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Verbraucherpreise Ölpreisverfall und Coronakrise drücken die Inflation im Euro-Raum

Der Anstieg der Verbraucherpreise in der Euro-Zone hat sich im März überraschend deutlich abgeschwächt. Die Rate entfernt sich noch weiter vom EZB-Ziel.
31.03.2020 Update: 31.03.2020 - 12:45 Uhr 1 Kommentar
Die Inflation sinkt in der Coronakrise. Quelle: dpa
Verbraucherpreise

Die Inflation sinkt in der Coronakrise.

(Foto: dpa)

Frankfurt Selbst EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich bisher nur sehr vorsichtig zu den Auswirkungen der Coronakrise auf die Inflation im Euro-Raum geäußert. Diese seien „mit hoher Unsicherheit behaftet“ sagte sie auf ihrer Pressekonferenz am 12. März. Einerseits geht die EZB wegen der Epidemie von einer schwächeren Nachfrage aus, die die Preisentwicklung dämpft – andererseits könnte es aber auch Lieferengpässe geben – was für höhere Preise spricht. Kurzfristig sagte sie eine sinkende Teuerung voraus.

Eine erste Schätzung des Europäischen Statistikamtes Eurostat für März bestätigt diese Prognose. Demnach legten die Verbraucherpreise im März im Euro-Raum nur noch um 0,7 Prozent zu. Experten hatten mit 0,8 Prozent gerechnet, nach einer Teuerung von 1,2 Prozent im Februar. Der Wert liegt damit deutlich unter dem von der EZB angestrebten Niveau von knapp unter zwei Prozent, das sie als ideal für die Wirtschaft ansieht.

Grund für den Rückgang ist vor allem der dramatische Verfall des Ölpreises, der im Zuge der Coronakrise seit Jahresbeginn um über die Hälfte eingebrochen ist. Kurzfristig rechnen die meisten Experten wegen Corona mit einer schwächeren Preisentwicklung. Langfristig sind die Auswirkungen hingegen weniger eindeutig.

Maßgeblich für den Rückgang der Inflation sei der „Preissturz bei Rohöl,“ kommentiert auch Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. Er verweist aber auch darauf, dass auch die um besonders schwankungsanfällige Güter für Energie und Lebensmittel bereinigte Kernrate ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent gefallen ist.

Widersprüchliche Effekte

Die EZB achtet stark auf die Kerninflation, weil sie als guter Indikator gilt, ob die Preisentwicklung nachhaltig ist. Zwar fließen dort die Ölpreise nicht direkt ein – indirekt aber haben sie mittelfristig sehr wohl Einfluss, weil sie für die Preise energieintensiver Produkte oder auch von Pauschalreisen eine wichtige Rolle spielen.

Öl hat sich angesichts eines Preiskampfs zwischen Förderländern und wegen der weltweit nachlassenden Nachfrage im Zuge der Corona-Pandemie verbilligt. Vor diesem Hintergrund war Energie im Euro-Raum im März 4,3 Prozent günstiger als im Vorjahr. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich hingegen um 2,4 Prozent. Die Preise für Dienstleistungen zogen um 1,3 Prozent an.

Der allgemeine Preisanstieg hat sich auch in Deutschland zuletzt verlangsamt. Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes lag er im März bei 1,4 Prozent – nach 1,7 Prozent im Februar.

Commerzbank-Experte Weil geht davon aus, dass die Inflationsrate im Euro-Raum im April weiter zurückgeht. „Im Mai könnte die Inflationsrate sogar ein negatives Vorzeichen aufweisen.“ Bei der EZB rückt deshalb das Thema einer gefährlichen Abwärtsspirale bei den Preisen wieder in den Blick. Die Möglichkeit einer Deflation sei nicht auszuschließen, sagte EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann am Dienstag auf einer Veranstaltung in Wien. „Die Höhe ist gering aber nicht Null.“

Holzmann sieht bei der Deflationsbekämpfung Grenzen für die Geldpolitik. Wenn eine Deflation auf einen realwirtschaftlichen Einbruch zurückzuführen sei, dann werde es schwierig, dies allein mit geldpolitischen Mittel zu lösen. Dann müsse es Lösungen geben, die in die Realwirtschaft hineinreichten, so Holzmann. Wie schwierig es für ein Land ist, aus einer solchen Abwärtsspirale bei den Preisen zu entkommen, zeigt das Beispiel Japan. Dort wurde die Wirtschaft jahrelang durch eine Deflation gebremst.

