USA vs. Euro-Zone Lernen von Uncle Sam

Die USA sind besser aus der Finanzkrise gekommen als die Euro-Zone. Zentralbank-Präsident Mario Draghi und andere können von den Amerikanern einiges lernen. Das bessere Krisenmanagement hat mehrere Gründe.
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Erfolgreicher gegen die Krise: Die US-Wirtschaft hat sich viel schneller berappelt. Quelle: Getty Images

Erfolgreicher gegen die Krise: Die US-Wirtschaft hat sich viel schneller berappelt.

(Foto: Getty Images)

FrankfurtNotenbanker werden selten mit Lob überschüttet. Janet Yellen ist dieses Kunststück gelungen. Als die Chefin der US-Notenbank Fed jüngst die erste Zinserhöhung seit knapp zehn Jahren verkündete, gab es Zustimmung von fast allen Seiten. Dies sei „ein kleiner Schritt für die Fed, aber ein großer für das Finanzsystem“, sagte beispielsweise der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater.

Auf dem Papier mag die Erhöhung der Obergrenze für den Leitzins von 0,25 auf 0,5 Prozent wie eine Lappalie wirken, doch sie hat große symbolische Bedeutung. Für die USA ist damit das Kapitel der Finanzkrise beendet. Dort ist die Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich um fast drei Prozent gewachsen, die private Verschuldung sinkt und es herrscht Vollbeschäftigung. In der Euro-Zone hingegen liegt die Arbeitslosigkeit bei über zehn Prozent, das Wachstum schwächelt, und viele Banken ächzen noch immer unter der Last fauler Kredite.

Und auch die Inflation ist in Europa deutlich von der Marke von knapp unter zwei Prozent entfernt, die von der Europäischen Zentralbank angestrebt wird. Im Dezember kletterten die Preis um 0,2 Prozentpunkte, wie die Europäische Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. Experten hatten 0,3 Prozentpunkte erwartet.

Obwohl die Krise in den USA begonnen hat, wurde das Land viel besser mit den Folgen fertig. Ökonomen führen das vor allem auf die pragmatische Krisenpolitik der Amerikaner zurück. „Die USA haben wirtschaftspolitisch schneller und durchgreifender reagiert“, sagt Gustav Horn vom gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

Besonders schnell durchgegriffen haben die Amerikaner bei den Banken. Kurz nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers rief der damalige Finanzminister Hank Paulson die Chefs der größten Banken zusammen. Er ließ sie kurzerhand ein Papier unterschreiben, dass die Teilverstaatlichung ihrer Institute besiegelte. Insgesamt 250 Milliarden Dollar pumpte die Regierung in die großen Wall-Street-Institute wie Goldman Sachs. Heute ist die Krise bei vielen US-Banken schon fast vergessen.

Ganz anders in der Euro-Zone. Hier hat sich der Bankensektor bis heute nicht richtig erholt. Noch immer liegen faule Kredite in den Bilanzen. Wegen der sehr angespannten Staatsfinanzen wollten die Regierungen staatliche Kapitalspritzen für die Banken unbedingt vermeiden.

Schneller und entschlossener in der Geldpolitik
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40 Kommentare zu "USA vs. Euro-Zone: Lernen von Uncle Sam"

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  • Schuldenfinanziertes Wachstum soll Deutschlan als stärkste Wirtschaftsmacht der Eurozone also von den USA lernen. Was sagt denn die Deutsche Bundesbank dazu? Was sage denn die Deutschen zur Schuldenfinanzierung? Was sagt die deutsche Verfassung? Aufruf zum Verfassungsbruch durch Medien? HB sei dank!
    Was sagen denn Experten, wenn mit 5 oder 3 Prozent Neuverschuldung des Staates ren oder zwei Prozent Wachstum erreicht werden? Zu den Erfolgen der Geldpolitik in den USA zählen über 10 Prozent Neuverschuldung bei Rezession 2009. Im selben Jahr hat Deutschlend seine Neuverschuldung um 3 Prozent erhöht und 5 Prozent kleineres BIP erreicht. Ein Jahr später wuchs die Neuverschuldung um 1,8 Prozent bei 3,6 Prozent Wachstum. Das hat Herr Mallien schon längst vergessen.
    These: In den USA werden Importüberschüsse nicht wie üblich vom Bruttoinlandprodukt abgezogen, sondern dazugerechnet, obwohl dem Inportüberschuss keine eigene Leistung im Inland gegenüber steht.
    Weitere Anmerkung: Für den gleichen Wohlstand privater Haushalte werden in den USA doppelt so viel Öl pro Kopf verbraucht und fünf mal so viel Strom. Beide steigern jedoch das Bruttoinlandprodukt. BIP ist deshalb keine geeignete Maßzakl für Wirtschaft und Wohlstand. Begreift das endlich.

