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Verbraucherpreise Schwache Inflation in Deutschland bringt EZB in Schwierigkeiten

Im März sind die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Größter Preistreiber waren erneut Energiepreise.
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Die Inflationsrate in Deutschland deutet darauf hin, dass die EZB ihr Inflationsziel in der Euro-Zone verfehlen wird. Quelle: dpa
EZB

Die Inflationsrate in Deutschland deutet darauf hin, dass die EZB ihr Inflationsziel in der Euro-Zone verfehlen wird.

(Foto: dpa)

FrankfurtFür EZB-Präsident Mario Draghi ist es eine schlechte Nachricht. Die Inflation in Deutschland ist im März auf 1,3 Prozent gefallen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Dabei hatten von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen eigentlich einen Anstieg auf 1,6 Prozent erwartet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für die Euro-Zone mittelfristig einen Wert von knapp zwei Prozent an, den sie als ideal für die Konjunktur ansieht. Die Daten für Deutschland deuten jedoch darauf hin, dass auch die Entwicklung in der Euro-Zone schwächer ausfallen dürfte. Hierzu veröffentlicht das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag Daten.

„Der Preisdruck ist gedämpft“, sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg zu den Daten für Deutschland. Es bleibe dabei, dass die Unternehmen ihre seit gut einem Jahr stärker zulegenden Lohnkosten bisher nicht an ihre Kunden weitergeben würden, betonte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Größter Preistreiber in Deutschland war im März die Energie. Sie verteuerte sich mit durchschnittlich 4,2 Prozent wieder stärker als zuletzt. Grund dürfte der gestiegene Ölpreis sein. Der Preis für die Sorte WTI hat in den vergangenen drei Monaten um über 30 Prozent zugelegt. Nahrungsmittel dagegen kosteten nur noch 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Preise von Dienstleistungen zogen mit 1,2 Prozent ebenfalls unterdurchschnittlich an. Pauschalreisen verbilligten sich sogar aufgrund der späten Lage der Osterferien, die diesmal komplett in den April fallen.

Die EZB versucht seit Jahren, die Preisentwicklung im Euro-Raum anzuschieben: in Richtung ihres Ziels von knapp zwei Prozent. So hat sie seit März 2015 für mehr als 2,6 Billionen Euro vor allem Staatsanleihen der Euro-Länder erworben. Inzwischen werden nur noch auslaufende Papiere ersetzt.

Börsianer sind allerdings skeptisch, ob die EZB ihren Zielwert bald erreicht: Sie senken ihre langfristigen Inflationserwartungen für die Euro-Zone immer weiter. Das geht aus den sogenannten marktbasierten Inflationserwartungen hervor.

Zuletzt hat die EZB im März ihre Inflationsprognosen deutlich nach unten korrigiert. Grund ist die aktuelle Schwäche der Wirtschaft im Euro-Raum. Nach wie vor hoffen führende Notenbanker zwar, dass sich die Wirtschaft im zweiten Halbjahr erholt. Zudem verweisen sie auf die zuletzt stärker steigenden Löhne vor allem in Ländern wie Deutschland. Diese würden sich mittelfristig auch in einer höheren Inflation niederschlagen. Doch wegen der schwachen Wirtschaft zögern Unternehmen damit, die höheren Lohnkosten auf die Preise aufzuschlagen und an die Kunden weiterzureichen.

Damit schwindet auch die Hoffnung auf eine höhere Inflation, die als Voraussetzung für eine weitere Normalisierung der Geldpolitik gilt.

Die EZB hatte unlängst angesichts der Konjunktureintrübung die Zinswende nach hinten verschoben. Die Währungshüter wollen nun an ihren Schlüsselzinsen noch bis mindestens zum Jahresende festhalten. Bislang hatten sie dies nur bis über den Sommer hinweg in Aussicht gestellt.

EZB-Chef Mario Draghi stellte am Mittwoch sogar in Aussicht, die Zinswende bei einer stärkeren Konjunktureintrübung notfalls länger hinauszuschieben. Der Leitzins liegt bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent.

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