Chef Powell

Nach dem drastischen Richtungswechsel wird der Fed-Chef am Mittwoch wohl größere Volten vermeiden. Investoren blicken vor allem auf ein Thema.
01.05.2019 - 09:35 Uhr Kommentieren
Der Fed-Chef wird von US-Präsident Trump massiv kritisiert. Quelle: AP
Jerome Powell

Der Fed-Chef wird von US-Präsident Trump massiv kritisiert.

(Foto: AP)

Frankfurt US-Präsident Donald Trump ließ es sich auch kurz vor der Zinsentscheidung US-Notenbank Federal Reserve nicht nehmen, den Geldpolitikern neue Ratschläge zu erteilen. Die US-Konjunktur könnte „abgehen wie eine Rakete“, wenn die Zentralbank den Schlüsselzins senken würde, schrieb er am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die Wirtschaft habe das Potenzial dafür, sollten die Leitzinsen um etwa einen Basispunkt reduziert und die Geldpolitik gelockert werden.

Trump hatte bereits in den vergangenen Wochen immer wieder scharfe Kritik an der nach seiner Einschätzung zu straffen Geldpolitik der Währungshüter geübt.

Zuletzt hatte die US-Notenbank zu Jahresbeginn wegen der schlechteren Wirtschaftsaussichten einen drastischen Schwenk vollzogen: Statt bis zu drei Zinserhöhungen in diesem Jahr geht sie seither von keinem weiteren Zinsschritt in diesem Jahr aus. Zudem kündigte sie an, ihren Bilanzabbau bis Ende des Jahres stoppen zu wollen.

Geht es in die andere Richtung?

Inzwischen gibt es erste Stimmen aus der Notenbank, die sogar schon über mögliche Zinssenkungen sprechen. Wichtige Entscheidungen dürfte es am Mittwoch jedoch nicht geben. „Nach dem Richtungswechsel zu Jahresbeginn wird die Fed am Mittwoch vermutlich nicht viel ändern“, erwartet Bernd Weidensteiner, Ökonom der Commerzbank. Dennoch dürften Investoren sehr genau auf die Wortwahl von Fed-Chef Jerome Powell achten. „Interessant wird vor allem, ob sich Powell Hinweise entlocken lässt, wie er die aktuelle Inflationsentwicklung sieht“, so Weidensteiner.

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    Trotz robusten Wachstums war die Inflation in den USA zuletzt schwächer ausgefallen. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft überraschend kräftig mit einer auf das Jahr gerechneten Rate von 3,2 Prozent gewachsen. Die Kerninflation, aus der besonders schwankungsanfällige Preise wie die für Energie rausgestrichen werden, sank in den USA im März von 1,7 auf 1,6 Prozent.

    Der Chef der Federal Bank von Chicago, Charles Evans, hatte kürzlich signalisiert, dass die Fed im Falle einer länger niedrigeren Kerninflation noch stärker umsteuern könnte. Sollte die Kerninflation auf 1,5 Prozent fallen und dort länger verweilen, wäre das aus seiner Sicht ein Signal dafür, dass die Geldpolitik zu straff sei. In diesem Fall wäre dies ein Argument für eine Zinssenkung, so Evans.

    Die Mitglieder des Führungsgremiums der Fed gehen hingegen bisher noch im Mittel noch von jeweils einer Zinserhöhung 2020 und 2021 aus. Die Märkte dagegen erwarten bereits Zinssenkungen. Ähnlich äußert sich Commerzbank-Ökonom Weidensteiner. „Wir gehen davon aus, dass der nächste Zinsschritt eher eine Senkung sein wird“, sagt er. Damit werde sie sich aber wohl Zeit lassen, auch um den Eindruck zu vermeiden, dass sie auf Druck von Trump handelt.

    Ähnlich äußert sich auch Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Wenn die Fed bis zum Herbst nicht noch den Zins erhöhe, werde sie es vermutlich gar nicht mehr tun. Angesichts der aktuell niedrigen Inflation in den USA werde sie sich wohl gegen eine weitere Straffung in diesem und im nächsten Jahr entscheiden, auch um politisch vor den Präsidentschaftswahlen 2020 nicht noch stärker unter Druck zu geraten. „Im Zweifelsfall macht sie nichts,“, so Schmieding.

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