Verbraucherpreise Inflation in Deutschland sinkt im Februar auf 1,4 Prozent

Die Inflationsrate in Deutschland sinkt im Februar auf 1,4 Prozent. Damit liegt sie weiterhin unter der Zielmarke der EZB.
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Inflation in Deutschland sinkt im Februar auf 1,4 Prozent Quelle: dpa
Teuerungsrate

Großer Preistreiber im März sind wohl Pauschalreisen.

(Foto: dpa)

WiesbadenNur minimal noch gestiegene Energiepreise haben die Inflation in Deutschland zu Jahresbeginn gedämpft. Die Teuerungsrate sank im Februar überraschend auf 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Januar lag sie noch bei 1,6 Prozent, während sie im Gesamtjahr 2017 mit 1,8 Prozent so hoch ausfiel wie seit 2012 nicht mehr. Sie liegt aber weiter unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) als ideal für die Wirtschaft erachtet wird.

Nahrungsmittel kosteten 1,1 Prozent mehr als im Januar 2017. Energie verteuerte sich dagegen nur noch um 0,1 Prozent, während Kraftstoffe wie Benzin und Diesel vielerorts sogar billiger zu haben waren - etwa in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen. Bei Dienstleistungen gab es einen Preisaufschlag von 1,6 Prozent, bei Wohnungsmieten ebenfalls von 1,6 Prozent.

Die Bundesregierung hat in ihrem neuen Jahreswirtschaftsbericht die Inflationsprognose für 2018 leicht angehoben. Sie geht nunmehr von 1,7 Prozent aus, nachdem sie im Herbst noch 1,6 Prozent erwartet hatte. „Die Energiepreise prägen auch die zukünftige Preisentwicklung“, heißt es in dem Bericht, der Ende Januar veröffentlicht wurde. So dürften die Ölpreise um gut ein Fünftel steigen.

Auf der anderen Seite verbillige die Aufwertung des Euros - der binnen drei Monaten mehr als sechs Prozent zum Dollar gewonnen hat - viele Importgüter. „Vom Ausland ist demnach kein Inflationsdruck auf Waren zu erwarten“, schrieben die Experten der Bundesregierung. „Ein gewisser Preisdruck kommt aber aus dem Inland.“ So dürften in der Industrie und bei Dienstleistern die Löhne im neunten Jahr des Aufschwungs stärker steigen. Höhere Personalkosten dürften die Unternehmen an ihre Kunden weiterreichen.

Wegen der im gesamten Euro-Raum niedrigen Inflation will die Europäische Zentralbank ihre Nullzinspolitik in diesem Jahr fortsetzen – obwohl die Wirtschaft im vergangenen Jahr schneller gewachsen ist als die der USA. Angesichts des Aufschwungs haben die Euro-Wächter zum Jahresstart ihre monatlichen Anleihenkäufe auf 30 Milliarden Euro halbiert. Die in Deutschland umstrittenen Transaktionen sollen aber noch bis mindestens Ende September weiterlaufen.

Der Verbraucherpreisindex für Deutschland misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Nach dem Inlandskonzept werden alle Ausgaben berücksichtigt, die in Deutschland getätigt werden, das heißt neben den Ausgaben von beispielsweise Single-Haushalten, Ehepaaren, Familien oder Rentnerehepaaren auch die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat beziehungsweise zum Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

  • rtr
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2 Kommentare zu "Verbraucherpreise: Inflation in Deutschland sinkt im Februar auf 1,4 Prozent"

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  • Die Inflationsrate ist pure Augenwischerei. Schon mal die Lebensmittelpreise beobachtet? Die legen zum Teil zweistellig zu. Strom wird ebenfalls immer teurer. Spritpreise? Langsam stelle ich mir die Frage, wie dumm und lethargisch unser Volk ist. Wir zahlen Steuern auf Rekordniveau und werden zum Dank dafür noch frech belogen. Niedrige Inflation? Naja, alles, um den Italiener von Zinserhöhungen abzuhalten. Wie das enden wird? Das Szenario kann sich jeder selbst ausmalen.

  • Wir tun inzwischen so, als ob 2 % Inflation mindestens erreicht werden muss, um die Deflation zu vermeiden. Das ist Unsinn. Die Inflation wird sehr stark durch die stark schwankenden Ernergiepreise bestimmt.. Außerdem haben wir ein solides Wachstum in der Eurozone und eine Inflation von über 1 %. Dazu passen keine Negativzinsen am kurzen Ende und negative Realzinsen im Referenzzins von 10 Jahren (Bund oder Swap). Hier geht es eher darum,monetäre Begründungen zu finden, die fiskalische Subvention der Staatshaushalte weiter am Laufen zu halten

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