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Verbraucherpreise „Ostereffekt“ treibt die Inflation in die Höhe

Im April sind die Verbraucherpreise in Deutschland um 2,0 Prozent gestiegen. Ökonomen führen das auf das spät stattfindende Osterfest zurück.
Update: 30.04.2019 - 16:19 Uhr Kommentieren
Die Teuerung des Preisniveaus lag in Deutschland im April bei 2,0 Prozent. Quelle: dpa
Warenkorb im Supermarkt

Die Teuerung des Preisniveaus lag in Deutschland im April bei 2,0 Prozent.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Verbraucherpreise in Deutschland sind im April im Vergleich zum Vorjahr um 2,0 Prozent gestiegen. Dies teilte das Statistische Bundesamt in seiner vorläufigen Schätzung am Dienstag mit. Das ist der höchste Stand seit rund einem halben Jahr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt nur einen Anstieg um 1,6 Prozent erwartet. Im März hatte die Inflation in Deutschland bei 1,3 Prozent gelegen.

Ökonomen führten die Entwicklung hauptsächlich auf Sondereffekte zurück. „Der Anstieg hängt vor allem mit dem Ostereffekt zusammen und mit dem gestiegenen Ölpreis“, sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Diba. Auch sein Fachkollege Ralph Solveen von der Commerzbank schreibt in einem Kommentar: „Ausschlaggebend war in erster die relativ späte Lage der Osterferien.“

Mit dem Ostereffekt sind höhere Preise wegen des Osterfestes gemeint, etwa für Pauschalreisen und Restaurantbesuche. Im Vorjahr fiel dies in den März, nun in den April. Zudem ist der Ölpreis deutlich gestiegen, die Sorte WTI verteuerte sich in den vergangenen drei Monaten um fast zwanzig Prozent.

Für den gesamten Euro-Raum strebt die EZB eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an, die ihr als ideal für die Konjunkturentwicklung gilt. Um die aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation anzuschieben, hat die Notenbank die Zinsen auf ein Rekordtief gesenkt und für mehr als zwei Billionen Euro Wertpapiere der Euro-Länder gekauft. Bislang ist die Inflation in der Euro-Zone jedoch noch nicht nachhaltig auf dem von ihr angestrebten Niveau.

Die EZB hofft jedoch, dass die zuletzt in einigen Ländern wie Deutschland stärker gestiegenen Löhne die Inflation stützen. Bislang zögern aber die Unternehmen auch wegen der unsicheren Wirtschaftslage damit, die für sie steigenden Lohnkosten über höhere Preise an die Verbraucher weiterzugeben.

Jüngst hat EZB-Präsident Mario Draghi angekündigt, Erleichterungen für die Banken bei den Minuszinsen zu prüfen. Im Gespräch soll ein gewisser Freibetrag für Banken sein, ab dem die negativen Zinsen erst zuschlagen. Derzeit zahlen Banken für überschüssige Liquidität, die sie bei der EZB halten, einen Minuszins von 0,4 Prozent.

An den Märkten sehen manche diese Diskussion als Hinweis, dass die Notenbank die Zinsen noch deutlich länger auf ihrem bisherigen Niveau belassen oder sogar noch weiter senken könnte.

ING-Diba Ökonom Brzeski glaubt, dass nach den deutschen Inflationszahlen auch die Rate für den Euro-Raum, die am Donnerstag veröffentlicht wird, deutlich höher ausfallen wird. Damit sollten auch die Fantasien über eine baldige Zinssenkung erstmal verschwinden, meint er.

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