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Verbraucherpreise Die Inflation bleibt deutlich unter der EZB-Zielmarke

Die Inflation im Euro-Raum ist im Juni bei 1,2 Prozent geblieben. Das dürfte den Befürwortern der ultralockeren Geldpolitik neue Argumente liefern.
28.06.2019 Update: 28.06.2019 - 13:53 Uhr Kommentieren
Die Inflationsrate bleibt auf dem Niveau des Vormonats. Quelle: dpa
Einkaufskorb mit Lebensmitteln

Die Inflationsrate bleibt auf dem Niveau des Vormonats.

(Foto: dpa)

Frankfurt EZB-Präsident Mario Draghi und seine Kollegen aus dem Rat der Europäischen Zentralbank dürften sehr genau auf die heutigen Zahlen des europäischen Statistikamtes Eurostat für den Euroraum schauen. Die Inflationsrate lag im Juni bei 1,2 Prozent, wie die Behörde am Freitag mitteilte.

Sie liegt damit deutlich unter dem von der Notenbank auf mittlere Sicht anvisierten Wert von knapp unter zwei Prozent, den die EZB als ideal für die Konjunktur ansieht. Die Kerninflation, aus der besonders schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel, Energie und Tabak herausgestrichen werden, stieg von 0,8 Prozent im Mai auf 1,1 Prozent im Juni. Die EZB achtet stark auf die Kerninflation, weil sie als guter Indikator dafür gilt, ob die Preissteigerung nachhaltig ist.

Ökonomen führen den Anstieg der Kerninflation allerdings hauptsächlich auf Sondereffekte zurück. „Dies ist nicht der von der EZB erhoffte Beginn eines nachhaltig höheren Preisauftriebs, sondern allein der späten Lage von Pfingsten in diesem Jahr geschuldet,“ schreibt Commerzbank-Ökonom Christoph Weil in einer Analyse. Der Preisanstieg bei Energie lag im Juni bei 1,6 Prozent nach 3,8 Prozent im Mai. Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich um 0,8 Prozent. Im Mai hatte der Preisanstieg bei 0,4 Prozent gelegen.

Höhere Löhne führen nicht zu Preisauftrieb

Die EZB hofft auf eine allmählich steigende Inflation. Sie begründet dies vor allem damit, dass zuletzt die Löhne in einigen Ländern wie Deutschland stärker gestiegen sind. Das Problem ist jedoch, dass die Unternehmen ihre höheren Lohnkosten bisher nicht über höhere Preise an die Verbraucher weiterreichen. „Die höheren Lohnabschlüsse haben selbst im Dienstleistungssektor bislang nicht zu einem nachhaltig stärkeren Preisauftrieb geführt,“ so Weil. „Die von der EZB erwartete nachhaltige Verstärkung des unterliegenden Preisauftriebs lässt danach weiter auf sich warten.“

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    Seit Jahren versucht die EZB, die Inflation im Euro-Raum anzuschieben. So hat sie die Zinsen auf ein Rekordtief gesenkt und für mehr als zwei Billionen Euro Wertpapiere der Euro-Länder gekauft. Seit Jahren jedoch verharrt die Kerninflation im Euro-Raum auf einem Niveau um etwa ein Prozent.

    In der vergangenen Woche hat EZB-Präsident Mario Draghi auf einer Konferenz im portugiesischen Sintra deutliche Signale für eine weitere Lockerung der Geldpolitik gegeben. Er stellte dort nicht nur mögliche Zinssenkungen in Aussicht, sondern schloss auch eine neue Ausweitung bei den Anleihekäufen nicht aus. Seit Jahresanfang werden nur noch auslaufende Papiere ersetzt.

    In der Notenbank sind viele besorgt, dass der Eurozone ein schwerer wirtschaftlicher Abschwung droht. So sind die Daten für die Eurozone zuletzt äußerst schwach ausgefallen und die Inflationserwartungen deutlich gefallen. Für Notenbanker ist das ein Alarmsignal, weil die tatsächliche Preissteigerung häufig auch den Erwartungen folgt. Nicht nur der eskalierende Handelskonflikt sorgt für Dauerstress, auch der Brexit und die Lage in Italien sind große Risiken.

    Mehr: Die US-Notenbank und die EZB bereiten Investoren auf neue Lockerungsrunden vor. Das drückt die Anleiherenditen nach unten und befeuert den Goldpreis.

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