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Verbraucherpreise Inflationsrate in den USA steigt auf 4,2 Prozent – Gebrauchtwagen massiver Preistreiber

Die Verbraucherpreise in den USA steigen so stark wie seit fast 13 Jahren nicht mehr. Die aktuelle Entwicklung dürfte die Inflationsdebatte an den Märkten weiter befeuern.
12.05.2021 Update: 12.05.2021 - 16:16 Uhr Kommentieren
Die Inflationserwartungen lagen zuletzt deutlich höher. Quelle: AFP
Fed in Washington

Die Inflationserwartungen lagen zuletzt deutlich höher.

(Foto: AFP)

Frankfurt Die Preise in den USA sind im April weit stärker gestiegen als erwartet. Sie kletterten um 4,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium in Washington am Mittwoch mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit fast 13 Jahren.

Analysten hatten im Vorfeld 3,6 Prozent erwartet. Im März lag die Inflation noch bei 2,6 Prozent. Der Dax drehte nach den Daten kurzzeitig ins Minus. Der Euro gab zum Dollar nach.

Die Inflationszahlen waren im Vorfeld mit Spannung erwartet worden. Angesichts steigender Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte wie Halbleiter, Stahl und Holz sind Investoren besorgt, dass die Inflation weiter stark steigen und so die US-Notenbank Fed zu einer frühen Zinserhöhung zwingen könnte. Allerdings ist unsicher, ob die Inflation auch langfristig steigt oder es sich nur um einen vorrübergehenden Effekt durch die Corona-Pandemie handelt.

„Die Lockerungen der Corona-bedingten Restriktionen haben offensichtlich einen Nachfrageschub ausgelöst, der in Teilen der Wirtschaft zu Engpässen und Preiserhöhungen führt,“ betont Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner in einer Analyse. „Ob die Inflation dauerhaft anzieht, wird vor allem davon abhängen, ob die Lohnkosten weiter nur moderat zunehmen.“

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    Der Chef-Marktanalyst des Brokerhauses Avatrade, Naeem Aslam, sieht durch die Zahlen sogar Befürchtungen des Marktes bestätigt, „dass die Inflation außer Kontrolle gerät.“

    Gebrauchtwagen als Preistreiber

    Preistreiber in den USA waren im April unter anderem Gebrauchtwagen, die sich um zehn Prozent verteuerten. Hier machen sich unter anderem globale Engpässe bei Chips bemerkbar, die dazu geführt haben, dass die Produktion neuer Autos schwächelt. Das schlägt sich auch bei Mietwagen nieder.

    Viele Auto-Verleiher haben in der Pandemie ihre Fahrzeugflotte wegen der sinkenden Nachfrage reduziert. Aktuell können sie ihr Angebot aber wegen der Engpässe bei Neuwagen nur langsam hochfahren. Die Preise für Mietwagen verteuerten sich gegenüber März sogar um 16 Prozent, auch die Preise für Flüge (+10 Prozent) und Hotelübernachtungen (+9 Prozent) legten deutlich zu.

    Auch die viel beachtete Kernrate, aus der besonders schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel rausgestrichen werden, sprang im April auf 3,0 Prozent.

    Wall-Street-Experte Koch: „Liebe US-Notenbank, nehmt bitte den Fuß etwas vom Gaspedal!“

    Diese Entwicklungen dürften die Inflationsdebatte an den Märkten weiter befeuern. Selbst Ökonomen wie der frühere IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard, die Inflationsgefahren in Vergangenheit entspannt gesehen haben, warnen angesichts der massiven Konjunkturpakete in den USA vor einer Überhitzung der Wirtschaft. Zuletzt hat die frühere Fed-Chefin und aktuelle US-Finanzministerin Janet Yellen diese Sorgen verstärkt, indem sie in der vergangenen Woche bemerkte, dass die Zinsen eventuell etwas steigen müssten.

    Fed will an lockerer Geldpolitik festhalten

    Dagegen signalisiert die Führung der US-Notenbank Fed bisher, dass sie die Zinsen noch lange auf dem bisherigen Rekordtief halten will. Die einflussreiche Fed-Direktorin Lael Brainard betonte am Dienstag, dass die Inflation durch die Pandemie nur vorrübergehend höher ausfallen dürfte, unter anderem weil Lieferketten unterbrochen seien. Aus ihrer Sicht ist es aber unwahrscheinlich, dass die Inflation dadurch langfristig höher liegen wird.

    Brainard ging auch auf die zuletzt enttäuschenden Arbeitsmarktzahlen in den USA ein. Sie zeigen aus ihrer Sicht, dass es dauert, bis es genug neue Jobs gibt, um den Bedarf der Arbeitssuchenden zu decken. Laut den am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktzahlen sind im April außerhalb der Landwirtschaft nur 266.000 Jobs entstanden. Ökonomen hatten mit fast einer Million neuer Stellen gerechnet.

    Die Arbeitsmarktentwicklung gilt als wichtiger Faktor für die Lohnentwicklung. Sinkt die Arbeitslosigkeit, haben Arbeitnehmer in der Regel mehr Spielraum, um höhere Löhne auszuhandeln.

    Laut Commerzbank-Experte Weidensteiner wird die Inflation wohl nur dann dauerhaft anziehen, wenn auch die Löhne stärker steigen. Bislang falle der Lohndruck moderat aus. Die jüngsten Daten des Arbeitskosten-Index zeigten aber auch hier etwas nach oben.

    Mehr: Inflation in Deutschland liegt im April bei zwei Prozent

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