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Verbraucherpreise Inflation setzt Abwärtstrend fort: Preise im November erneut gesunken

Sorgen für die Notenbanker: Im November ist die Inflation in Deutschland auf minus 0,3 Prozent gefallen. Durch den Teil-Lockdown ist Preisentwicklung besonders schwierig zu messen.
30.11.2020 Update: 30.11.2020 - 16:01 Uhr Kommentieren
Gegenüber Dezember stiegen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent. Quelle: dpa
Kunden im Supermarkt

Gegenüber Dezember stiegen die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent.

(Foto: dpa)

Wiesbaden/Frankfurt Für Verbraucher ist es auf den ersten Blick erfreulich, für Notenbanker wie die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hingegen ein Sorgenfaktor: sinkende Preise. Auch im November sind die Verbraucherpreise in Deutschland im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres zurückgegangen, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Mit minus 0,3 Prozent lag der Wert noch leicht unter dem Niveau im Oktober, wo der Rückgang auf Jahressicht bei 0,2 Prozent betragen hatte. Damit liegt die Inflationsrate bereits vier Monate hintereinander unter null. Zuletzt hatte es dies nach der Finanzkrise im Jahr 2009 gegeben.

Die EZB strebt für den Euro-Raum einen Wert von knapp unter zwei Prozent an, den sie als optimal für die Wirtschaft ansieht. Seit langer Zeit liegt die Inflation jedoch deutlich unter diesem Niveau. Ursache sind nach Einschätzung von Ökonomen die Folgen der Corona-Pandemie, aber auch Sondereffekte wie etwa die Mehrwertsteuersenkung in Deutschland. Die Bundesregierung hat von Anfang Juli an bis zum Jahresende temporär die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Dies dämpft die Preisentwicklung.

„Die Inflation setzt ihren Abwärtstrend fort“, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der niederländischen ING Bank in Deutschland. Er betont jedoch, dass es aktuell große Schwierigkeiten bei der Inflationserhebung gibt. So können wegen des Herunterfahrens der Wirtschaft die Preise für Dienstleistungen wie zum Beispiel Restaurants, Hotels oder Freizeiteinrichtungen kaum erfasst werden.

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    Ähnlich argumentiert auch Commerzbank-Analyst Marco Wagner. Er geht jedoch davon aus, dass es Anfang kommenden Jahres einen größeren Sprung bei der Inflation geben sollte, wenn die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer ausläuft. Außerdem werde sich die dann fällige CO2-Abgabe bemerkbar machen. Brennstoffe werden mit 25 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) belastet. „Beides zusammen dürfte die Inflationsrate Anfang 2021 auf rund 1,5 Prozent heben“, erwartet Wagner.

    EZB wird im Dezember wohl Maßnahmen beschließen

    Die Preisentwicklung in Deutschland wird daher wahrscheinlich auf längere Zeit durch Sondereffekte stark beeinflusst. In vielen südeuropäischen Ländern wie Spanien, Griechenland und Italien ist die Inflation dagegen allein wegen der schwachen Wirtschaft und der Folgen der Corona-Pandemie sehr niedrig.

    Um die Inflation im Euro-Raum anzuschieben, hat EZB-Chefin Christine Lagarde bereits eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Auf der Sitzung am 10. Dezember wird die Notenbank wahrscheinlich ein Paket aus verschiedenen Maßnahmen beschließen.

    Wichtigstes Instrument dürfte dabei eine weitere Ausweitung der Anleihekäufe sein. Zudem hat Lagarde angedeutet, dass die EZB die Bedingungen für langfristige Kredite der Notenbank an die Banken noch attraktiver gestalten könnte.

    Mehr: EZB-Chefvolkswirt Philip Lane will geringe Inflation nicht länger tolerieren

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