Noch sind die langfristigen Folgen der Coronakrise nicht absehbar. Die meisten Ökonomen erwarten in diesem Jahr eine Rezession und steigende Arbeitslosigkeit. Dies hätte zur Folge, dass die Gewerkschaften weniger Verhandlungsspielraum für Lohnerhöhungen haben – was auch längerfristig die Inflation dämpfen würde.

Auf der anderen Seite gibt es auch einige Effekte, die für eine höhere Inflation sprechen könnten. So wollen die Regierungen ihre Staatsaugaben in der Krise deutlich ausweiten. Auch die EZB hat ihre Geldpolitik weiter gelockert und will mehr Staatsanleihen und Unternehmensbonds kaufen.

Zudem gibt es Rufe, die Globalisierung angesichts der Probleme bei internationalen Lieferketten zurückzudrehen. Dies könnte tendenziell zu höheren Preisen führen, gelten doch die Globalisierung und der damit verbundene internationale Wettbewerb als ein wichtiger Faktor dafür, dass die Inflation bisher so gering war.

Welche Effekte eintreten und wie stark sie sich auswirken, ist jedoch ungewiss. Auch in der Finanzkrise gab es viele Ökonomen, die danach mit einer hohen Inflation rechneten. Tatsächlich aber war die Inflation in den meisten Industrieländern in der Zeit danach so niedrig wie selten zuvor.

Mehr: China ist die letzte Hoffnung für den krisengeplagten Ölmarkt.

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1 Kommentar zu "Verbraucherpreise: Ölpreisverfall und Coronakrise drücken die Inflation im Euro-Raum"

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  • "Öl hat sich angesichts eines Preiskampfs zwischen Förderländern und wegen der weltweit nachlassenden Nachfrage im Zuge der Corona-Pandemie verbilligt." Da gibt die Corona Krise auch Zeit zum Nachdenken: 1.Braucht man iese ständige Hetzerei auf überfüllten Autobahnen mit stinkenden Abgasen fortwährend? 2. Was gibt es an besseren Alternativen? UND ES GIBT SIE - neueste Forschungsergebnisse die eine neue Ära der Energienutzung bieten. Eine dieser neuesten Technologie nutzt Neutrino-Energy mit der Neutrinovoltaic, welche eine mobile und dezentrale Versorgung für Haushaltsgeräte und Elektromobilität ermöglicht. Ein Überblick über fortschrittliche und wettbewerbsfähige Energieerzeugungstechnologien zeigt, dass sich die Neutrinovoltaik-Technologie - eine Methode zur Erzeugung von elektrischem Gleichstrom unter dem Einfluss von Teilchen des unsichtbaren Strahlungsspektrums - derzeit in der letzten Phase der Umsetzung befindet. Basierend auf dieser Technologie plant die Berliner Neutrino Energy Group, in spätestens 2 Jahren mit der Lieferung von eigenständigen kompakten DC-Stromquellen Neutrino Power Cube® zu beginnen, die kostengünstige und öffentlich zugängliche Materialien verwenden und damit interessante Preisparameter des erzeugten elektrischen Stroms bieten. Vorläufige Berechnungen, die von der Firma bekannt gegeben wurden, erklären den Preis um mindestens 50% günstiger als den Preis, den man für Solarzellenplatten erhält. Darüber hinaus gibt das Unternehmen bekannt, dass die Betriebskosten solcher Quellen gleich Null sind. Die Kompaktheit der Neutrino-Gleichstromquellen erlaubt es auch, sie leicht in die Gehäuse von Elektroautos einzubauen, was nach dem bestehenden Schema des Elektroautos mit Batterie die Laufleistung zwischen den Ladevorgängen deutlich erhöhen wird. Dank einer eingebauten Neutrinostromquellen wird das Aufladen des Fahrzeugs 24 Stunden am Tag/365 Tage im Jahr erfolgen und bietet demzufolge unendliche Reichweite. Das ist die beste Zukunft JETZT.

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