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Verbraucherpreise Schwache Inflation setzt die EZB unter Druck

Die Verbraucherpreise sind im August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Damit ist die Euro-Inflation zum ersten Mal seit 2016 negativ.
01.09.2020 Update: 01.09.2020 - 12:24 Uhr 2 Kommentare
Die EZB strebt knapp zwei Prozent Inflation als Idealwert für die Konjunktur an. Quelle: dpa
Obst und Gemüse auf dem Messegelände in Berlin

Die EZB strebt knapp zwei Prozent Inflation als Idealwert für die Konjunktur an.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Inflation in der Euro-Zone ist im August deutlich gesunken. Die Verbraucherpreise sanken um 0,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag schätzte. Noch im Juli hatte die Inflation bei 0,4 Prozent gelegen. Nun ist sie zum ersten mal seit 2016 negativ.

Die schwachen Inflationszahlen sind eine schlechte Nachricht für die Europäische Zentralbank. Sie strebt eine Inflation knapp unter zwei Prozent für den Euroraum an. Dieses Ziel verfehlt sie jedoch schon seit langer Zeit. Die EZB kauft in großem Umfang Staatsanleihen der Euro-Länder, um die Inflation anzuschieben und die Wirtschaft in der Coronakrise zu stabilisieren. Derzeit entfernt sich die Inflation aber weiter von ihrem Ziel.

„Der Inflationstrend zeigt nach unten. Das setzt die EZB vor ihrer Ratssitzung am 10. September unter Druck,“ kommentiert Frederic Ducrozet, Ökonom beim Schweizer Vermögensverwalter Pictet. Für besonders bedenklich hält er vor allem die besonders geringen Preissteigerungen bei Dienstleistungen. Dort lag die Inflation bei 0,7 Prozent – und damit auf einem historischen Tiefstand.

Die schwachen Inflationszahlen hängen auch mit Sondereffekten zusammen. So hat in Deutschland die Bundesregierung die Mehrwertsteuer im Kampf gegen die Corona-Rezession bis Ende des Jahres vorübergehend gesenkt. Den regulären Steuersatz reduzierte sie von 19 auf 16 Prozent, den ermäßigten Satz von sieben auf fünf Prozent. Zudem wurde der Sommerschlussverkauf in Italien und Frankreich verschoben, was ebenfalls einen dämpfenden Effekt hatte.

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    Aber auch unter Berücksichtigung der Sondereffekte ist die Preisentwicklung schwach. Besonders stark fielen die Energiepreise mit einem Minus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hier macht sich der niedrige Ölpreis bemerkbar. Auch Industriegüter ohne Energie wurden um 0,1 Prozent günstiger.

    Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich hingegen um 1,7 Prozent. Klammert man Energie aus, hätte die gesamte Jahresteuerung deutlich höher bei 0,7 Prozent gelegen. Zuletzt hat sich der Ölpreis allerdings wieder etwas erholt und liegt inzwischen etwa 35 Prozent höher als im Juni.

    Ein weiterer wichtiger Faktor für das Preisniveau ist der aktuell starke Euro-Wechselkurs. Auch wenn es dauert, bis er sich vollständig in den Preisen niederschlägt, wirkt er dämpfend auf die Inflation. Seit Anfang Juni hat er um über sieben Prozent im Vergleich zum US-Dollar aufgewertet. Dadurch werden Importe im Euroraum tendenziell billiger.

    Frederik Ducrozet erwartet angesichts der schwachen Inflation, dass die EZB ihre Anleihekäufe im Dezember noch einmal ausweiten wird, um wahrscheinlich 500 Milliarden Euro. Zuletzt hatte sie die Käufe im Juni um 600 Milliarden Euro auf 1,35 Billionen Euro ausgeweitet.

    Mehr: Details zur deutschen Inflation im August erfahren Sie hier.

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    2 Kommentare zu "Verbraucherpreise: Schwache Inflation setzt die EZB unter Druck"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Versicherungsbeiträge steigen,
      Kommunale Abgaben steigen,
      Fleischpreise steigen spürbar,
      Gemüsepreise steigen,
      Obstpreise steigen enorm,
      Fischpreise steigen,
      Brot-und Brötchenpreise steigen,
      Preise für Ersatzteile steigen..............usw.!
      Heizölpreise fallen. Leider kann der Mensch kein Heizöl essen und trinken.

      Wie sehr muß eine Statistik gefälscht werden um eine Deflation herbei zu reden.

      the stupid germans

    • Vor der Covid-19 Krise zirkulierten pro Monat ca. 100 Milliarden Euro in Deutschland im Konsumenten-Markt. Diese 100 Milliarden stammen von, sehr grob zusammengefasst, von Nettozahlungen an Arbeitnehmer, Renten, Pensionen, Miet-Einnahmen, Zins-Einnahmen etc.. Dieser Betrag muss ausgegeben werden, sonst schrumpft die Wirtschaft. Werden Verbraucher verunsichert, wird gespart. Wird im ersten Monat 10% gespart, heißt 10 Milliarden, dann zirkulieren nur noch 90 Milliarden im Markt. Aber Verbraucher, wenn verunsichert, sparen nicht nur einen Monat lange. Wird auch im zweiten Monat 10 % gespart, das sind 9 Milliarden, so sind nur noch 81 Milliarden im Markt zirkulierend. Im dritten Monat, wieder 10 % gespart, das sind 8,1 Milliarden, wären dann nur noch 72,9 Milliarden im Umlauf/Zirkulation. Dann müssen erste Unternehmer Personal entlassen, da ihnen Umsatz fehlt und der Staat muss Geld für Arbeitslosengeld ausgeben. Anstatt Geld für Nichtstun auszugeben ist es ganz klar richtig, dass der Staat mit Infrastruktur-Projekten gegensteuert und die Wirtschaft mittels der Notenbank mit Geld versorgt, so dass die Zirkulation wieder auf 100 Milliarden ansteigt. Staats-Geld für Ausbildung und Forschung würde ebenfalls zur Erhöhung des Geld-Umlaufes beitragen und langfristig positiv wirken. 100 Milliarden Umlauf muss gewährleistet werden. Deflation darf nicht akzeptiert werden, denn Deflation würde sich von Monat zu Monat verstärken und es wäre extrem teuer, eine Deflation zu beenden.

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