  • Herr Banaschak, ist "amerikanische Drecksschleuder" bei Ihnen "sachlicher Stil"?

    Unter dem Gesichtspunkt, was der Gesundheit des Menschen unmittelbar schadet, ist der Diesel (mehr noch: der Diesel mit Partikelfilter) die Dreckschleuder schlechthin. Der Benziner mit geregeltem Kat ist da WESENTLICH verträglicher. Was die Bedeutung von CO2 für das "Klima" anbelangt, bei dem der Benziner - wie bekannt - schlechter dasteht, ist äußerst strittig und würde hier den Rahmen sprengen.

    Was lustig ist an dieser Angelegenheit, ist der Umstand, dass hier einige, wie im Mittelalter, dem Boten schlechter Nachrichten die Schuld geben wollen. VW ist aber nun mal der Täter. Die US-Behörden tun hier, weil die europäischen es durch ihre Gefälligkeitsgutachten versäumt haben, nur ihre Pflicht.

  • Lieber H. Caruso,
    dem 1. Teil ihres Beitrages stimme ich ihnen zu. Ja, ich glaube, dass diesem Abschnitt alle zustimmen werden, denn es ist einfach Fakt.
    Der zweite Teil ist leider völlig übertrieben und entspricht auch nicht einem sachlichen Stil. natürlich hat VW betrogen. Richtig ist allerdings auch, dass die USA diesen Skandal jetzt ganz unverschämt ausnützen, um ihre Autoindustrie in ein gutes Licht zu stellen, wo die amerikanischen Drecksschleudern sicher nicht hingehören. Da werden sie mir wohl auch zustimmen.

  • 1. Die USA haben nur die noch dreisteren Lügen-Statistiker als die Euro-Zone:
    - offizielle US-Arbeitslosenrate (U3): 5% vs. reale Arbeitslosenrate: 23% (!!)
    - offizielle Inflation (CPI-U): ca.0,1% vs. reale Inflation: ca. 8% (!!)
    http://www.shadowstats.com/alternate_data

    2. Die USA hatten mit "Heli-Ben" Bernanke den noch dreisteren Gelddrucker (QE 1-3), und sie haben mit dem USD immer noch die WeltLEIDwährung, die es ihnen ermöglichte, die Dollar-Inflationierung bis jetzt in alle Welt zu exportieren

  • Wenn ich den Ton vieler Kommentatoren hier lese, kann ich leider verstehen, dass manche Berichte schnell für Kommentare geschlossen warden wie z.B. zu den Vorfällen am Kölner Bahnhof/Dom.
    Dass ein Gustav Horn die sache natürlich nur unter keynsianischen Gesichtspunkten darstellt, ist doch klar. Das ist doch kein Grund, so unhöflich zu werden. Ein gutter Ökonom geht über diesen Unsinn einfach hinweg. Wir wissen alle, dass in den USA einige Staaten eben einfach in den Konkurs entlassen wurden, was der Herr Horn natürlich verschweigt, denn das will er den europäischen Staaten ganz und gar nicht empfehlen, wie wir ja aus seinen Beiträgen zu GR gesehen haben. Warum regen sich also so viele über einen Horn auf. Lassen wir ihn doch schwätzen, denn mehr ist es nicht, was er tut. Bestätigt dieser Bericht ganz eindrücklich.
    Schade finde ich, dass das Handelsblatt solchen Schwätzern eine solche Plattform bietet. Na ja, in der FAZ darf der Fratzscher ja auch erzählen, dass die Flüchtlinge zu dem starken Beschäftigungsanstieg ganz besonders beigetragen haben. Was wir von Fratzscher's Gewäsch halten dürfen, können sie in Prof. van Sumtums Analyse "Costa ja gar nix - Costa ja ganz viel" nachlesen, in welcher er Prof. Fratzscher ja nachgewiesen hat, dass der weder eine Cobb-Douglas-Produktionsfunktion sondern einfache Dreisatzrechnungen verwendet. Und auch mit dem Dreisatz hat Fratzscher grosse Mühe, oder er beherrscht noch nicht mal Excel.
    Also ein Rat an meine Mit-Kommentatoren: einfach etwas sachlicher schreiben.

  • Nein, so läuft das nicht ab! Die US-Hersteller bieten deshalb fast ausschließlich Benziner an, weil der Diesel dort, anders als bei uns, nicht steuerlich gefördert wird. Und deshalb haben diese Fehlkonstruktionen und fahrenden Rußfabriken dort auch keine Chance.

    Die infame und grenzenlos verlogene VW-Reklame ("clean-diesel") hat, in Verbindung mit dem dreisten Betrug bei den Messungen, zu einem kurzzeitigen Erfolg in den USA geführt. Damit haben die US-Behörden jetzt Schluß gemacht. Gut so!

