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Verbraucherpreise Ölpreis-Einbruch drückt die Inflation im Euro-Raum

Die Krise um das Coronavirus hat zu einem deutlichen Verfall des Ölpreis geführt. Das schlägt sich in einer geringeren Inflation nieder.
03.03.2020 Update: 03.03.2020 - 12:31 Uhr Kommentieren
Energie treibt Inflation auf höchsten Wert seit einem halben Jahr Quelle: dpa
Einkauf von Lebensmitteln

Preise für Lebensmittel zogen deutlich an.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Europäische Zentralbank (EZB) ist bereit, gegebenenfalls mit geldpolitischen Schritten auf die Coronavirus-Krise zu reagieren. Das hat EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montagabend erklärt. Die Notenbank beobachte die Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft, auf die mittelfristige Inflation und deren Auswirkungen auf die Geldpolitik genau.

Einen ersten Eindruck liefern die aktuellen Zahlen zur Inflation im Euro-Raum im Februar, die das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag veröffentlichte. Demnach ist die Inflation im Währungsraum von 1,4 auf 1,2 Prozent gefallen.

Natürlich schlagen sich darin die Effekte des Coronavirus noch nicht voll nieder. Sehr schnell reagiert hat aber der Ölpreis, der seit Jahresbeginn um über 20 Prozent eingebrochen ist und die Inflation schon jetzt nach unten drückt.

„Die von der EZB erhoffte kräftige Verstärkung des unterliegenden Preisauftriebs ist weiterhin nicht in Sicht,“ kommentiert Commerzbank-Ökonom Christoph Weil die Zahlen. Ähnlich äußert sich auch die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib. „Rohölnotierungen sind gesunken und die Konjunkturdynamik ist nur mäßig, jetzt mit einem zusätzlichen Dämpfer durch das Coronavirus.“

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    Köhler-Geib erwartet, dass die Inflationsraten im Frühjahr unter ein Prozent fallen könnten. Es sei denn, es kommt wegen des Virus zu Liefer- und Produktionsengpässen, was die Preise kurzfristig nach oben treiben könnte.

    Die EZB strebt im Euro-Raum eine Inflation von „unter, aber nahe zwei Prozent“ auf mittlere Sicht an. Dieses Ziel verfehlt sie jedoch seit Jahren. Um für stärkeren Preisauftrieb zu sorgen, hat die Notenbank unter anderem den Einlagenzins auf das Rekordtief von minus 0,5 Prozent gesenkt und kauft aktuell Anleihen für monatlich 20 Milliarden Euro.

    Die um besonders schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel bereinigte Kerninflation stieg im Februar leicht von 1,1 auf 1,2 Prozent. Die EZB achtet stark auf die Kerninflation, weil sie als guter Indikator gilt, ob die Preisentwicklung nachhaltig ist. Allerdings können niedrigere Ölpreise auf längere Sicht auch die Kerninflation drücken, zum Beispiel weil Energiepreise in andere Produktionsgüter einfließen.

    Unsicherheit durch das Coronavirus

    Die EZB hofft auf einen nachhaltigen Anstieg der Inflation in Richtung ihrer Zielmarke. Angesichts der schwachen Inflationszahlen schwinden jedoch die Aussichten darauf. Zwar sind die Löhne im Euro-Raum zuletzt stärker gestiegen. Die Unternehmen zögern aber wegen der schwachen Konjunktur, ihre gestiegenen Lohnkosten an die Verbraucher weiterzureichen. Wegen der Unsicherheit durch das Coronavirus könnte es nun noch länger dauern, bis sich die höheren Löhne auch in einer steigenden Inflation niederschlagen.

    Die Frage: Wie reagiert die EZB darauf? In ihrem Statement am Montag hat Lagarde betont, dass die Notenbank bereit ist zu handeln. Am Dienstag wollen die Notenbankchefs und Finanzminister der G7-Industrienationen ihr Vorgehen abstimmen. Frederik Ducrozet vom Vermögensverwalter Pictet erwartet, dass die EZB „entschlossen ist, eher früher als später Maßnahmen zu ergreifen.“

    Für möglich hält er zum Beispiel Hilfen für gezielte Kredite der Banken an betroffene kleine und mittelständische Unternehmen. Zudem könnte die EZB ihre Anleihekäufe von derzeit monatlich 20 Milliarden Euro aufstocken oder den Einlagenzins von minus 0,5 Prozent weiter senken.

    Aktuell preisen die Märkte eine Senkung um 10 Basispunkte für April ein. Möglicherweise könne die EZB auch schon vorher reagieren, um die Märkte zu überraschen, schreibt Ducrozet in einer aktuellen Analyse.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum sich die EZB ein Inflationsziel setzt.

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