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Verbraucherpreise Inflationsrate in Deutschland steigt im Februar auf 1,6 Prozent

Im Februar sind die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Wesentlicher Treiber waren erneut die Energiepreise.
Update: 28.02.2019 - 15:50 Uhr Kommentieren
Nahrungsmittel waren im März im vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent teurer. Quelle: dpa
Lebensmittelpreise

Nahrungsmittel waren im März im vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent teurer.

(Foto: dpa)

FrankfurtFür EZB-Präsident Mario Draghi gab es in den vergangenen Wochen viele schlechte Nachrichten zur Wirtschaft im Euroraum. Die aktuellen Daten zur Preisentwicklung in Deutschland überraschen hingegen ausnahmsweise positiv. So ist die Inflation in Deutschland im Februar etwas stärker als erwartet gestiegen.

Die Verbraucherpreise lagen durchschnittlich um 1,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung bekanntgab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 1,5 Prozent gerechnet. Zu Jahresbeginn war die Teuerungsrate auf 1,4 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert seit einem dreiviertel Jahr. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für die Euro-Zone mittelfristig einen Wert von knapp zwei Prozent an, den sie als Idealwert für die Konjunktur ansieht.

Ökonomen werten die Zahlen unterschiedlich. „Der Abwärtstrend der Inflation legt im Februar einen Zwischenstopp ein,“ sagt der Chefvolkswirt der KfW, Jörg Zeuner. Er geht allerdings davon aus, dass die Inflation im März weiter Richtung Ein-Prozent-Marke fallen dürfte. Dafür spricht aus seiner Sicht die schwächere Konjunktur aber auch der niedrigere Ölpreis.

Etwas optimistischer ist der Ausblick von Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Er hebt in einer Analyse hervor, dass nach den Berechnungen der Commerzbank die so genannte Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausgeblendet werden, von 1,3 auf 1,4 Prozent gestiegen ist. Die EZB achtet stark auf die Kerninflation, weil sie als guter Indikator dafür gilt, ob die Preissteigerung nachhaltig ist. Bislang ist die Kernrate in Deutschland und der Eurozone seit Jahren konstant auf einem Niveau knapp über einem Prozent.

Aus Sicht von Solveen ist es zwar noch zu früh, aus den Zahlen einen längerfristigen Trend abzuleiten. Er verweist jedoch darauf, dass sich der Lohnanstieg in Deutschland zuletzt verstärkt habe. „Es würde daher nicht verwundern, wenn die Unternehmen versuchen, diese höheren Kosten verstärkt an ihre Kunden weiterzugeben, was für eine Fortsetzung des jüngsten Anstiegs spräche.“

Für dieses Jahr kalkuliert die EZB bisher mit einer Kerninflation im Euroraum von im Schnitt 1,4 Prozent. Auf ihrer Sitzung am nächsten Donnerstag wird sie jedoch neue Prognosen vorlegen, die voraussichtlich niedriger ausfallen dürften.
Bei der deutschen Inflationsstatistik spielt auch eine Rolle, dass es zu Jahresanfang eine Revision gegeben hat und der Warenkorb angepasst wurde. Wichtig sind vor allem drei Änderungen.

Erstens ändert sich die Gewichtung der rund 650 Güter, die in den Warenkorb einfließen. Diese wird etwa alle fünf Jahre aktualisiert. Dabei geht es um Güterkategorien wie zum Beispiel Marmelade oder Frischkäse. Innerhalb dieser Güterkategorien werden einzelne Produkte laufend angepasst.

Wenn zum Beispiel Kirschmarmelade stärker als Erdbeermarmelade nachgefragt wird, fließt dies laufend in die Preisberechnung ein. Verschiebungen zwischen den Güterkategorien werden hingegen nur alle fünf Jahre vorgenommen. Grundsätzlich hat dies eine dämpfende Wirkung auf die Inflation, weil zumindest in der Theorie die Konsumenten tendenziell auf günstigere Gütervarianten ausweichen und diese dadurch einen größeren Anteil am Warenkorb ausmachen.

Zweitens wurde die Methodik bei Pauschalreisen angepasst. Diese unterliegen starken saisonalen Schwankungen. Bisher flossen die Reiseziele entsprechend ihrer saisonalen Nachfrage mit flexiblen Gewichten in den Warenkorb ein. Künftig soll es feste jährliche Gewichte geben. Für das Jahr 2018 ergibt sich nach der neuen Methodik eine höhere Preissteigerung für Pauschalreisen als nach der alten Methodik.

Drittens wurde die Methodik bei Mieten angepasst. Hier wird bei der Gewichtung stärker differenziert, indem zum Beispiel nach unterschiedlichen Typen von Vermietern unterschieden wird. So unterscheiden sich zum Beispiel private Wohnungsgesellschaften und Wohnungsgenossenschaften in ihrem Preisverhalten.

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