  • Hätten wir die Krisenländer wie in den USA pleite gehen lassen, wäre die Krise auch schon vorbei, und die Ungleichheiten noch größer (was auch nicht lange geht….)
    Die nächste Krise? Wo kam eigentlich die letzte Krise her? 2000, 2009, … ups, und eigentlich dauert sie ja immer noch an!!! Wenn man keine Krisen will, dann müssen die Banker wieder das sein was sie sind: unbedeutende Dienstleister, Finanzen und Wirtschaft sind nicht dasselbe!

  • Ganz ehrlich! Eines der Beispiele für extrem schlechten Journalismus, keine Hintergründe, keine Zusammenhänge, die Logik hat echt etwas von Cannabis-Konsum! Nur mal so ein paar Anmerkungen:

    „…doch sie hat große symbolische Bedeutung.“ Der Autor mag sich erinnern, warum der Begriff „Symbolpolitik negativ belegt ist!

    „Dort ist die Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich um fast drei Prozent gewachsen, die private Verschuldung sinkt und es herrscht Vollbeschäftigung.“
    3 % die die Geldmengenauswertung beinhalten? Island lässt grüßen! Man achte auf die Unterschiede in den Statistiken bezüglich Beschäftigung. Bei gleichen Kriterien sehe ich keinen Vorteil für die USA, im Gegenteil, deren Mittelstand wird irgendwie ausradiert!

    Ein Punkt, der hier nicht erwähnt wird: in den USA sind extrem viele Banken pleite gegangen! Die faulen Kredite sind mit Geld zugeschüttet, die Verschuldung der USA wird nicht mehr veröffentlicht! Ansonsten gehen in USA Einzelstaaten und Gemeinden pleite (z.B. Californien).

    Eine Inflationsrate wie aktuell in Europa ist hervorragend, es wird nur vor einer Deflationsspirale gewarnt, die gar nicht ansteht! Die Kerninflation ohne Energie ist aber deutlich höher! Ubrigens: Inflationsraten hängen extrem vom Warenkorb ab, und der ist irgendwie beliebig! Nach den Standard der 70eer Jahre haben wir ganz andere Inflationsraten!

    Besser in den Folgen der Finanzkrise? In den USA wird nur nicht so rumgeheult! Die Härten für die Bevölkerung sind dort um ein Vielfaches höher als bei uns! Von den USA lernen? Im Falle von Griechenland auf jeden Fall!

    Es ist kein Vorteil, dass die Krise vergessen ist, wir waren ja angeblich aus schon heraus. Wir und die USA haben Zeit gekauft, sie wird irgendwann zu Ende gehen, wenn man sie nicht nutzt!

    Das Defizit auf ein Wirtschaftswachstum zu berechnen, dass das Geldmengenwachstum beinhaltet ist nur ein Pilotenspiel… super, bis zum Zusammenbruch!

  • Vor allem findet ein Wirtschaftskrieg statt. Z.B. bei VW. Da fahren Dreckschleudern in USA rum. Die US Hersteller bieten fast ausschließlich Benziner an. Also senkt man die Grenzwerte für Diesel, damit die Dt. Hersteller aus dem Markt gedrängt werden. So läuft das doch ab...

  • In Berichten über gute Wirtschaftsdaten der USA wird stets verschwiegen, dass die Kennziffern für das Wirtschaftswachstum und die Arbeitslosenrate der USA geschönt sind. Gegenüber der in der EU verwendeten Wachstumskennzahl fällt das für die USA berechnete Wachstum um 1,5 % bis 2 %-Punkte höher aus. Es werden in den USA Güter und Dienstleistungen in das Wachstum einbezogen, die Planwerte oder staatliche Investitionen sind. Oder es werden ältere Güter wie neue bewertet. Die Inflationsrate für die Berechnung des realen Wachstums in den USA wird durch eine geeignete Auswahl des Warenkorbs möglichst niedrig angesetzt. Dass das ausgewiesene Wachstum der USA überhöht ist, kann man daran sehen, dass ein Wachstum unter 2 % in den USA als schlecht, fast wie eine Rezession interpretiert wird, während ein Wachtsum in Deutschland von 1,5 % bis 2 % als sehr gut beurteilt wird. Ebenso ist die offizielle Arbeitslosenrate in den USA geschönt. Es werden nur Arbeitslose gezählt, die sich alle 4 Wochen als arbeitslos bei der Behörde melden. Wer ein Jahr arbeitslos war, fällt aus der Statistik. Es wäre wünschenswert, dass international gleiche Kennzahlen verwendet werden. Dies ist jedoch unrealistisch, da mit Kennzahlen Politik gemacht wird.

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